Brauner: 1,6 Mio Euro für innovative Medienprojekte   

erstellt am
05. 11. 07

"Call Media Vienna" setzt wichtige Impulse für den Medienstandort Wien
Wien (rk) - Auf enormes Interesse stieß der vom ZIT Zentrum für Innovation und Technologie, der Technologieagentur der Stadt Wien, in Zusammenarbeit mit departure wirtschaft, kunst und kultur gmbH durchgeführte erste Förderwettbewerb für den Wiener Medienbereich "Call Media Vienna 2007". 104 Wiener Unternehmen beteiligten sich, die 14 besten Projekte wurden von einer ExpertInnenjury ausgewählt und werden mit insgesamt 1,6 Mio Euro unterstützt. Von den 14 geförderten Unternehmen ist die Hälfte jünger als drei Jahre, 11 sind Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten und drei Projekte wurden von Unternehmen in Gründung eingereicht. Die Vielfalt der geförderten Vorhaben demonstriert die große Bandbreite des Medienbereichs und reicht von Internetplattformen über innovative Services auf mobilen Endgeräten bis hin zu neuen Formen der medialen Umsetzung von Gebärdensprache.

"Die Dominanz von Kleinstunternehmen und Neugründern unter den Geförderten zeigt, dass die Medienszene Wiens in einem hohen Ausmaß von jungen, kreativen Unternehmen mit hoher Innovationskraft geprägt ist. Damit verbunden ist ein enormes wirtschaftliches Potenzial, dass wir in Zukunft noch besser ausschöpfen wollen. Wir intensivieren deshalb gezielt unsere wirtschaftspolitischen Initiativen um den Medienbereich als Wirtschaftsfaktor in Wien zukünftig weiter auszubauen. Mit dem Media Call haben wir auch erstmals einen gemeinsamen Förderwettbewerb unserer Technologie- und Kreativagenturen also ZIT und departure durchgeführt", so Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Vizebürgermeisterin Mag.a Renate Brauner.

Erster Förderwettbewerb im Medienbereich
Mit dem Call Media Vienna 2007 wurde im Rahmen einer monetären Fördermaßnahme in Österreich erstmals dezidiert der Medienbereich angesprochen. "Ziel war es, insbesondere jene Wiener Unternehmen anzusprechen, die sich mit innovativen und kreativen Entwicklungen und Anwendungen im Schnittstellenbereich von Unterhaltungselektronik, Design und Informationstechnologien beschäftigen und die hohe Anzahl an Einreichungen - insgesamt wurden 106 Projekte eingereicht - zeigt den Bedarf dieser Themensetzung", freut sich ZIT Geschäftsführer Dr. Claus Hofer. Angesichts dieses hohen Interesses wurde das ursprünglich zur Verfügung stehende Budget in Höhe von 1 Mio. Euro auf 1,6 Mio Euro aufgestockt. Somit können 14 Vorhaben, die insgesamt eine Gesamtinvestitionssumme von 3 Mio. Euro aufweisen, unterstützt werden.

ExpertInnenjury traf Projektauswahl
Die Auswahl der Projekte wurde von einer ExpertInnenjury unter dem Vorsitz von Dr. Karoline Simonitsch, selbstständige Unternehmensberaterin im Medienbereich mit großer Erfahrung im Bereich von Projektbeurteilungen, vorgenommen. "Die Vorhaben sind vielfach durch Medienkonvergenz, das heißt, der Kombination und Verschmelzung bislang getrennter Medien wie beispielsweise TV und Internet oder die Kombination dieser Bereiche mit mobilen Anwendungen gekennzeichnet" erläutert Dr. Karoline Simonitsch. Von den 14 geförderten Projekten wurden folgende vier Vorhaben von der Jury besonders ausgezeichnet:

schueler.tv.now: Video Plattform für SchülerInnen
Ziel des Projekts schueler.tv.now der Blinklicht Medienproduktions GmbH ist die Etablierung einer zentralen Video- Plattform für alle SchülerInnen Österreichs (Zielgruppe 6- 19jährige), bei der jeder Schüler, jede Klasse, jede Schule Beiträge gestalten kann. Die Video-Plattform wird redaktionell betreut und durch das Angebot zielgruppenorientierten Contents mit pädagogischem Anspruch durch die Betreiber ergänzt. Insgesamt wird schueler.tv.now - auch optisch - als junge, frische, schnelle und qualitätsvolle Medienplattform konzipiert.

Virtuality TV: Avatare führen durch die Sendung Zielsetzung des Projekts Augmented Virtuality TV der Firma ovos realtime 3D ist die Entwicklung eines innovativen Sendeformates als Hybrid zwischen TV-Sendung und interaktiver online Echtzeit 3D-Applikation. Die Studioarchitektur einer live-Sendung bildet eine 3D-Landschaft, die mittels eines Avatars - ein grafischer Stellvertreter einer echten Person in der virtuellen Welt - von den UserInnen begehbar ist. Durch die unmittelbare Mitwirkung der Avatare erfolgt die direkte Einbindung der UserInnen in die Sendung, zum Beispiel indem ihre Avatare live ins Studio eingeladen werden.

Sign Time: Nachrichten im Internet in Gebärdensprache
Beim Projekt Sign Time, Nachrichten im Internet in österreichischer Gebärdensprache der SignTime GmbH i.G. wird eine Webpage kreiert, die tagesaktuelle Nachrichten für BenützerInnen der Österreichischen Gebärdensprache (ÖGS) zur Verfügung stellt. Diese Nachrichten werden in Form von Kurzvideos aufbereitet. Es werden on demand Videos in den Ressorts Politik/Chronik/Kultur/Sport abrufbar sein.

Yabadub: Live Audio Kommentare
Mit yabadub - Live Audio Kommentar von Super-Fi Brand Communications sollen Live-Ereignisse jeder Art, wie Sportveranstaltungen, Konzerte, Partys etc. via Web oder Handy kommentiert und über Mobiltelefone bzw. das Internet gesendet werden.

Wien bietet umfassendes Angebot für Medienunternehmen
Die Medienbranche zählt zu jenen Wirtschaftsbereichen, die sich besonders dynamisch entwickeln. Wien ist Österreichs größter Medienstandort, zwei Drittel aller Medienunternehmen in Österreich befinden sich in Wien. Mehr als die Hälfte der über 2.000 Medienunternehmen, in denen mehr als 50.000 Beschäftigte arbeiten, wurde in den letzten 10 Jahren gegründet. Rund 70 Prozent aller Medienunternehmen zählen zu den Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten. Etwa die Hälfte aller Unternehmen beschäftigen lediglich ein oder zwei MitarbeiterInnen. Untersuchungen zeigen, dass vor allem diese KMU für die Aufwärtsentwicklung bei Beschäftigung und Wertschöpfung in der Medienbranche verantwortlich sind. Die Stadt Wien fördert daher gezielt diese KMU durch monetäre Förderungen und ein adäquates Infrastrukturangebot. Das MEDIA QUARTER MARX im 3. Wiener Gemeindebezirk bietet gerade für hoch spezialisierte, kreative Unternehmen hervorragende Infrastruktur und ein starkes Netzwerk für Kooperation und Wachstum. In die derzeitige Erweiterung des Standortes investiert die Stadt 57 Mio. Euro. Ab 2009 stehen damit zusätzlich rund 19.000 Quadratmeter mit modernster Technik ausgestattete Büro- und Produktionsräume zur Verfügung.
 
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