Lopatka: Vereinbarkeit von Sport und Beruf entwickeln  

erstellt am
22. 05. 07

Pilotprojekt "Karriere.Danach." ermöglicht berufliche Perspektiven für Sportlerinnen und Sportler nach aktiver Laufbahn
Wien (bpd/sts) - "Spitzensport ist auf Zeit angelegt. Wenn sich jemand für diesen Weg entscheidet, muss das "danach" entsprechend eingeplant werden. Die Gesellschaft, die sich für Hochleistungssport ausspricht und auch von den sportlichen Erfolgen profitiert, muss Rahmenbedingungen schaffen, damit die Athletin oder der Athlet nach der aktiven Sportkarriere auch eine berufliche Perspektive hat. Das geschieht in Österreich mit dem Projekt 'Karriere Danach'" (KA:Da), betonte Sportstaatssekretär Dr. Reinhold Lopatka bei der Präsentation mit den "Ka:Da"-Projektverantwortlichen Roswitha Stadlober und Christine Seemann sowie Anton Schutti von der Österreichischen Sporthilfe und ehemaligen Spitzensportlern im "Haus des Sports". Ziel der Beratungs- und Betreuungseinrichtung "Ka:Da" ist die Integration von ehemaligen Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern in den Arbeitsmarkt. Dass Bedarf für eine Weiterentwicklung dieses zweijährigen Pilot-Projektes vorhanden sei, sehe man schon zur Halbzeit, so Lopatka: "Nach einem Jahr sind bereits 82 der 100 möglichen Plätze vergeben, mit einer 76-prozentigen Erfolgsquote."

Insgesamt hätten 64 Prozent aller "Ka:Da"-Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Sprung ins Arbeitsleben geschafft, so der Sportstaatssekretär, weitere 12 Prozent konnten durch eigenständige Alternativen zur Erfolgsquote von 76 Prozent ihren Beitrag leisten. Das größte Problem ergebe sich durch den Lebenslauf der Sportler: "Wenn die Athleteninnen beziehungsweise Athleten nach zehn, fünfzehn Jahren als Späteinsteiger auf den Arbeitsmarkt kommen, können sie selten eine längerfristige Qualifikation und Ausbildung beziehungsweise kaum Berufserfahrung aufweisen". 46 Prozent der von "Ka:Da" betreuten Ex-Sportlerinnen und Sportler verfügen über keine Berufsausbildung und sind zum großen Teil über 30 Jahre alt (60 Personen). Das Vorurteil "Spitzensportler haben mit 35 ausgesorgt" habe sich jedenfalls nicht bestätigt. Dass auch Olympiasiegerinnen Hilfe brauchen, zeigt uns das Beispiel von Eisschnellläuferin Emese Hunyady, die bei der Präsentation aufzeigte, wie sie von "Ka:Da" unterstützt wird, um einen Job zu finden.

"Die Begleitung aller mit dem Ziel nicht nur Bildung oder Qualifikation zu vermitteln, sondern eine volle Integration in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen, das zeichnet dieses Pilot-Projekt aus", so Lopatka. "Gecoached" werde "Ka:Da" von der ehemaligen ÖSV-Slalomläuferin und "Sportlerin des Jahres" Roswitha Stadlober und der Sozialarbeiterin Christine Helene Seemann, einer ehemaligen Geräteturnerin. Sie unterstützen bei der sozial-rechtlichen Absicherung, dem Knüpfen von Kontakten zu potenziellen Arbeitgebern sowie der berufliche Karriereplanung, Qualifizierung und Praktikumsvermittlung. Neben den "Karriere. Danach"-Trägern Österreichische Sporthilfe und AMS sind das Bundeskanzleramt Staatssekretariat für Sport, Wirtschaftsministerium (BMWA), Unterrichtsministerium (BMUK) und das WiFi entweder mit finanzieller Unterstützung oder mit Expertise involviert.

"Mit 'Ka:Da' haben wir in Österreich den ersten Schritt in die richtige Richtung gesetzt. Ein nächster Schritt muss künftig eine Beratung zur beruflichen Orientierung schon während der Sportausübung und besonders nach dem Karriere-Ende sein", so Lopatka abschließend. Nach der Evaluierung im März 2008 werde daher eine dauerhafte Absicherung dieses wichtigen Projektes zur bedarfsorientierten Förderung von Sportlerinnen und Sportler nach ihrer aktiven Laufbahn angestrebt.
 
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