Historisches Archiv der Bank Austria feierlich eröffnet   

erstellt am
21. 05. 08

Erstes öffentlich zugängliches Bankarchiv in Österreich nach internationalem Vorbild Rückblick auf 153-jährige Bankengeschichte der Bank Austria und Vorgängerinstitute
Wien (bank austria) - Im Rahmen eines Festaktes wird am 21.05. mit dem "Historischen Archiv der Bank Austria" das erste öffentlich zugängliche Bankarchiv in Österreich nach internationalem Vorbild eröffnet. Die Bank Austria macht damit ab sofort ihre 153-jährige Unternehmensgeschichte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich und verwaltet nun alle geschichtlich relevanten Dokumente des Hauses und ihrer Vorgängerinstitute - Länderbank, Zentralsparkasse und Kommerzialbank Wien (Z) sowie Creditanstalt-Bankverein (CA) - in einem zentralen Archiv. Mit der Einrichtung dieser Sammlung erweitert die Bank Austria nicht nur das unternehmensinterne Informationsangebot für die MitarbeiterInnen, sondern etabliert auch eine Serviceeinrichtung für einen interessierten Kreis an externen Nutzern wie zum Beispiel Wissenschaftern, Geschichtsforschern, Studierenden oder Medien.

"Über das Historische Archiv der Bank Austria werden wir die österreichische Banken- und Wirtschaftsgeschichte nachhaltig fördern und den Zugang und die Einsichtnahme in Quellenmaterial zur Geschichte des Hauses für zukünftige Forschungen ermöglichen", stellt Erich Hampel, Vorstandsvorsitzender der Bank Austria, in seiner Eröffnungsrede fest: "Es ist uns als erste österreichische Bank die Umsetzung eines derartigen Projekts gelungen. Wir nehmen hierdurch auch eine nationale Vorbildwirkung wahr, um in Österreich ein stärkeres Bewusstsein zur Bedeutung von Banken- und Unternehmensarchiven, wie sie bereits in England, Deutschland und anderen europäischen Ländern besteht, zu schaffen."

3.000 Laufmeter österreichischer Bankengeschichte von 1855 bis 1970
Auf einer Länge von 3.000 Laufmetern - oder umgerechnet etwa 30.000 Archivkartons mit Schriftgutbeständen, Fotos, Plakaten und audiovisuellen Aufzeichnungen auf Dias, Filmen und

Tonbändern - enthält das neu errichtete Bankarchiv zahlreiche historische Dokumente zur Geschichte und Geschäftstätigkeit der Bank Austria und ihrer Vorgängerinstitute von der Gründung der CA im Jahr 1855 bis 1970.

"Das Historische Archiv der Bank Austria ist einer der zentralen bankengeschichtlichen sowie wirtschafts- und industriehistorischen Gedächtnisspeicher Österreichs, beginnend vom 19. Jahrhundert und der ersten Internationalisierung der Weltwirtschaft bis in die Wiederaufbauzeit nach 1945. Auf Basis dieser wertvollen Materialien lassen sich sowohl neue mikro- als auch makrohistorische Studien schreiben, wie die beiden Bände der HistorikerInnenkommission um den leider voriges Jahr verstorbenen US-Spitzenhistoriker Gerald D. Feldman über die Geschichte der Creditanstalt-Bankverein, Länderbank und Zentralsparkasse während der NS-Zeit dokumentieren", erklärt der Historiker und Professor am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien, Oliver Rathkolb, in seiner Festansprache.

Mit der Etablierung eines zentralen Historischen Archivs beweist die Bank Austria auch besonders hohe Transparenz im Hinblick auf die Umsetzung zweier rechtlicher Bestimmungen. Einerseits sieht eine Vergleichsvereinbarung mit österreichischen Holocaustopfern die lückenlose Offenlegung der Bankaktivitäten während der NS-Zeit vor, was mit der Publikation der Endberichte der unabhängigen HistorikerInnenkommission der Bank Austria und dem Zugang zu den Forschungsunterlagen bereits seit November 2006 geschieht. Andererseits stellt eine Denkmalschutzbestimmung des österreichischen Staatsarchivs aus dem Jahr 2001 im Namen des öffentlichen Interesses Akten von 1933 bis 1967 von 74 Banken und Unternehmen unter Schutz, in der auch die Vorgängerinstitute der Bank Austria genannt sind.

Bank Austria: Nachhaltige Wissensvermittlung und Geschichtsverantwortung
Die Errichtung des Historischen Archivs ist auch in engem Zusammenhang mit sämtlichen Nachhaltigkeitsaktivitäten der Bank Austria zu sehen. In Zeiten des raschen und tiefgreifenden Wandels sind die historischen Erfahrungen eines Unternehmens, das Wissen um gemeinsame Werte und Leistungen für die Bewahrung der eigenen Identität von tragender Bedeutung und eine Grundlage für die erfolgreiche Bewältigung zukünftiger Herausforderungen.

"Durch die Errichtung eines Historischen Archivs nehmen wir eine wesentliche Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft und den nachfolgenden Generationen, aber auch gegenüber unserem Unternehmen, unseren Mitarbeitern und Kunden in verantwortungsvoller Weise wahr und leisten damit einen essentiellen Beitrag in der Vermittlung von Wissenswerten", so Hampel abschließend.

Die Bestände des Historischen Archivs der Bank Austria werden laufend physisch geordnet und technisch erfasst und können im Rahmen der Bestimmungen bis 1945 von allen Interessierten eingesehen werden. Zur Einsichtnahme müssen sich Benutzer vorher telefonisch, per E-Mail oder Fax anmelden und vor dem Zutritt einen amtlichen Lichtbildausweis vorlegen. Da zahlreiche historische Dokumente datenrechtlich geschützte und dem Bankgeheimnis unterliegende Informationen enthalten, muss vor Einsichtnahme ins Archiv von jedem Benutzer eine schriftliche Vertraulichkeitserklärung abgegeben werden.
 
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