Zum Gedenkjahr 2008  

erstellt am
03. 12. 07

 Kalina: ÖVP muss endlich ihre Vergangenheit aufarbeiten
Große Verantwortung lastet auf Molterer – SPÖ hat mit Vergangenheitsaufarbeitung Pionierarbeit geleistet
Wien (sk) - Nächstes Jahr, dem Gedenkjahr 2008, jährt sich zum siebzigsten Mal der Einmarsch der Hitler-Truppen. Das wäre eine gute Gelegenheit für die ÖVP, ihre Vergangenheit zu durchleuchten, und endlich auch die Beiträge eigener Politiker zum Untergang der Demokratie und Errichtung eines faschistischen Ständestaats in Österreich und in weiterer Folge deren Verstrickung ins nationalsozialistische Terror- und Vernichtungssystem offenzulegen, betonte Bundesgeschäftsführer Josef Kalina am 01.12. bei einer Rede der Bundeskonferenz 2007 des Bunds Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer, Opfer des Faschismus und aktiver Antifaschisten. Es lastet eine große Verantwortung auf ÖVP-Vorsitzendem Molterer, so Kalina weiter.

Die SPÖ habe mit der Aufarbeitung ihrer Vergangenheit "Pionierarbeit geleistet" und mit der Durchleuchtung ihrer Parteivergangenheit einen wichtigen Beitrag zum gelebten Antifaschismus geleistet, denn "es geht, will man glaubwürdig bleiben, um Hinschauen und nicht Wegschauen, um Wahrheitsfindung und um das Aufarbeiten der Ergebnisse". SPÖ-Vorsitzender, Bundeskanzler Alfred Gusenbauer hat hier ein weithin sichtbares Zeichen gesetzt, so Kalina.

Auch die ÖVP hätte allen Grund, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten, hielt Kalina fest. Noch immer werde der Beseitiger der österreichischen Demokratie und frühere ÖVP-Bundeskanzler Engelbert Dollfuß von manchen ÖVP-Granden "als Idol gehätschelt". Überdies hänge das Portrait von Dollfuß noch immer in den parlamentarischen Klubräumlichkeiten der ÖVP. Ebenfalls hinterfragenswert sei die Rolle des ehemaligen Staatsvertragskanzlers Julius Raab. So habe Raab als Chef der niederösterreichischen Heimwehren in der Zwischenkriegszeit den Korneuburger Eid mitgetragen, in dem sich die Heimwehren zur Abschaffung der Demokratie, Bekämpfung der Sozialdemokratie und zur Errichtung eines faschistischen Ständestaates bekannt hätten.

 

 Missethon: Kalina ist ein "Brandstifter"
SPÖ stellt das Trennende in den Vordergrund
Wien (övp-pd) - "Kalina ist ein ‚Brandstifter' und zudem ist er völlig ahnungslos. Wie lange kann sich SPÖ-Chef Gusenbauer einen solchen Generalsekretär leisten, der ausnahmslos das Trennende in den Vordergrund stellt", zeigt sich ÖVP- Generalsekretär Hannes Missethon zu den Aussagen Kalinas empört. Die Hetztiraden und "Brandreden" des SPÖ-Geschäftsführers seien auf das Schärfste zurückzuweisen.

"Die ÖVP ist im Konzentrationslager entstanden. Gründungsvater Leopold Figl wurde vom NS-Regime verfolgt und war einer der vordersten Kämpfer gegen die gräuelhafte NS-Herrschaft", konstatiert Missethon. Die Väter des Staatsvertrages Raab und Figl derart zu beschmutzen wie Kalina dies tut, ist eine Beleidigung jener Generation, die unser Land nach dem Schrecken des Zweiten Weltkrieges wieder aufgebaut haben und eine Beschmutzung unseres ganzen Landes. "Genau diese Zeitzeugen berichten uns heute von den schmerzlichen Erlebnissen, mit denen Kalina sich offensichtlich überhaupt noch nie auseinandergesetzt hat", betont Missethon.

"Wir wollen einen gemeinsamen Weg gehen und keinen trennenden. Wir wollen nach dem Vorbild Heinz Fischers und Andreas Khols der Geschichte gedenken", so Missethon abschließend.
 

Wir übernehmen hier Stellungnahmen aller im Parlament
vertretenen Parteien – sofern vorhanden! Die Redaktion

 
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