Uni Graz eröffnete 40 Millionen-Zentrum  

erstellt am
05. 11. 07

Biowissenschaften boomen
Graz (universität) - Die Karl-Franzens-Universität Graz verfügt ab sofort über eine der modernsten Lehr- und Forschungsstätten Österreichs: Am 05.11. wurde das Zentrum für Molekulare Biowissenschaften (ZMB) in der Humboldtstraße 46-50 feierlich eröffnet. Am Fest nahmen zahlreiche Ehrengäste teil, darunter Wissenschaftsminister Johannes Hahn, Rektor Alfred Gutschelhofer, Christoph Stadlhuber, Geschäftsführer der Bundes-Immobilien-Gesellschaft, Wissenschaftslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder und Bürgermeister Siegfried Nagl.

"Die Biowissenschaften sind die Technologie des 21. Jahrhunderts", lobte Minister Hahn die Schwerpunktsetzung der Universität Graz. Und er zeigte sich zuversichtlich, dass "aus diesem architektonischen Landmark ein wissenschaftlicher Leuchtturm wird".

Wissenschaftslandesrätin Edlinger-Ploder würdigte das große Engagement aller Beteiligten und unterstrich die Bedeutung des Zentrums als "Zentrale der Menschenbildung". Edlinger-Ploder hob die Signalwirkung für den gesamten Standort hervor und bekräftigte: "Das ZMB braucht Beschäftigung und Nachwuchs, um den wir uns kümmern werden."

Bürgermeister Nagl sah das Zentrum für Molekulare Biowissenschaften als eine "weitere Maßnahme, Graz als Österreichs Bildungshauptstadt" zu etablieren und die Akademikerquote in Graz von derzeit 15 Prozent weiter anzuheben.

"Das ZMB ist ein echter Meilenstein in der Universitätsgeschichte. Es stärkt massiv den profilbildenden Schwerpunkt der Biowissenschaften und wertet den Standort enorm auf", freute sich Rektor Gutschelhofer über den neuen Nukleus für Forschung auf höchstem Niveau. "Die WissenschafterInnen leisten mit ihren Projekten einen entscheidenden Beitrag zu den gesellschaftlichen Fragen und übernehmen damit die notwendige Verantwortung für die Herausforderungen unserer Zeit."

Eigentümerin des aus drei Baukörpern bestehenden Komplexes ist die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG). BIG-Geschäftsführer Stadlhuber betonte: "Das ZMB ist ein weiterer großer Schritt in unserem Bestreben, den österreichischen Universitäten und damit auch gleichzeitig der Wirtschaft bestmögliche Infrastruktur bereitzustellen. Insgesamt wird in österreichische Universitäten in den kommenden Jahren rund eine Milliarde Euro investiert."

Die Investitionskosten beliefen sich auf insgesamt mehr als 40 Millionen Euro, davon betrug allein der Anteil für die High-Tech-Infrastruktur knapp 22 Millionen Euro. Das aus drei Baukörpern zusammengesetzte Zentrum beherbergt das Institut für Molekulare Biowissenschaften, weitere Einrichtungen aus dem Bereich der Biotechnologie, Hörsäle, eine Bibliothek sowie ein Café. Das ZMB ist Arbeits- und Ausbildungsort von mehr als 120 WissenschafterInnen und knapp 1.000 Studierenden.

"Nicht nur die wissenschaftliche und die wirtschaftliche Nutzung werden durch diesen Neubau miteinander vernetzt, auch die Lehre wird gestärkt", versicherte Biochemiker Rudolf Zechner, einer der Hauptinitiatoren und Sprecher des Zentrums. Das Team rund um Zechner hat mit Forschungen im Kampf gegen Störungen des Fettstoffwechsels international für Beachtung gesorgt. Am ZMB ist unter anderem auch der neue Spezialforschungsbereich "Lipotox", der Ursachen häufiger Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes oder Atherosklerose untersucht, angesiedelt. Weiters stehen Forschungen rund um Zellstress und Alterungsprozesse, Strukturbiologie sowie bakterielle Krankheitserreger und Resistenz im Mittelpunkt. "Die internationale Erfahrung der letzten Jahrzehnte hat gezeigt, dass kreative und effiziente Forschung und Lehre am besten durch eine räumliche Zusammenfassung aller beteiligten Forschungsteams garantiert werden kann."

Für die Gestaltung des Gebäudes zeichnet die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Seidel-Thoma- Kummer aus Ulm/Deutschland verantwortlich, die aus dem Architekturwettbewerb als Siegerin hervorging. Die Nutzfläche beträgt etwa 11.000 Quadratmeter, inklusive Tiefgarage, Café und weiterer Büroräume.


Zentrum für Molekulare Biowissenschaften – die Fakten

  • Bauzeit: 18 Monate
  • Gesamtnutzfläche: 11.000 Quadratmeter
  • Gesamtkosten: 40 Millionen Euro
  • Stahl: 1.500 Tonnen
  • Beton: 14.000 Kubikmeter
  • Kabel: 400 Kilometer
  • Lüftungsanlage/Luftumwälzung: 176.000 Kubikmeter pro Stunde
  • Studien: Bachelorstudium Molekularbiologie, Masterstudium Biochemie und Molekulare Biomedizin, Masterstudium Biotechnologie, Masterstudium Molekulare Mikrobiologie
 
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