Schmied: Berufsmatura bringt Aufwertung der Lehre   

erstellt am
23. 04. 08

Mehr Chancengerechtigkeit, "mehr Geld ins Klassenzimmer" und mehr Qualität zentrale Anliegen
Wien (bmukk) - Mehr Chancengerechtigkeit im Bildungssystem, "mehr Geld ins Klassenzimmer" sowie eine Steigerung der Qualität seien ihre zentralen Ziele in der Bildungspolitik, erklärte Bildungsministerin Claudia Schmied am 23.04. im Pressefoyer vor dem Ministerrat. In dem Zusammenhang verwies Schmied auch auf einen heutigen Ministerratsvortrag zur Berufsmatura. Die Berufsmatura führe zu einer Aufwertung der Lehre, und parallel zur Lehrlingsausbildung soll es möglich werden, sich österreichweit auf die Matura vorzubereiten. "Das heißt klare Aufwertung der Lehre und das heißt auch: Bildung darf nicht in der Sackgasse enden", so Schmied.

Jedes Kind müsste Zugang zu Bildung haben, Bildung dürfe nicht vom Einkommen abhängig sein, so die Ministerin. Ein weiteres wichtiges Anliegen sei ihr, dass "mehr Geld in die Klassenzimmer kommt". Dies sei eine der wesentlichsten Aufgaben der Verwaltungsreform, dass hier ein Ressourcenanstieg stattfindet. Zur Steigerung der Qualität an den Schulen solle auch die "Matura Neu" beitragen, führte Schmied aus.

Als weiteren Punkt nannte die Ministerin die Lehrerausbildung. Zwischen 2012 und 2020 würden 50 Prozent der MitarbeiterInnen, das sind rund 60.000 LehrerInnen, in Pension gehen. Man müsse daher sehr behutsam über die Zukunftsentwicklung bei der Lehrerausbildung nachdenken. Ein großer Schritt in die richtige Richtung wäre die Schaffung eines gemeinsamen einheitlichen Dienstrechtes. Gerade zum Start der pädagogischen Hochschulen wäre ein guter Zeitpunkt, hier die notwendigen Vorbereitungen zu treffen. "Es muss unser großes Anliegen sein, mehr Menschen - vor allem auch Männer - für den Lehrberuf zu begeistern."

In der Frage der Sprachförderung zeigte sich Schmied zuversichtlich, dass im September mit dem Pilotjahr gestartet werden kann. Die Regierung habe hier die entsprechenden Grundlagen ausgearbeitet. Zwar hätten noch nicht alle Bundesländer die 15a-Vereinbarung unterschrieben, aber man sei voll im Plan.

Sie werde im Sinne der jungen Menschen und auch der Eltern hartnäckig daran arbeiten, dass diese Projekte umgesetzt werden, versprach Schmied. Aus Sicht der Ministerin sei ein gewisser Paradigmenwechsel in der bildungspolitischen Diskussion wahrzunehmen. "War es am Beginn sehr ideologisch besetzt, so habe ich jetzt den Eindruck, dass wir doch mehr faktenbasiert argumentieren und die Kinder und jungen Menschen im Mittelpunkt aller bildungspolitischen Überlegungen stehen."
 
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