Gusenbauer: Österreich ist gutes Beispiel für Vereinbarkeit von Wirtschaftsdynamik und sozialer Kohärenz   

erstellt am
04. 12. 07

Bundeskanzler bei "Economist"-Diskussion über Südosteuropa
Wien (bpd) - "Österreich ist ein gutes Beispiel für die Vereinbarkeit von sozialer Kohäsion und wirtschaftlicher Dynamik", so Bundeskanzler Alfred Gusenbauer am Abend des 03.12. bei der "Economist Conference" zum Thema "Österreich und Südosteuropa - Pläne und Chancen österreichischer Unternehmer". Österreich stehe wirtschaftlich gut da, dürfe sich aber "nicht zufrieden zurücklehnen, sondern braucht weiterhin permanent die Bereitschaft zu Innovation", bekräftigte Gusenbauer. Klar sei, dass eine Gesellschaft nur dann zu großen Innovationsleistungen fähig sei, wenn jedes Talent gefördert werde. Daher sehe die Regierung die Verbesserung des Bildungssystems als wichtigste Aufgabe an. Ebenso wie im Bereich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf habe man hier schon wichtige Maßnahmen gesetzt. Auch beim Klimaschutz unternehme Österreich "größte Bemühungen, um das Kyoto-Ziel 2012 zu erreichen", so Gusenbauer, der unterstrich, dass es auch gelte, "Wien als Finanzzentrum auszubauen".

Alle makrowirtschaftlichen Indikatoren, aber auch zahlreiche Studien und Rankings belegten die "gute und solide Entwicklung der österreichischen Wirtschaft", zeigte sich Gusenbauer etwa mit Verweis auf die niedrige Arbeitslosigkeit erfreut. Österreich werde aber nicht den Fehler begehen, sich auf dem Polster des Erfolgs auszuruhen, so Gusenbauer, der klarmachte, dass die Bundesregierung auch zukünftig wichtige Innovationsmaßnahmen setze. Dafür spreche auch der kürzlich veranstaltete große Innovationsdialog, bei dem zentrale Programme und Maßnahmen diskutiert und eingeleitet wurden. Klar sei auch, dass das System der österreichischen Sozialpartnerschaft großen Anteil daran habe, dass es gelingt, eine "Win-Win-Situation sowohl für die Wirtschaft als auch für die Beschäftigten herzustellen". Wichtige Basis des Erfolgs von Österreich sei auch der "soziale Friede", machte Gusenbauer klar.

Befragt zum Thema Fachkräfte verdeutlichte Gusenbauer, dass Österreich hier eine "differenzierte Strategie" verfolge. Oberste Priorität habe die Qualifikation heimischer Arbeitskräfte, erst dann hole man dort, wo es nötig sei, Fachkräfte aus dem Ausland, erläuterte Gusenbauer das Modell der "selektiven Öffnung". Auch im Infrastrukturbereich setze die Regierung "massive Investitionen im Ausmaß von elf Milliarden Euro", unterstrich der Bundeskanzler. Zum Thema Klimaschutz hielt Gusenbauer fest, dass Österreich wesentliche Maßnahmen setze, die aber durch den "Störfaktor des höheren Verkehrsaufkommens" teils konterkariert würden. So sei mit der Ostöffnung auch der Ost-West-Transit stark angestiegen, der LKW-Tourismus in Richtung Österreich trage darüber hinaus das seine dazu bei, dass Österreichs Energiebilanz verbesserungsfähig ist.

Der Bundeskanzler sprach sich in der Diskussion weiters dafür aus, den Westbalkanländern eine Perspektive in Richtung EU zu geben. Kroatien als neu aufzunehmendes Land müsse jedoch verstärkte Anstrengungen unternehmen, um die Aufnahmekriterien rechtzeitig zu erfüllen. Nach Vorbild der skandinavischen Länder plädierte Gusenbauer weiters für eine enge Zusammenarbeit der einzelnen Regionen im Raum Mitteleuropa. Er wünsche sich hier eine "Skandinavisierung von Mittel- und Südosteuropa". Das Engagement Österreichs in Südosteuropa wertete Gusenbauer als äußerst positiv. Vor allem die heimischen Banken hätten die Chance frühzeitig genutzt, so Gusenbauer bei der von Daniel Thorniley ("Economist") geleiteten Diskussion, an der weiters teilnahmen: Erich Hampel (Bank Austria Creditanstalt), Christian Kern (Verbund) sowie Dieter Spranz (Wolf Theiss).
 
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