ÖAMTC-Pendler-Umfrage   

erstellt am
04. 06. 08

Bereits 53 Prozent denken über Wohnort- oder Jobwechsel nach – Stimmungsbild "Keine Alternativen" - weder beim Job noch beim Verkehrsmittel
Wien (öamtc) - 15 Prozent mehr Pendlerpauschale und 12 Prozent mehr Kilometergeld - ob diese Ausgleichszahlungen tatsächlich ab 1. Juli gelten werden, steht nun wieder in den Sternen. Eine Online-Umfrage des ÖAMTC unter 1.000 österreichischen Autopendlern zeigt, wie dringend ein rascher Beschluss und weitere Hilfestellungen für die Pendler sind. Die Belastungen sind schon so hoch, dass bereits 53 Prozent der befragten Pendler darüber nachdenken, Wohnort oder Job zu wechseln. "Das ist alarmierend", sagt die Verkehrswirtschaftsexpertin des Clubs, Elisabeth Brandau. "Zumal die realen Chancen für diese Lebensveränderungen sehr gering sind." Das sehen auch die Befragten so: Nur sieben Prozent sind tatsächlich optimistisch, dass z.B. ein Jobwechsel auch gelingt. "Es gibt weder Ausweg noch Alternativen", bringt es die ÖAMTC-Expertin auf den Punkt.

Denn auch der Umstieg auf Öffis ist keine realistische Alternative für die Pendler. Über zwei Drittel klagen über gar keine oder nur unzureichende Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. "Vor allem der wesentlich höhere Zeitaufwand kommt immer wieder als Argument", sagt die ÖAMTC-Expertin. 39 Prozent geben außerdem an, dass sie außerhalb der regionalen Öffi-Betriebszeiten arbeiten müssen. Diese Probleme betreffen vor allem ländliche Regionen, wo die Entfernungen größer und die Öffi-Netze wenig dicht sind. Der Leidensdruck und die Bereitschaft zur Veränderung des Pendlerdaseins wachsen mit der Distanz zum Arbeitsplatz. Ab einer Entfernung von 76 Kilometern steigen die Überlegungen deutlich, ob und wie man seine Lebenssituation verändern kann.

Bei den Befragten zeigt sich, dass vor allem jene Menschen, die bereits länger im Berufsleben stehen, mit wachsenden Sorgen zu kämpfen haben. "Die ab 40-Jährigen sehen kaum Möglichkeiten, auf die steigenden Belastungen zu reagieren", sagt die ÖAMTC-Expertin. "Der Arbeitsmarkt lässt wenig bis keinen Spielraum, die Familien leben in sozialen und räumlichen Netzwerken, die sich nicht so einfach zerreißen lassen." Etwas positiver beurteilen jüngere Pendler die Situation. Am gelassensten sind naturgemäß die Großstädter, die mehr Alternativen haben. "Das zeigt deutlich, dass es für ein Gros der österreichischen Pendler nicht um die oft geforderte Verhaltensänderung geht, sondern um grundlegende existentielle Fragen", stellt die ÖAMTC-Expertin klar. "Das darf die Politik nicht einfach so vom Tisch wischen. Die derzeit in Aussicht gestellten Erhöhungen von Pendlerpauschale und Kilometergeld sind ein erster Schritt, lösen das Problem aber keinesfalls."

16 Prozent der Befragten erhalten gar keine Ausgleichsmaßnahmen
15 Prozent mehr Pendlerpauschale und 12 Prozent mehr Kilometergeld - bei realen Spritpreis-Steigerungen von 30 Prozent ein Tropfen auf den heißen Stein, und das nicht einmal für alle Betroffenen. 43 Prozent der Befragten beziehen die große Pendlerpauschale, 37 Prozent die kleine, nur drei Prozent Kilometergeld und gleich 16 Prozent gar keine Ausgleichsmaßnahmen. Gleichzeitig steigen die Belastungen unaufhörlich. "Zeit zu handeln", mahnt die ÖAMTC-Expertin rasche Beschlüsse und weitere Maßnahmen seitens der Politik ein.

ÖAMTC-Protest: Stopp dem Spritpreis-Wahnsinn: Der Club fordert alle Autofahrer auf, gegen den Spritpreis-Wahnsinn zu protestieren. Auf der Homepage des Clubs ( www.oeamtc.at ) kann man seine Protestunterschrift abgeben und im Online-Forum mitdiskutieren. Bereits rund 67.000 österreichische Autofahrer haben mit ihrer Stimme ihren Protest kundgetan, die Zahl der Unterschriften steigt minütlich. Den aktuellen Unterschriftenstand macht ein Zähler auf der Homepage des Clubs transparent.
 
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