Recht friedlicher Verlauf der EURO 2008  

erstellt am
11. 06. 08

 Platter: Positiver Verlauf der ersten Spieltage für die Polizei
Völkerverbindender Gedanke der EURO 2008 wurde spürbar
Wien (övp-pk) - Die ersten Spieltage der EURO 2008 verliefen für die Polizei positiv. Unsere Strategie hat sich in den letzten Tagen auch in Hinblick auf die internationale Zusammenarbeit bestens bewährt, resümierte Innenminister Günther Platter am 11.06. Der völkerverbindende Gedanke dieser Europameisterschaft sei deutlich spürbar, so Platter weiter.

Die Sicherheit konnte an allen Spieltagen und in allen Bundesländern bestens gewährleistet werden. Einzig beim Spiel Deutschland gegen Polen am 8. Juni war es in der Innenstadt von Klagenfurt zu Vorfällen mit Risikofans gekommen. Durch frühzeitiges und verhältnismäßiges Einschreiten hatte die Polizei auch diese Situation unter Kontrolle und konnte weitere Ausschreitungen verhindern.

Höhepunkt des gestrigen Spieltages war der gemeinsame Marsch von geschätzten zehn- bis zwölftausend fröhlichen Fans aus Schweden in Salzburg. Auch in Innsbruck feierten tausende Fußballfreunde ohne erwähnenswerte polizeiliche Zwischenfälle. Die Tätigkeiten der Polizistinnen und Polizisten beschränkten sich im wesentlichen auf verkehrspolizeiliche Maßnahmen sowie auf Hilfestellungen für die Fans, erläuterte Günther Marek, EURO-2008-Koordinator im BM.I-Stab. Im gesamten Bundesgebiet verfolgten gestern mehrere hunderttausend Fans die Spiele live in den Fanmeilen und den Public-Viewing-Bereichen mit.

Bei insgesamt 500.000 Fans gab es in den ersten vier Tagen lediglich knapp 250 Festnahmen, wie zum Beispiel wegen Taschendiebstahls oder Ticketfälschung, und rund 300 Anzeigen.

 

 Berger: Justiz auf EURO bestens vorbereitet
Polizei kann bei Raufhändeln schon früher einschreiten
Wien (sk) - Thema im dieswöchigen Ministerrat war auch die Fußball-Europameisterschaft 2008, zu der Justizminister Maria Berger am 11.06. im Pressefoyer festhielt, die Justiz habe sich aber auch auf die EURO "gut vorbereitet". So gebe es im Paragraph 91 eine neue Strafbestimmung, wonach "Raufhändel nunmehr schon strafbar sind, wenn es noch nicht zu Körperverletzungen gekommen ist".


Polizei kann bei Raufereien schon früher eingreifen
Durch die Einführung der neuen Strafbestimmung könne die Polizei jetzt früher eingreifen - nämlich schon "bei den ersten Anzeichen von Raufereien", so die Justizministerin, die weiters unterstrich, dass es während der EURO in den Spielstädten auch zu Journaldiensten von zusätzlichen so genannten "EURO-Staatsanwälten" kommt. Erfreulich sei auch, dass "wir kaum Einlieferungen in die Justizanstalten haben", so Berger. So habe man beispielsweise in der Justizanstalt Josefstadt 100 Plätze freigeräumt. Am letzten Wochenende habe es aber nur 14 Einlieferungen gegeben, die aber nichts mit der EURO zu tun hatten. Auch liege man sogar "unter den Einlieferungszahlen, die wir normalerweise für ein Wochenende zu verzeichnen haben", zeigte sich die Justizministerin erfreut.

Außerdem befinden sich auch Vertreter von EUROJUST in Wien, so dass sich die Staatsanwälte sofort international austauschen können. In dieser "Drehscheibe der europäischen Justizsysteme" wird das wirksame Vorgehen der zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten bei der Verfolgung schwerer grenzüberschreitender und organisierter Kriminalität koordiniert. Abschließend sei festzustellen, dass die Zusammenarbeit auf Justizebene international sehr gut funktioniert, so Berger.

 

 Königsberger: Grenzkontrollen müssen auch nach der EURO bleiben!
Aktuelle Fahndungserfolge zeigen Notwendigkeit der Grenzsicherung
St. Pölten (fpd) - Bei den, für die Zeit der EURO wieder belebten, Kontrollen an den österreichischen Grenzen wurden zwar bisher keine Fußballrowdys zurückgewiesen, dafür aber bereits beachtliche Erfolge im Kampf gegen die organisierte Ostkriminalität erzielt. So wurde von der Polizei in Drasenhofen ein Straftäter gefasst, in Spielfeld konnte ein serbischer Autodieb auf der Flucht nach Slowenien gestellt werden. Auch mehrere Ausländer mit Aufenthaltsverbot in Österreich gingen den Fahndern ins Netz. "Alles in allem ein klarer Beweis, wie notwendig die Grenzkontrollen weiterhin sind", sagt LAbg Erich Königsberger, FP-NÖ Sicherheitssprecher und selbst Polizist. Er fordert, die Kontrollen auch nach der EURO aufrecht zu erhalten. "Man sieht - wenn man es sehen will - welch enormes Sicherheitsrisiko durch die Schengenerweiterung und Grenzöffnung eingegangen wurde. Büßen müssen unsere Landsleute, die unter der explodierenden Kriminalität leiden". Königsberger: "Die Regierung ist aufgefordert, der Freifahrt für Kriminelle in und aus unserem Land ein Ende zu setzen".

 

Wien: Friedliches "Fußball schauen" ohne Vorfälle
Wien (rk) - Eine locker besetzte Fan Zone Wien, angenehmes Wetter und zwei interessante Partien in Innsbruck und in Salzburg - und nahezu ein lauer Sommerabend für die Einsatzorganisationen. Sowohl die Polizeikräfte als auch die Mitarbeiter der Sanität konnten sich an diesem EURO-Matchtag in Wien durchaus den sportlichen Aspekten des Fußballturniers widmen. Denn bis auf ein paar verteilte Wundpflaster gab es keine Anlässe für ein Einschreiten.

Ebenfalls zufrieden sind EURO-Verkehrskoordination und die Wiener Polizei mit dem Verkehrsaufkommen rund um die Innenstadt. Zwar war die Nachmittagsspitze auf der Umleitungsstrecke durchaus zu spüren, doch wurde die Geduld der Autofahrer nur wenig strapaziert. Knapp 11.000 Fans reisten mehrheitlich öffentlich zur Fan Zone Wien an. Das Public Viewing auf der Kaiserwiese beim Riesenrad entwickelt sich mehr und mehr zum zweiten Renner: Es war in der Pause des zweiten Spiels an diesem Abend bereits zu 80 Prozent ausgelastet.

Bereits zum wiederholten Mal konnten die Wiener Linien mit Zufriedenheit vermelden, dass die dichteren Intervalle offensichtlich für viele ein starker Anreiz zum Umsteigen sind. Für übermorgen, Donnerstag, rechnet man bei den Wiener Linien mit einem ähnlich hohen Passagieraufkommen wie am vergangenen Sonntag beim Spiel Österreich gegen Kroatien. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass es zu einer besseren Entflechtung der unterschiedlichen Verkehrsströme kommt. Zum einen startet die Partie Österreich gegen Polen erst um 20.45 Uhr, zum anderen werden die Fans nach dem Match im Stadion zu einem größeren Teil bereits die Heimreise antreten. Am Sonntag war der Großteil der Matchbesucher nach dem Spiel - dieses hat ja bereits um 18 Uhr begonnen - in Richtung Fan Zone Wien aufgebrochen, um das nachfolgende Match dort mitzuverfolgen. Rund 30.000 Fahrgäste benützten die U-Bahn-Linie U2. Innerhalb von rund 70 Minuten war auch dieser Ansturm bewältigt. Mit der "alten" Straßenbahnlinie 21 hätte es mehr als doppelt so lange gedauert, um alle Fahrgäste in Richtung City zu transportieren, unterstreicht man bei den Wiener Linien.

Nach dem Spielende Griechenland - Schweden machten sich die knapp 13.000 Besucher von der Fan Zone Wien mit den öffentlichen Verkehrmitteln auf den Heimweg. Die Stimmung in der Fan Zone war friedlich, viele Fans genossen den lauen Sommerabend. Auch der Abstrom vom Public Viewing auf der Kaiserwiese beim Riesenrad wurde dank der dichteren Intervalle der Wiener Linien nach Matchende sehr gut bewerkstelligt.

Für die Einsatzorganisationen verlief der Abend insgesamt ruhig.

 

Walter: "Geordneter und ruhiger Verlauf des ersten Spieltags in Innsbruck"
Groß-Einsatz rund ums erste EM-Spiel Spanien gegen Russland in Innsbruck
Innsbruck (lk) - "Seit dem Mittag ist der Führungsstab der Landes-Einsatzleitung in der Landeswarnzentrale des Landhauses in Innsbruck im Beisein von Feuerwehr und Rotem Kreuz eingerichtet gewesen, um 23.15 Uhr konnten wir in den Journaldienst übergehen", so Landes-Einsatzleiter Herbert Walter vom Zivil- und Katastrophenschutz des Landes Tirol als erstes Fazit zur Einsatz-Nacht rund ums erste Vorrunden-Spiel zwischen Spanien und Russland im Innsbrucker Tivolistadion.

"Wir haben regelmäßig Einsatz-Besprechungen abgehalten und hatten eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen allen Einsatz-Organisationen. Insgesamt war es ein geordneter und ruhiger Verlauf des ersten Spieltags. Wir sehen deshalb beruhigt den beiden weiteren Spieltagen am 14. und 18. Juni entgegen."

"Lediglich sieben Versorgungen" verzeichnete laut Einsatzleiter Georg Nikolaidis das Rote Kreuz im Innsbrucker Tivolistadion, wo 73 SanitäterInnen ihren Dienst versahen. "Wenn unsere MitarbeiterInnen aber nicht gebraucht werden, dann ist uns das eigentlich am liebsten", ergänzt Christian Schneider, Bezirksrettungskommandant von Innsbruck.

"Vor allem der Andrang an die regionalen Nightliner und das Nachtzug-Angebot waren an den ersten EURO-Spieltagen stark. Dank der flexiblen Dispo-Busse konnten wir hier schnell reagieren", resümiert Andreas Knapp, EURO-Einsatzleiter des Verkehrsverbunds Tirol. Insgesamt bieten ÖBB, ÖBB-Postbus, Ledermair, ÖVG und IVB während der gesamten EM 540 Zugfahrten und über 7000 Busfahrten mehr an - regionale Nightliner fahren während der ganzen EURO von Innsbruck aus ab 23 Uhr vom regionalen Busterminal am Hauptbahnhof im Stundentakt nach Telfs, Oberperfuss/Ranggen, Axams/Grinzens, Volderau/Stubaital, Sistrans und Schwaz.
 

Wir übernehmen hier Stellungnahmen aller im Parlament
vertretenen Parteien – sofern vorhanden! Die Redaktion

 
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