Bartenstein: Unternehmen müssen für nachhaltiges und ganzheitlich-verantwortungsvolles Wirtschaften sorgen   

erstellt am
19. 10. 07

Festveranstaltung "10 Jahre nachhaltiges und verantwortungsvolles Wirtschaften in Österreich: Gemeinsam mehr bewirken" im Haus der Industrie
Wien (bmwa) - "Das Wirtschaftsministerium hat schon bisher Initiativen für nachhaltiges und verantwortungsvolles Wirtschaften unterstützt und wird dies auch in Zukunft tun", betonte Wirtschaftsminister Martin Bartenstein am Abend des 18.10. in seinem Statement bei der Festveranstaltung "10 Jahre nachhaltiges und verantwortungsvolles Wirtschaften in Österreich - Gemeinsam mehr bewirken" in der Industriellenvereinigung, zu der neben dem Präsidenten des World Business Council for Sustainable Development (WBCSD), Björn Stigson, auch prominente Vertreter der heimischen Wirtschaft gekommen waren. Anlass der Feier war der 10. Jahrestag der Gründung des Austrian Business Council for Sustainable Development (ABCSD).

Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, der 1997 als Umweltminister gemeinsam mit der Industriellenvereinigung die Initiative zur Gründung des ABCSD gesetzt hatte, erinnerte daran, dass damals der Gedanke, dass Unternehmen eine besondere Verantwortung nicht nur für ihre Eigentümer, sondern auch für ihre Mitarbeiter und Kunden und darüber hinaus auch für die Umwelt und die Gemeinschaft im Allgemeinen haben, zwar nicht mehr ganz neu war, in seiner Tragweite aber doch noch nicht allgemein bewusst war.

Der ABCSD, so der Minister weiter, stehe seit 10 Jahren nicht nur dafür, dass große österreichische Unternehmen sich öffentlich zur Umsetzung und Verbreitung des Nachhaltigkeitsgedankens bekennen, sondern auch dafür, dass die führenden Manager dieser Unternehmen dieses Anliegen als Chefsache betrachten.

Unternehmerische Verantwortung betrifft nicht nur Umweltaspekte
Themen wie Klimawandel, Ökostrom oder Biotreibstoffe beherrschen zwar derzeit die meisten Diskussionen, fuhr Bartenstein fort, unternehmerische Verantwortung oder auf Neudeutsch Corporate Social Responsibility (CSR) gehe aber natürlich über Klimafragen und Umweltaspekte hinaus und umfasse auch die Verantwortung für gesellschaftliche Auswirkungen unternehmerischen Handelns. CSR habe nicht die Interessen einer gesellschaftlichen Gruppe über die einer anderen zu stellen, sondern müsse die komplexen wechselseitigen Abhängigkeiten in einer vernetzten Welt berücksichtigen. CSR betone die über die Einhaltung der Gesetze hinausgehende persönliche Verantwortung jedes Einzelnen für die Gesellschaft und sehe im Ausgleich divergierender gesellschaftlicher Interessen eine wesentliche Staatsaufgabe.

Ausblick
Mit der Zusammenführung von respACT austria und ABCSD zu einem einheitlichen Verein "respACT - Austrian Business Council for Sustainable Development" sei ein One-Stop-Shop für unternehmerische Verantwortung, nachhaltige Entwicklung und Wirtschaftsethik entstanden, der eine gebündelte und klare Kommunikation gegenüber Unternehmen sowie ein stärkeres Auftreten in der Öffentlichkeit ermöglicht, betonte Bartenstein. Unter einer einheitlichen Corporate Identity können erfolgreiche Projekte effizient fortgeführt, das Serviceangebot ausgebaut und neue Schwerpunkte gesetzt werden.

Das Wirtschaftsministerium werde diesen Schwerpunkt im Bereich CSR weiterführen. Seit dem Vorjahr seien bereits weit mehr als 100.000 österreichische KMU mit den vom Ministerium geförderten branchenspezifischen CSR-Leitfäden über grundlegende CSR-Konzepte informiert worden. „Das ist ein in dieser Form einmaliger Prozess, der international auf großes Interesse stößt." so Bartenstein. Ziel der nächsten Phase sei es, KMU bei der Entwicklung und Umsetzung von CSR-Konzepten im eigenen Unternehmen zu unterstützen.

Mit dem Schwerpunkt "mainstreaming" solle CSR noch stärker als bisher als integraler Bestandteil der (Gesamt-)Unternehmensstrategie verankert werden.

"Wenn wir mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit die unternehmerische Verantwortung als "Unique Selling Point"(USP) österreichischer Unternehmen und des Wirtschaftsstandortes Österreich herausarbeiten können, dann stärken wir erstens den 'business case' für CSR und leisten zweitens einen Beitrag zur positiven internationalen Positionierung Österreichs", betonte Bartenstein zum Abschluss.
 
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