EU verzeichnete 2007 höhere Rindfleischimporte und niedrigere Exporte   

erstellt am
03. 04. 08

Heuer geringere Einfuhren aus Südamerika erwartet
Bonn/Wien (aiz/bmlfuw) - Der EU-Außenhandel mit Rindfleisch entwickelte sich im vergangenen Jahr uneinheitlich: Während die Importe höher als im Vorjahr ausfielen, waren die Exporte geringer. Nach Angaben der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) in Bonn wurden die Rindfleischeinfuhren der EU 2007 um rund 7% auf 550.000 t erhöht. Dazu rechnet man allerdings auch Nebenartikel wie Innereien, Verarbeitungsware und Fleischprodukte sowie den Import von Rindern. Die reine Fleischeinfuhr belief sich auf rund 300.000 t.

Speziell die Gastronomie bedient sich mit südamerikanischer Ware (Roastbeef, Filets, Steakhüften usw.). Im Gegensatz zu den Einfuhren wurden die Ausfuhren um 15% auf rund 250.000 t verringert. Als Exporteur verlor die EU in Russland Marktanteile an Brasilien. Die EU führt vor allem Verarbeitungsfleisch aus.

Im heurigen Jahr dürften die Rindfleischeinfuhren der Europäischen Union kleiner als im Vorjahr ausfallen. Die wichtigsten Lieferanten - Brasilien und Argentinien - werden laut ZMP ihre Vorjahresmengen unterschreiten. Brasilien kann die von der EU geforderten Bedingungen in der Qualitätssicherung und Rückverfolgbarkeit nur zum Teil erfüllen. Daher dürfte die Vorjahresmenge von 360.000 t verfehlt werden. Im Vorjahr kamen rund zwei Drittel der EU-Rindfleischimporte aus Brasilien. Die argentinischen Lieferungen sind durch die sogenannte "Hilton-Quote" begrenzt. Zusätzlich hat die Regierung Argentiniens die Exporte beschränkt, da zum Teil nicht mehr genug Ware für den eigenen Markt vorhanden war.

EU- Schlachtrindermarkt: Angebot und Nachfrage weitgehend ausgeglichen
Auf dem Schlachtrindermarkt der EU sind Angebot und Nachfrage derzeit ausgeglichen. Regional gibt es einen leichten Überhang an Jungstieren und eine mögliche Tendenz zu Preiskorrekturen nach unten. Bei weiblichen Schlachtrindern bleibt das Angebot knapp. Auch aufgrund der innerhalb der Union vorgenommenen Milchquotenerhöhung ist die Abgabebereitschaft bei Schlachtkühen gering. In Deutschland werden diese Woche aufgrund des begrenzten Angebots an Schlachtrindern stabile Preise erwartet.

In Österreich ist das Angebot bei Jungstieren leicht steigend und steht einer regeren Inlandsnachfrage gegenüber. Bei weiblichen Schlachtrindern bleibt das Angebot trotz Ende des Milchwirtschaftsjahres knapp und die Nachfrage stabil, meldet die Österreichische Rinderbörse. Die Fleischwirtschaft spricht von einer gedämpften Nachfragesituation im Export, Ausnahmen sind Edelteile, die weiterhin gefragt sind. Bei Schlachtkälbern übersteigt das Angebot nach wie vor die Nachfrage deutlich. Der Notierungspreis für Stiere, Ochsen, Kühe und Kalbinnen bleibt daher in der laufenden Woche unverändert, während er für Schlachtkälber um weitere 20 Cent/kg reduziert wird.
 
zurück