Netzzeit stellt Sieger des Libretto-Wettbewerbes vor   

erstellt am
19. 10. 07

Yohanan Kaldi gewinnt mit "The Big Bakery Robbery"
Wien (rk) - Vor rund einem Jahr hat die freie Operngruppe netzzeit in Zusammenarbeit mit dem Luzerner Theater und der OperaGenesis im Verband des Royal Opera House in London sowie dem Wiener Mozartjahr einen Libretto-Wettbewerb ausgeschrieben, dessen Sieger am 18.10. mit dem in Ungarn geborenen und in Israel lebenden Schriftsteller Yohanan Kaldi präsentiert wurde. Kaldi ging mit seinem Libretto "The Big Bakery Robbery" als Erster von 127 Einssendungen aus dem Wettbewerb hervor. Basis für die Libretti waren die beiden Kurzgeschichten "Der Bäckereiüberfall" und "Der zweite Bäckereiüberfall" des japanischen Autors Haruki Murakami, der witzig und surreal bedeutungslose Ereignisse mit substanziellen Aussagen verknüpft. Die japanische Komponistin Misato Mochizuki wird nun für das gemeinsame Auftragswerk die Musik schreiben, die Uraufführung ist für Jänner 2009 in Luzern geplant, netzzeit wird die Produktion im Februar 2009 im Rahmen von "Out of Control" in Wien vorstellen.

Librettos für zeitgenössische Musik
Mit dem Wettbewerb wollte netzzeit mit den internationalen Koproduzenten dazu beitragen, gute Librettos für zeitgenössische Musik zu schaffen. Dies sei gelungen, so Michael Scheidl von netzzeit bei der Präsentation am Donnerstag. Der Großteil der Einreichungen habe die professionelle Anforderungen erfüllt, es habe viele interessante Libretti gegeben. Die Auswahl hat eine prominent besetzt Jury getroffen, der unter anderem der musikalische Leiter der nun kommenden Produktion Johannes Kalitzke, Regisseur David Pountney und Jazzer Franz Koglmann angehörten. Der zweite Preis ging für "Bäckereiüberfall 1&2" an Beate Hackl, der dritte Preis für ""bin unter fischen" an Carsten Brandau.

Uraufführung in Luzern
Die Uraufführung der Oper, die nun Misato Murakami nach dem preisgekrönten Libretto dirigieren wird, findet im Jänner 2009 im Luzerner Theater statt. Johannes Kalitzke wird dirigieren, Michael Scheidl führt Regie, in Luzern spielt das Luzerner Symphonieorchester, in Wien übernimmt das Klangforum Wien den Orchesterpart. Auch in London soll das Werk zur Aufführung kommen. Für die Komponistin, die ein Mitspracherecht beim Wettbewerb hatte, wird nun die Oper ins Deutsche übertragen, da sie nach dieser Sprache komponieren will. Die 1969 in Tokio geborene und in Paris lebende Komponistin zählt zu den erfolgreichsten ihrer Generation und war bereits bei zahlreichen internationalen Festivals und Konzertreihen rund um den Globus mit ihren Werken vertreten.

Internationales Festival für neues Musiktheater
Michael Scheidl plant für 2011 ein Internationales Festival für neues Musiktheater in Wien, um der zeitgenössischen Oper ein größeres Forum zu schaffen. Er erwartet dafür die entsprechende Unterstützung von Bund und Stadt Wien, wobei er nicht vergaß, der Stadt für ihre bald 25 Jahre währende kontinuierliche Unterstützung zu danken, die netzzeit ermöglichte, den heutigen Status als international anerkanntes Label für Neues Musiktheater zu erreichen.

Informationen: http://www.netzzeit.at/
 
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