Steigender "Hunger auf Kunst und Kultur"  

erstellt am
27. 09. 07

Mailath-Pokorny: "Kultur für alle" nicht nur ein Schlagwort
Wien (rk) - Die Aktion "Hunger auf Kunst und Kultur" zeige, dass "Kultur für alle" in Wien nicht nur ein Schlagwort ist, sagte Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny bei einem Pressegespräch am 27.09., bei dem die erfolgreiche Entwicklung der Aktion dargestellt wurde. "Hunger auf Kunst und Kultur", 2003 von Airan Berg (damals Schauspielhaus) und Martin Schenk (Armutskonferenz) ins Leben gerufen , um armen Menschen den Zugang zur Kultur zu eröffnen, kann inzwischen auf bereits 15.000 Kulturpass-BesitzerInnen in Wien mit steigender Tendenz verweisen, 93 Kultureinrichtungen in der Stadt beteiligen sich an der Aktion, die von der Kulturabteilung der Stadt Wien seit Jahresbeginn unterstützt wird. Eine rot-grüne Arbeitsgruppe mit den GemeinderätInnen Ernst Woller und Mag. Marie Ringler wurde dazu eingerichtet.

Mailath-Pokorny begrüßt Partnerschaft
Mailath-Pokorny begrüßte die auf dieser Basis entstanden Partnerschaft zwischen der Stadt und dem nunmehr eigenständigen Verein "Hunger auf Kunst und Kultur", der von Mag. Monika Wagner geführt wird. Mailath verwies auch darauf, dass die Stadt bereits mit einem Tag mit freiem Eintritt pro Woche in den Wien Museen, der jährlichen Gratisbuch-Aktion und dem freien Zutritt im Museum auf Abruf wichtige Signale für den freien Zugang zur Kultur gesetzt hat. Es gelte, möglichst viele Kultureinrichtungen für diese Aktion zu gewinnen und sie möglichst vielen Menschen zu eröffnen, die ihrer bedürfen. Auch Gemeinderätin Marie Ringler betonte, man müsse die Menschen aus ihrer ausgegrenzten Existenz herauszuholen und sie plädierte für eine Ausweitung des Passes auf andere Freizeiteinrichtungen.

Partnerschaften im kulturellen und sozialen bereich
"Hunger auf Kunst und Kultur" kann auf zahlreiche Partnerschaften im sozialen und kulturellen Bereich, aber auch auf Sponsoren verweisen, die mitgeholfen haben, die Aktion zu einem Erfolg zu machen. Airan Berg betonte, es sei ihm ein Anliegen, die Karten für die Kulturpassbezieher, wenn möglich, über Sponsoren und andere Quellen zu finanzieren. Es handle sich auch nicht um eine Restkartenaktion , die partnerschaftlichen Kultureinrichtungen stellen jeweils Mindestkontingente für "Hunger auf Kunst und Kultur" zur Verfügung. Sozialexperte Martin Schenk verwies darauf, dass in Wien 91.000 Menschen als arm zu bezeichnen seien, dass die Armut als kein Randphänomen sei.

93 Kultureinrichtungen im Boot
93 Kultureinrichtungen, vor allem der Stadt Wien nahestehende Museen, Theater, Kinos , Festivals etc. sind Partner der Aktion, von den ehemaligen Bundesmuseen sind das MAK und das technische Museum vertreten, dessen Direktorin Dr. Gabriele Zuna-Kratky Angebote für sozial Schwache als großes Anliegen darstellte. Weitere Institutionen sollen nach Möglichkeit noch ins Boot geholt werden, auch wenn sie bereits eigenständige Initiativen für sozial Benachteiligte setzen. In Wien gibt es derzeit 134 Ausgabestellen bei sozialen und karitativen Einrichtungen und dem AMS für die Kulturpässe, eingeschlossen die Sozialzentren, wo die Pässe ab Oktober erhältlich sein werden. Wichtig für potentielle BezieherInnen ist es, sich diesbezüglich an "seine" bzw. "ihre" zuständige Sozialreinrichtung zu wenden.

"gabarage" - Design und Sozialökonomie
Das Mediengespräch fand im Schauraum von "gabarage" in der Schleifmühlgasse 6 statt. Diese Einrichtung hat die Zielsetzung, Menschen mit Problemen am Arbeitsmarkt, vor allem auch Jugendlichen mit Drogenproblemen zu helfen, sie zu beschäftigen und sie auch wieder fit für Beschäftigung unter normalen Bedingungen zu machen. Gabarage verbindet diesen sozialen Auftrag mit der pfiffigen Design-Idee, Altmaterialen für neue Produkte mit kreativem Design zu verwenden. Die so produzierten Taschen, Kleinmöbel, Lampen etc wurden bereits ausgezeichnet und sind in der Schleifmühlgasse zu erhalten.

Informationen: http://www.hungeraufkunstundkultur.at/
 
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