Empfang bei Botschafter Dr. Kurt Hengl  

erstellt am
30. 10. 07

… anläßlich des Nationalfeiertags und seines Abschieds von Israel
Tel Aviv (gewitsch) - Am Donnerstag, dem 25. Oktober, veranstalteten Botschafter Dr. Kurt Hengl und seine Frau Jacqueline den traditionellen Empfang in ihrer Residenz in Herzliah-Pituah anläßlich des Nationalfeiertags und um sich von Israel und ihren zahlreichen Freunden und Bekannten zu verabschieden. Das Datum wurde um einen Tag vorverlegt, da am Freitag aus religiösen Gründen der Empfang nicht durchgeführt hätte werden können. Der Balkon der Residenz war mit drei großen Fahnen von Österreich, Israel und der Europäischen Union beflaggt. Der Direktor des österreichischen Kulturforums in Tel Aviv, Dr. Arad Benkö, leitete die Zeremonie (auf Deutsch und auf Hebräisch!) und sorgte für die Übersetzung der Ansprache des Ministers Isaac Cohen, der als Vertreter der Regierung Israels erschienen war (davon später).

Ein willkommener Neuling beim Empfang war Oberst Nikolaus Egger, der Verteidigungsattaché von Österreich; bisher war es so, daß Israel vom österr. Militärattaché in Ankara mitbetreut wurde, aber nun hat Österreich einen hier fix stationierten Attaché ernannt und eine eigene Militärmission eröffnet.

In seiner Ansprache erwähnte Botschafter Dr. Hengl die Tatsache daß er insgesamt 13 (!) Jahre lang in Israel diente: erst als Gesandter und dann zwei Mal als Botschafter. Er sprach über die - erfreulicherweise - sehr guten Beziehungen zwischen den beiden Staaten auf politischer und auf wirtschaftlicher Ebene (Gemurmel im Publikum: "Er hat selbst dazu viel beigetragen") und die Freundschaft zwischen den beiden Aussenministerinnen, Ursula Plassnik und Tsipi Livni. Zwei Beweise dafür sind die für 2008 geplanten Besuche von Ministerpräsident Ehud Olmert in Wien und der Staatsbesuch von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer in Israel. Auch daß jetzt eine österr. Ingenieurfirma in einer Aussschreibung den Zuschlag zum Bau eines Tunnels auf der Strecke Modi'in - Jerusalem erhalten hat, kam zur Sprache.

Das Zustandekommen der großen Koalition SPÖ-ÖVP hat die Beziehungen Österreich-Israel von der Belastung, welche durch die Mitgliedschaft von Jörg Haider in der vorigen Koalition entstand, befreit. Da sich der 70. Jahrestag des unseligen "Anschlusses" nähert, sprach Botschafter Dr. Hengl auch von der damaligen Zeit, als außer Mexico kein Staat dagegen protestierte. Hätte die Welt damals anders reagiert, wäre das Schicksal von vielen Millionen Menschen, darunter auch von sechs Millionen ermordeten Juden, anders verlaufen…

Auch referierte der Botschafter über eine geplante Pilgerfahrt von österreichischen Bischöfen ins Heilige Land - an der Spitze der Gruppe wird Christoph Kardinal Schönborn aus Wien stehen. Natürlich wurde auch der sehr erfolgreiche Besuch in Israel von Bundeskanzler Dr. Alfred Gusenbauer, anläßlich der Verleihung des Ehrendiploms des Herzliah Interdisciplinary Centers, erwähnt. Die herzlichen Worte, die damals der Bundeskanzler bei der Verleihungszeremonie sprach, waren ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg in die Herzen der Israelis.

Sehr passend und sehr gut gespielt waren die Musikeinlagen: die Geigerin Galina Gloushkin vom Israel Symphony Orchsestra Rishon Le Zion (das Opernorchester) und der Pianist Amir Bechmann (vom selben Orchester) verstanden es die Musik österr. Komponisten zum Gefallen der Gäste gut zu bringen und eine sehr schöne Tanzeinlage wurde von Duo Lena und Stas gebracht, natürlich Johann Strauß Walzer.Beide Künstlerpaare ernteten berechtigten und starken Beifall.

Kulinarisch wurden die Gäste, wie jedes Jahr, sehr verwöhnt: Nicht nur die hervorragenden Frankfurter und Debrezener Würstl (eigens aus Wien eingeflogen) und gutes Bier, sondern auch die wirklich berühmten Wiener Mehlspeisen waren eine wahre Gaumenfreude.

Die israelische Regierung war durch den Minister Isaac Cohen, Minister für religiöse Angelegenheiten im Amt des Ministerpräsidenten, vertreten, der ebenfalls in seiner Ansprache (auf Hebräisch) auf die guten Beziehungen zwischen Österreich und Israel hinwies und dabei den Anteil des Botschafters daran würdigte. Er übergab dem Botschafter auch ein schönes Geschenk im Namen der Regierung. Der Empfang endete mit dem Spielen der beiden Nationalhymnen.

"Ich glaube daß ich im Namen aller Gäste, darunter - natürlich - das diplomatische Korps, sagen kann, daß es uns allen sehr leid tat, von Dr. und Frau Jacqueline Hengl Abschied nehmen zu müssen, daß wir Beiden ihren wohlverdienten Ruhestand gönnen und ihnen für die Zukunft alles Gute und Schöne wünschen."

Peter F. Michael Gewitsch

 
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