Heimische Schweineproduktion gestiegen  

erstellt am
04. 10. 07

Experten erwarten Rückgang in erster Jahreshälfte 2008
Wien (bmlfuw/aiz) - Aufgrund der jüngsten Viehzählungsergebnisse dürfte die österreichische Schweineproduktion heuer größer als im Vorjahr ausfallen, Anfang des kommenden Jahres wird es aber zu einem Rückgang kommen. Dies geht aus der aktuellen Marktprognose der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft hervor. Konkret gehen die Experten davon aus, dass im dritten Quartal 2007 die Bruttoeigenerzeugung an Schweinen um 5,3% und im vierten Quartal um 1% über dem Vorjahresniveau liegen wird.

In Summe ergibt sich daraus für das Gesamtjahr 2007 eine voraussichtliche Produktion von 4,836 Mio. Stück, das entspricht gegenüber 2006 einem Plus von 3%. Im ersten Halbjahr 2008 wird gegenüber 2007 mit einem Rückgang der Bruttoeigenerzeugung um 3,2% auf 2,33 Mio. Schweine gerechnet.

Schweinebestand heuer um 1,7% größer
Die im Juni 2007 von der Statistik Austria durchgeführte Schweinebestandserhebung ergab einen Gesamtbestand von rund 3,21 Mio. Stück. Das bedeutet im Jahresvergleich eine Zunahme um 1,7%, wobei sich die einzelnen Kategorien recht unterschiedlich entwickelten: Die Zahl der Ferkel nahm um 1,3% ab, die der Schweine von 20 bis 50 kg stieg dagegen um 4,4%. Der Bestand an Mastschweinen erhöhte sich um 2,4%. Mit einem Minus von 0,6% ist der Zuchtsauenbestand leicht gesunken.

Mehr Schlachtungen im ersten Halbjahr 2007
Im Jahr 2006 wurden laut Statistik Austria rund 5,28 Mio. Schweine in Gewerbebetrieben geschlachtet, um 0,8% mehr als im Jahr zuvor; dazu kamen noch 79.700 Hausschlachtungen. Im ersten Halbjahr 2007 wurden rund 2,72 Mio. gewerbliche und rund 48.000 Hausschlachtungen verzeichnet. Das waren - verglichen mit dem ersten Halbjahr 2006 - in Summe um rund 100.000 Schlachtungen (+4%) mehr.

Im Jahr 2006 zeigte der Außenhandel mit Lebendschweinen und Schweinefleisch zum Teil deutliche Zuwächse. So nahmen im Jahresvergleich die Lebendschweine-Importe um 12,8% auf rund 762.000 Stück zu. Gleichzeitig verringerten sich hier die Exporte um 1,5% auf rund 96.000 Stück. Die Fleischeinfuhren wurden um 6,2% auf 1,54 Mio. Stück erhöht, die Ausfuhren konnten um 6,5% auf umgerechnet rund 2,05 Mio. Stück gesteigert werden. Das bedeutet, dass insgesamt umgerechnet rund 2,3 Mio. Schweine importiert und 2,15 Mio. exportiert wurden.

Im ersten Halbjahr 2007 betrug der Import lebender Schweine rund 412.000 Stück, das waren rund 35.500 Stück mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Lebendschwein-Export umfasste rund 48.400 Tiere (5.700 mehr als im ersten Halbjahr 2006). Die Einfuhren an Schweinefleisch beliefen sich auf 747.000 Stück, das waren rund 7.000 Schweine weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Schweinefleischausfuhren machten umgerechnet rund 997.000. Stück aus, das sind rund 11.300 Schweine mehr als im ersten Halbjahr 2006.

Inlandsabsatz heuer gestiegen
Aus den genannten Zahlen errechnete die Bundesanstalt für 2006 eine Bruttoeigenerzeugung an Schweinen in der Höhe von 4,696 Mio. Stück - diese war damit im Jahresvergleich um 1,1% niedriger. Im ersten Halbjahr 2007 stieg die vorläufige Bruttoeigenerzeugung im Vergleich zum Vorjahr um 2,9% auf rund 2,405 Mio. Schweine. Der Inlandsabsatz war im vergangenen Jahr mit rund 4,765 Mio. Schweinen um 0,2% höher als 2005. Im ersten Halbjahr 2007 erhöhte sich der Inlandsabsatz um 4,1% auf etwa 2,471 Mio. Schweine.

Erzeugerpreise heuer deutlich unter Vorjahresniveau - Verbraucherpreise gestiegen
Der Erzeugerpreis für Schweine verzeichnete heuer teilweise recht massive Einbrüche. Im ersten Quartal 2007 blieb er laut Statistik Austria mit EUR 1,26 je kg Schlachtgewicht um knapp 9% unter dem Vorjahresniveau, im zweiten Quartal 2007 unterschritt er mit durchschnittlich EUR 1,30 immer noch die Vorjahreslinie um 12%.

Der Verbraucherpreis für Schweinefleisch, der sich aus den Handelspreisen der Fleischsorten Bauchfleisch, Schopfbraten, Schnitzel und Karree zusammensetzt, ist dagegen in den ersten beiden Quartalen 2007 im Jahresvergleich um 2,6% beziehungsweise 3,4% gestiegen.
 
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