Hahn: Österreichischen Nobelpreisträger in den nächsten 10 Jahren!  

erstellt am
12. 10. 07

Anchormen and -women der Forschung gesucht
Wien (bmwf) - Das Ergebnis einer Befragung unter 1000 Österreicher/innen über Forschung in Österreich, die Bundesminister Johannes Hahn am 12.10. präsentiert hat, ist ernüchternd. Das Wissen über Österreichs Forschungsleistungen ist relativ gering. Es gibt ein vages Grundverständnis dafür, dass Forschung irgendetwas mit dem Wirtschaftsstandort und der Wettbewerbsfähigkeit eines Landes zu tun hat, aber nicht mehr. Bei der offenen Frage nach dem oder der Spitzenforscher/in des Landes konnten zwei Drittel der Befragten keinen Namen nennen. Die restlichen Befragten haben den Quantenphysiker Anton Zeilinger als Spitzenforscher angegeben, aber hinter ihm rangiert Josef Broukal - heute Wissenschaftssprecher der SPÖ und ehemaliger Modern Times Moderator - auf Platz zwei. Auf Platz vier etwa liegt Ioan Holender, der ebenso wenig mit Forschung zu tun hat. Wenn man den Befragten konkrete Namen zur Auswahl vorlegt, liegt der SPÖ Wissenschaftssprecher sogar auf Platz eins.

Forschungsminister Johannes Hahn: "Wir brauchen Persönlichkeiten, die der Forschung ein Gesicht geben. Es gibt sie. Wir müssen Forschung und ihre Ergebnisse populärer machen. Das hier kann also nur eine Eröffnungsbilanz sein."

Forschung muss prickeln
Rund 40% unseres Bruttoinlandproduktes beruhen auf Entdeckungen und Erfindungen aus der Forschung, für die nur zwei bis drei Prozent des BIP investiert wurden, so Hahn. "Wir müssen Forschung anschaulich machen, herunter brechen auf die Lebensrealität der Menschen. Wenn Forschung en vogue ist, volksnah und populär, können wir auch mehr Drittmittel gerade für die Grundlagenforschung lukrieren."

Forschung müsse prickeln, so der Minister und der Forschergeist von Kindern sollte erst gar nicht abreißen. Nicht umsonst hat das BMWF in Alpbach das Projekt Sparkling Science ins Leben gerufen. Gefördert werden ausschließlich Kooperationen und Projekte, in denen Jugendliche aktiv in aktuelle Forschungsprojekte eingebunden werden. Laufzeit 2007-2017. Pro Jahr sind dafür bis zu drei Millionen Euro reserviert.

Das Ziel für Forschung und Wirtschaft muss sein : 3% F&E Anteil bis 2010 und einen österreichischen Nobelpreisträger in den nächsten 10 Jahren. Wie das Wifo kürzlich bestätigte, haben 1 Mio. Euro zusätzliche F&E-Ausgaben kurzfristig 13, mittelfristig 30 und langfristig 50 Beschäftigte zur Folge. Und diese Beschäftigten werden nicht ausschließlich im F&E-Bereich geschaffen.

Wissenschaft und Forschung on the Road
Das BMWF plant zielgerichtet weitere Aktionen und Maßnahmen, um das Bewusstsein der Österreicher/innen für die heimische Forschung zu schärfen. Nach dem Vorbild des "Weltstadt"-Formats wird Johannes Hahn erfolgreiche Wissenschafter/innen (zunächst) in die österreichischen Landeshauptstädte einladen, um dort vor breitem Publikum ihre Forschungen zu präsentieren. Start: 11. Dezember 2007 mit Markus Hengstschläger in Graz.

Nachwuchstalente der österreichischen Forschungslandschaft bekommen bei PKs und anderen medialen Veranstaltungen des Bundesministers künftig eine Auftrittsmöglichkeit.

Der erste war Robert Krickl; 26 Jahre junger Mineraloge und Gewinner des Wissenschafts-Talentwettbewerbs FameLab, der vorgeführt hat, dass Steine sammeln alles andere als fad ist und dass Wissenschafter durchaus in der Lage sind, ihr Wissen verständlich und unterhaltsam der breiten Öffentlichkeit zu vermitteln.

http://www.forschungsdialog.at
In Alpbach wurde auch der Startschuss für den Österreichischen Forschungsdialog gegeben. Das BMWF will gemeinsam mit allen anderen mit dem Thema befassten Ressorts, allen Stakeholdern und Interessierten bis Alpbach 2008 Ideen diskutieren und sammeln, aus denen wir neue Strategien für Österreich entwickeln. Auftaktveranstaltung ist nächsten Dienstag, den 16. Oktober in der ÖAW.

"Wir brauchen eine österreichweite Strategie für nachhaltige und effiziente Forschungsförderung. Der Forschungsdialog soll eine Plattform sein, um Österreichs Forschungslandschaft weiter zu denken und neu zu gestalten," so Hahn.
 
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