Digitalisierungsfonds schüttete im Jahr 2007 8,3 Mill. Euro aus   

erstellt am
20. 05. 08

Förderaktionen für Endgeräte für digitalen TV-Empfang verlängert
Wien (pk) - Der Digitalisierungsfonds hat im Jahr 2007 insgesamt 8,3 Mill. Euro ausgeschüttet. Das geht aus einem Bericht hervor, den die für Medien zuständige Ministerin Doris Bures vor kurzem dem Nationalrat vorgelegt hat. Gefördert wurden unter anderem ein Pilotprojekt für digitales Handy-Fernsehen, der Kauf von Endgeräten für digitalen TV-Empfang sowie ein Projekt zur Erweiterung des interaktiven Angebots des ORF.

Die Förderaktion für MHP-fähige Endgeräte zum Empfang digitaler terrestrischer Programme hätte ursprünglich am 15. Jänner 2007 auslaufen sollen. Sie wurde aber ab September 2007 wieder fortgesetzt, da sich die Abschaltung von analogem terrestrischen Fernsehen in den Ballungsräumen verzögerte und zunächst lediglich 42.000 "Frühumsteiger"-Gutscheine für den verbilligten Erwerb von Set-Top-Boxen eingelöst worden waren. Bis zum Zeitpunkt der Erstellung des Berichts stieg die Zahl der eingelösten Gutscheine schließlich auf 88.660. Die Rundfunk- und Telekomregulierungsbehörde RTR ging davon aus, dass bis zum Ende der zweiten Förderperiode am 31.3.2008 die angepeilten 100.000 KonsumentInnen annähernd erreicht werden.

Ebenfalls verlängert wurde die 2007 gestartete Förderaktion für Kabelkunden. Demnach erhalten die ersten 66.000 Kabelkunden, die auf digitalen Empfang umsteigen, noch bis Ende 2008 beim Erwerb eines entsprechenden Empfangsgeräts mit MHP-Funktionalität einen Zuschuss von je 60 Euro. An der Förderaktion nehmen 17 Kabelnetzbetreiber teil, bis zur Berichtserstellung wurden 12.376 geförderte Set-Top-Boxen verkauft.

Der Testbetrieb für digitales Handy-Fernsehen im DVB-H-Standard, der von einem Konsortium bestehend aus Hutchinson 3G Austria, Mobilkom Austria, ORF, ORS, Siemens und der Fachhochschule Salzburg durchgeführt wurde, wurde im Juni 2007 beendet. Insgesamt hatten bis zu 400 Handybesitzer die Möglichkeit, in Wien und Salzburg mehrere herkömmliche TV- und Radioprogramme, aber auch spezielle "made for mobile"-Formate und einen Programmführer zu empfangen. Der DVB-H-Testbetrieb lieferte die Grundlage für die im September 2007 erfolgte Ausschreibung für eine Multiplex-Plattform für terrestrisches Handy-TV.

Ebenfalls durch den Digitalisierungsfonds gefördert wurden verschiedene von der RTR in Auftrag gegebene Studien und Evaluierungen sowie ein TV-Spot zur Bewerbung von Multitext.

Generelles Ziel des Digitalisierungsfonds ist es, den Übergang zum Digitalfernsehen zu beschleunigen. Zu diesem Zweck können Pilotversuche und Forschungsvorhaben zur digitalen Übertragung von Rundfunkprogrammen und die Entwicklung von speziellen Programmen für digitalen Rundfunk mit interaktivem Zusatznutzen gefördert werden. Aber auch Förderungen für die Anschaffung von Endgeräten und für Rundfunkveranstalter zur Erleichterung des Umstiegs von anaolger auf digitale Übertragung sind möglich.

Dotiert war der Fonds im Jahr 2007 mit 6,74 Mill. Euro, zusätzlich standen aus den Jahren davor noch Fördermittel im Ausmaß von 9,35 Mill. Euro zur Verfügung. 4,3 Mill. Euro sind für bereits zugesagte, noch nicht ausbezahlte Förderungen reserviert. Gespeist wird der Digitalisierungsfonds aus jenen Teilen der Rundfunkgebühren, die dem Bundesbudget zugute kommen.
 
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