Beyrer: Wirtschaft und Politik müssen starker Partner der Jugend sein  

erstellt am
10. 10. 07

Aktuelle Umfrage ergibt: Soziales Umfeld, Schule und Beruf für Jugendliche wichtig
Wien (PdI) - „Europa braucht eine starke Wirtschaft in einer zukunftsfähigen Gesellschaft, um seine ökonomischen, ökologischen und sozialen Standards halten zu können. Viel wird davon abhängen, ob die junge Generation von heute für Leistungsorientierung UND sozialen Zusammenhalt zu gewinnen ist und dafür auch gerüstet sein wird. Wirtschaft und Politik müssen bei dieser Entwicklung jedenfalls gleichermaßen starker Partner der Jugend sein“, so der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Markus Beyrer am 10.10. bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem 2. Nationalratspräsident Dr. Michael Spindelegger und dem Meinungsforscher Dr. Peter Ulram zur Studie „Jugend und politische Orientierungen“.

Der IV-Generalsekretär verwies darauf, dass mehr als 50 Prozent der Befragten in einer Gesellschaft leben möchten, in der der Mensch mehr zählt, als das Geld. Freunde, Familie und Gesundheit sind für etwa 80 Prozent der Befragten sehr wichtig, dicht gefolgt von Aus- und Weiterbildung sowie Schule und Beruf. „Diese Angaben lassen erkennen, dass in den Idealvorstellungen der Jugendlichen eine sympathische Spannung von Beziehungsorientierung und Leistungsbereitschaft steckt. Das soziale Umfeld ist wichtig, aber eben auch die Schule und der Beruf. Das ist eine Haltung, über die sich Wirtschaft und Gesellschaft eigentlich nur freuen können“, so Beyrer weiter.

Die von Peter Ulram präsentierte Studie „Jugend und politische Orientierungen“ zeigt eine hohe Distanz zwischen Jugend und Politik auf. „Die aktive Mitgestaltung der Gesellschaft und das Übernehmen von politischer Verantwortung für sich und andere sind im Schwinden begriffen. Hier müssen wir nachhaltig und umfassend ansetzen“, sagte der IV-Generalsekretär. Die Studie thematisiert zentrale politische Orientierungen Jugendlicher ebenso wie politikrelevante Verhaltensweisen. Dabei zeigt sich, dass 64 Prozent der 14- bis 19-jährigen politisch wenig bis gar nicht interessiert sind. Weiters wurde festgestellt, dass die „Entfremdung“ zwischen den Jugendlichen und der Politik in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat. „Aus Sicht der Industrie ist klar, dass eine zu erkennende gesellschaftliche Skepsis bei Jugendlichen nicht nur zu Politikverdrossenheit führt, sondern auch ihre Schatten auf unsere Wirtschaft wirft.

Globalisierungs- und EU-Skepsis, gesellschaftliche Passivität oder die Angst um den Arbeitsplatz lassen viel Potenzial unter den Jugendlichen verloren gehen und können sich so hemmend auf die Wirtschaft auswirken. Diesen oft diffusen Ängsten müssen wir als Gewinner von EU-Integration und Globalisierung in Österreich offensiv und mit Sachargumenten entgegentreten. Die Industrie versteht sich hier als Vorreiterin und Ideengeberin. Politik und Wirtschaft sind gleichermaßen gefordert, die großartige geografische und kulturgeschichtliche Situation Österreichs und die damit verbundenen Chancen besonders für die Jugend besser zu vermitteln“, betonte Beyrer.

„Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Politik und Wirtschaft gemeinsam die Jugendlichen als Partner in den Mittelpunkt stellen“, so der IV-Generalsekretär. Eine solche Partnerschaft brauche „Strategien und Maßnahmen“.

  • Um Veränderung zu bewirken muss eine Art „neuer Idealismus“ in der Jugend gefördert und angestrebt werden. Damit dies nicht in einer Überforderung endet ist eine breit angelegte und ernsthaft geführte Wertediskussion notwendig.
  • Weiters muss künftig noch stärker an der Ausbildungs- und Berufschancengleichheit von Jugendlichen verschiedener Herkünfte und Schichten gearbeitet werden.
  • Es braucht mehr Aufmerksamkeit für Ungleichheit, für zukunftsorientierte Bildung und nicht nur für Ausbildung. In diesem Zusammenhang gilt es auch jene jungen Menschen zu fördern, die nicht in unserem Land geboren wurden oder Migrationshintergrund haben. Die IV hat erst vor Kurzem eine Patenschaft für das Projekt START übernommen, das bedürftige hochqualifizierte junge Migrantinnen und Migranten unterstützt.


„Zu den größten Sorgen der Jugend zählt unter anderem die Furcht, keine Basis für eine vielversprechende berufliche Zukunft zu haben oder eine solche aufbauen zu können. Hier ist jedoch nicht nur die Politik gefordert, diesen Ängsten entgegen zu wirken, auch der Wirtschaft muss daran liegen, dieser Furcht zu begegnen. Und das tun wir“, unterstrich der IV-Generalsekretär. Aus einer Befragung von steirischen Unternehmen wisse man, dass 80% der Industrie-Lehrlinge nach Ende ihrer Lehrzeit noch mindestens weitere fünf Jahre im selben Unternehmen tätig sind. „Die Zukunftsberufe in der Industrie geben Sicherheit“, schloss Beyrer.

 
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