Pühringer: Senkung der Klassenschülerhöchstzahlen und ihre Konsequenzen für Oberösterreich  

erstellt am
27. 03. 07

Linz (lk) - Eine erste Hochrechnung erstellt von den Experten der Bildungsabteilung und des Landesschulrates betreffend die Auswirkungen der Senkung der Klassenschülerhöchstzahl auf 25 - beginnend mit dem Schuljahr 2007/2008 mit den jeweils ersten Klassen der Volksschulen, Hauptschulen und der Polytechnischen Schulen - präsentierte Landeshauptmann Josef Pühringer als Schulreferent des Landes Oberösterreich am 25.03.

"Die äußerst positive Auswirkung der Senkung der Klassenschülerhöchstzahl muss natürlich auch im Kontext mit dem weiteren Fallen der Schülerzahlen in den kommenden Schuljahren gesehen werden", so der Landeshauptmann. Aus derzeitiger Sicht werden im nächsten Schuljahr 2007/2008 3.200 Pflichtschülerinnen und Pflichtschüler weniger die Schule besuchen als im heurigen Schuljahr. Das entspricht einer Verringerung um rund 120 Schulklassen und einem Verlust von rund 260 Lehrerdienstposten.

Die Senkung der Klassenschülerhöchstzahl auf 25 in den ersten Klassen der Volksschulen, Hauptschulen und der Polytechnischen Schulen schafft nach heutiger vorläufiger Berechnung im kommenden Schuljahr rund 190 zusätzliche Schulklassen und rund 380 neue Dienstposten für Lehrerinnen und Lehrer.

Daraus ergibt sich eine Zunahme unterm Strich von 70 zusätzlichen Schulklassen und rund 125 Lehrerdienstposten netto im kommenden Schuljahr.

Dieser positive Arbeitsmarkteffekt - vor allem für die auf Anstellung im Schuldienst wartenden Junglehrer - wird noch verstärkt durch die Pensionierungen, die im kommenden Jahr nach heutiger Abschätzung rund 100 (nach Geburtenabgängen) betragen werden.

Daher wird es im Herbst 2007 nach mehreren Jahren erstmals wieder zu einem stark merkbaren Abbau der Warteliste der Neulehrerinnen und -lehrer kommen. Aus heutiger Sicht werden aufgrund der oben dargestellten Veränderung rund 225 Junglehrerinnen und -lehrer mit einer Anstellung rechnen können. Die Experten geben jedoch aus mehreren Gründen an, dass dieser Schätzwert noch einen Unsicherheitsfaktor von 10 bis 20 Prozent beinhaltet. (Zuzug Sonderförderbedarf, Repetentenzahlen usw.)

Oberösterreichs Schulreferent Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer betonte neben den positiven Arbeitsmarkteffekten vor allem aber auch die positiven Auswirkungen auf die Unterrichtsqualität der Schülerinnen und Schüler, denn die Lehrerinnen und Lehrer können sich in "kleinen Klassen" viel besser der einzelnen Schülerin und dem einzelnen Schüler widmen.

Mit großen Problemen bezüglich der Unterbringung der zusätzlichen Klassen im Pflichtschulbereich in den Gemeinden rechnet Pühringer nicht, denn in den letzten Jahren ist die Schülerzahl um cirka 30 Prozent und die Klassenzahl um cirka 20 Prozent zurückgegangen. Außerdem ist die Schülerzahl insbesondere in den Hauptschulen auch in den nächsten Jahren leider noch stark fallend. Daher könne es an Schulräumen - von einigen Ausnahmen im städtischen Bereich abgesehen - kaum fehlen.

Anders ist die Situation in den höheren Schulen, wo auch in den letzten Jahren die Zahlen gestiegen sind und der Zugang auch derzeit trotz der sinkenden Schülerzahlen noch immer leicht im Steigen begriffen ist. "Hier wird es an manchen Schulen Platzprobleme geben. Das ist absehbar, muss aber vom Bund als Schulerhalter gelöst werden, wobei sich das Land bei der Problemlösung selbstverständlich engagieren wird - etwa mit Zwischenunterbringungen in anderen Gebäuden", betonte der Landeshauptmann abschließend.
 
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