Kooperation Kärnten – Sarajevo wird ausgebaut   

erstellt am
12. 12. 07

LH Haider: Sarajevo an Euregio anbinden – LR Rohr: Übergabe einer mobilen Luftgütemessstation als Geschenk – LR Martinz: Gemeinsame EU-Programme forcieren
Klagenfurt (lpd) - Die Kooperation zwischen Kärnten und Sarajevo wird ausgebaut. Dazu bekannten sich Landeshauptmann Jörg Haider, Umweltreferent LR Reinhart Rohr sowie EU-Referent Landesrat Josef Martinz am 10.12. Sie hießen eine Delegation aus Sarajevo mit dem stellvertretenden Ministerpräsidenten und Umweltminister des Kantons Sarajevo, Abid Jusic, an der Spitze im Regierungssitzungszimmer herzlich willkommen. Der Delegation gehörten unter anderem auch Murat Ramadanovic vom Außenministerium, Verkehrsminister Mihajlo Krmptic sowie Hypo-Vertreter und Bernard Sadovnik als Präsident der AACC (Alpen-Adria Zentrum für grenzüberschreitende Kooperation) an.

Der Landeshauptmann betonte, dass man die bestehende Kooperation im Umwelt- und Wasserbereich auch auf den Energiebereich unter Mithilfe der Kelag weiter ausdehnen wolle. Auch sollte geklärt werden, ob im Rahmen der Euregio auch der Kanton Sarajevo als Partnerland angebunden werden und damit Vorteile etwa bei EU-Finanzierungen lukrieren könnte. Die Partnerschaften, auch auf der Basis von EU-Programmen, sollten intensiviert werden. Auch in kultureller Hinsicht sollte es, ähnlich dem Beispiel Czernowitz, einen Bildungsaustausch geben, so Haider.

Landesrat Rohr informierte über die Kontakte mit Sarajevo im Bereich der Luftgütemessung. Er sagte, dass für Sarajevo kostenlos eine mobile Luftmessstation zur Verfügung gestellt werde. Diesbezügliche Übergabe-Verträge wurden heute zwischen Rohr und dem stv. Ministerpräsident Jusic unterzeichnet. In Kürze soll die Messstation nach Sarajevo geliefert und aufgestellt werden. Weitere Schritte sollen folgen, so will man mithelfen, ein Luftgütemessnetz aufzubauen. Sarajevo würde enorme Mittel brauchen, um Investitionsvorhaben im Umweltbereich, speziell bei der Wasserver- und –entsorgung durchführen zu können, sagte Rohr. Hier würde es EU-Fördermittel benötigen.

EU-Referent Martinz sagte, dass es im Rahmen von Interreg 4b-Programmen möglich sei, gemeinsame Projekte aufzustellen. Gerade in der E-Wirtschaft könnte etwas Gemeinsames durchgeführt werden, weil Kärnten hier großes Know-how habe. Martinz wies auch darauf hin, dass Sarajevo seit Kurzem im Verbindungsbüro in Brüssel integriert sei.

Der stv. Ministerpräsident Jusic dankte dem Land Kärnten und seinen Repräsentanten für die große Unterstützung, die es auch während des Bosnien-Krieges gegeben habe. Hervorgehoben wurde das große Engagement österreichischer Firmen in Sarajewo, etwa beim Bau von Krankenhäusern oder Sportzentren. Besonders betont wurde die wichtige Rolle der Hypo Group Alpe Adria, die die wichtigsten Projekte finanziert.

Der Präsident der Gesellschaft für bosnisch-herzegowinisch-österreichische Freundschaft, Nedzad Ajnadzic, ersuchte um Unterstützung der Gesellschaft zum Nutzen beider Länder. Die Gesellschaft wolle die Kontakte ausbauen und mehr Investoren aus Österreich und Kärnten ins Land holen. Alle unterstrichen die Bereitschaft, die guten Verbindungen auszubauen und die Partnerschaft auf vielen Ebenen zu vertiefen.
 
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