Ausstellung "Projektion" im Lentos  

erstellt am
26. 09. 07

Über die Entwicklungen des Dia-Positivs in der Kunst
Linz (stadt) - In der bevorstehenden Lentos-Ausstellung „Projektion“ zeigen zehn internationale KünstlerInnen unterschiedliche Umgangsformen mit dem Dia-Positiv und seine aktuelle Ablöse durch die Datenprojektion. Die Auswahl von zwölf Werken aus 40 Jahren repräsentiert von 28. September bis 13. Jänner das breite Spektrum an Möglichkeiten, die sich für die Kunst in diesem Bereich eröffnet haben.

Die Werke folgender KünstlerInnen sind in der Ausstellung zu sehen: Paul Chan, VALIE EXPORT, Peter Fischli/David Weiss, Ryan Gander, Liam Gillick, Dan Graham, Imi Knoebel, Cornelia Parker und Beat Streuli. Ihre gezeigten Arbeiten wurden als beispielhafte Meilensteine in der Geschichte der apparativen Kunst der Licht-Bilder ausgewählt. Einige historische Werke, etwa von Dan Graham oder Imi Knoebel wurden bislang kaum gezeigt und können als Entdeckungen gewertet werden. Ihre Arbeiten sowie die älteren Werke von Fischli/Weiss haben sich als Schlüsselwerke in der Weiterentwicklung deren künstlerischen Oevres erwiesen. Bereits als „klassisch“ gilt VALIE EXPORTs Auseinandersetzung mit der Beziehung von Realität und Apparat.

Mit einfachsten Mitteln, mit der Verwendung von Staub, erzeugt Cornelia Parker raffinierte Bilder. Die Inanspruchnahme mehrerer Sinne bei Liam Gillicks Pain in a Building/Schmerz in einem Gebäude/Douleur dans un Immeuble spielt mit Möglichkeiten der Narration, die dem Film entlehnt sind. Ähnlich geht auch Beat Streuli vor, der in seinen markanten Diaserien von Menschen in der Stadt individuelle Schicksale aus der Masse anonymer PassantInnen heraus zu filtern und anzurufen scheint. Bei Ryan Ganders Travelogue Lecture wird das Publikum dazu eingeladen, das Werk mit zu produzieren, das im Wesentlichen in der Vorstellung des Betrachters entsteht. Der „erhellende“ Parcours endet chronologisch mit Paul Chans digitaler Animation 1st light, in der alltägliche Objekte durch ihre silhouettenhafte Darstellung als Schatten verfremdet werden, womit der Bogen zurück zu Platos berühmtem Höhlengleichnis geschlagen wird.

Projektion ist eine Ausstellung des Kunstmuseums Luzern, kuratiert von Susanne Neubauer. Ein 128 Seiten umfassender Katalog ist zum Preis von 17 Euro erhältlich.

Informationen: http://www.lentos.at
 
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