Entwicklung der inländischen Investmentfonds im Jahr 2007   

erstellt am
01. 04. 08

Österreichische Fondsanleger reagierten auf schwieriges Börsenumfeld risikobewusst
Wien (oenb) - Das sehr schwierige Börsenumfeld im Jahr 2007 stimmte die Anleger bei Neuinvestitionen äußerst zurückhaltend. Auch die nur moderat ausgefallenen Kursgewinne von 3,19 Mrd EUR konnten den Nettokapitalabfluss von 6,92 Mrd EUR nur begrenzt kompensieren, so dass das veranlagte Kapital (exklusive „Fonds in Fonds“-Veranlagungen) um 3,74 Mrd EUR bzw. 2,7% abnahm.Ende Dezember betrug das netto in Investmentfonds veranlagte Kapital 137,09 Mrd EUR.

2007 zeigte sich eine kapitalgewichtete durchschnittliche Gesamtperformance aller österreichischen Investmentfonds (Publikumsfonds und Spezialfonds) von nur 1,9% (2006: 4,4%). Dabei verzeichneten Aktienfonds eine positive Performance von 4,2% und Mischfonds ein Plus von 2,0%. Rentenfonds wiesen Kursgewinne von 0,95% auf.

Immobilienfonds konnten sich mit 4,6% dem Sog fallender Immobilienmärkte entziehen und waren, gefolgt von den Aktienfonds und den Alternativen Fonds (+2,3%), die am besten performende Veranlagungskategorie.

Die Anzahl der Kapitalanlagegesellschaften erhöhte sich 2007 um eine Gesellschaft, die Innovest Kapitalanlage AG. Ende Dezember 2007 verwalteten somit 28 Institute mit insgesamt 2.329 aufgelegten Investmentfonds (1.619 Publikumsfonds und 710 Spezialfonds1)) einen Vermögensbestand (inkl. „Fonds in Fonds“ Veranlagungen) von 165,6 Mrd EUR (Ende Dezember 2006: 168,9 Mrd EUR).

Die Unsicherheit auf den Märkten, hervorgerufen durch die von Amerika ausgehende Immobilien- und Kreditkrise und den nicht absehbaren Auswirkungen auf die Wirtschaftsentwicklung, stimmte die Anleger bei Neuinvestitionen äußerst zurückhaltend. Auch die nur moderat ausgefallenen Kursgewinne von 3,19 Mrd EUR konnten den Nettokapitalabfluss von 6,92 Mrd EUR (Nettomittelabfluss von 3,08 Mrd EUR und Ausschüttungen von 3,85 Mrd EUR) nur begrenzt kompensieren, so dass das veranlagte Kapital (exklusive „Fonds in Fonds“-Veranlagungen) um 3,74 Mrd EUR bzw. 2,7% abnahm.

Die vorsichtige Haltung der Fondsmanager zeigte sich in dem hohen Aufbau von Cashbeständen (Guthaben bei in- und ausländischen Banken +2,63 Mrd EUR) während ausländische Rentenwerte (-3,81 Mrd EUR), gefolgt von inländischen Rentenwerten (-2,69 Mrd EUR) und ausländischen Aktien und Beteiligungspapieren (-1,46 Mrd EUR), abgebaut wurden. Das Volumen der österreichischen Aktien nahm mit -0,12 Mrd EUR bzw. -3,0% nur begrenzt ab.

Das Volumen des Immobilien- und Sachanlagenvermögens hat sich hingegen 2007 um mehr als ein Drittel erhöht (+0,45 Mrd EUR bzw. +37%), wobei etwas mehr im Inland als im Ausland investiert wurde.

Die insbesondere im zweiten Halbjahr nachgebenden Aktienmärkte sowie die sehr schwache Entwicklung der Rentenfonds drückten auf die Gesamtperformance. So ergab sich von Anfang Jänner bis Ende Dezember 2007 eine kapitalgewichtete durchschnittliche Gesamtperformance aller österreichischen Investmentfonds (Publikumsfonds und Spezialfonds) von 1,9% (2006: 4,4%). Dabei verzeichneten Aktienfonds eine positive Performance von 4,2% und Mischfonds ein Plus von 2,0%. Rentenfonds wiesen Kursgewinne von 0,95% auf.

Gut entwickelten sich Immobilienfonds, die sich weiter dem Sog fallender Immobilienmärkte entziehen konnten. Sie zeigten eine positive Performance von 4,6% und waren damit, gefolgt von den Aktienfonds und den Alternativen Fonds (+2,3%), die am besten performende Veranlagungskategorie.

Mit einem Anteil von 59,4% (81,41 Mrd EUR) wird die Struktur des veranlagten Kapitals nach wie vor von Rentenwerten dominiert, gefolgt von den Aktien und Beteiligungspapieren mit 20,1% (27,54 Mrd EUR), den ausländischen Investmentzertifikaten mit 11,0% (15,04 Mrd EUR) und den sonstigen Vermögensanlagen mit 8,3% (11,44 Mrd EUR).

Immobilienfonds zeigten per Ende Dezember 2007 ein Veranlagungsvolumen von 1,83 Mrd EUR. Mit 1,67 Mrd EUR waren bereits 92% (Dezember 2006: 80%) des gesamten veranlagten Volumens in Immobilien- und Sachanlagen veranlagt. Der Anteil am Gesamtvolumen aller Fonds betrug 1,2%.

Per Ende Dezember 2007 waren in den übrigen Ländern der Währungsunion (exkl. Österreich) 67,60 Mrd EUR (49,3%), in Ländern der übrigen Welt 39,12 Mrd EUR (28,5%) und im Inland 30,37 Mrd EUR (22,2%) veranlagt.
 
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