Österreichische Investmentfonds litten unter dem schwierigen Finanzmarktumfeld   

erstellt am
26. 06. 08

Entwicklung der inländischen Investmentfonds im ersten Quartal 2008
Wien (oenb) - Österreichische Investmentfonds blieben von den internationalen Finanzmarktturbulenzen im ersten Quartal 2008 nicht unberührt. Kursverluste (7,21 Mrd EUR) verstärkt durch sehr vorsichtiges und zurückhaltendes Anlegerverhalten führten zu einer Abnahme des veranlagten Kapitals (exklusive „Fonds in Fonds“-Veranlagungen) von 9,85 Mrd EUR bzw. 7,2%. Ende März betrug das netto in Investmentfonds veranlagte Kapital 127,2 Mrd EUR.

Wenngleich sich derzeit das Finanzmarktumfeld nicht mehr so düster zeigt, errechnete sich für das von Turbulenzen besonders in Mitleidenschaft gezogene erste Quartal eine kapitalgewichtete durchschnittliche negative Gesamtperformance aller österreichischen Investmentfonds (Publikumsfonds und Spezialfonds) von minus 4,6%. Dabei verzeichneten Aktienfonds Kursverluste von 18,9%, Mischfonds ein Minus von 4,9% und Alternative Fonds eine negative Performance von 4,5%. Selbst die sonst so stabilen Geldmarktfonds rentierten in dem besonders schwierigen Finanzmarktumfeld mit -1,8% leicht negativ. Rentenfonds konnten sich mit einem Kursgewinn von 0,26% schwach positiv entwickeln. Die österreichischen Immobilienfonds entzogen sich mit +0,92% weiterhin dem Sog fallender Immobilienmärkte und waren im ersten Quartal die am besten performende Anlagekategorie.

Im ersten Quartal 2008 erhöhten die 28 österreichischen KAGs ihre Angebotspalette um weitere 8 Fonds und verwalteten mit den per Ende März aufgelegten 2.337 Investmentfonds (1.632 Publikumsfonds und 705 Spezialfonds1) einen Vermögens-bestand (inkl. „Fonds in Fonds“ Veranlagungen) von 153,3 Mrd EUR (Ende Dezember 2007: 165,6 Mrd EUR).

Das sehr schwierige Finanzmarktumfeld bescherte den österreichischen Investmentfonds Kursverluste in der Höhe von 7,21 Mrd EUR. Negative Nachrichten und die weiterhin vorherrschende Unsicherheit auf den Märkten stimmten die Anleger in ihren Veranlagungsentscheidungen sehr vorsichtig, sodass sich insgesamt ein Nettokapitalabfluss von 2,64 Mrd EUR bzw. -1,9% (Nettomittelabfluss von 2,03 Mrd EUR und Ausschüttungen von 0,61 Mrd EUR) ergab. Das netto in Investmentfonds veranlagte Kapital (exklusive „Fonds in Fonds“-Veranlagungen) reduzierte sich somit im ersten Quartal um 9,85 Mrd EUR bzw. 7,2% und betrug Ende März 127,2 Mrd EUR.

Fallende Aktienmärkte und die nur schwach positive Entwicklung der Rentenfonds drückten auf die Gesamtperformance. So ergab sich von Anfang Jänner bis Ende März eine negative kapitalgewichtete durchschnittliche Gesamtperformance aller österreichischen Investmentfonds (Publikumsfonds und Spezialfonds) von minus 4,6%. Aktienfonds waren besonders stark in Mitleidenschaft gezogen. Von den insgesamt 471 aufgelegten österreichischen Aktienfonds waren nur 8 positiv und verzeichneten insgesamt einen Kursverlust von 18,9%. Mischfonds wiesen ein Minus von 4,9% und Alternative Fonds eine negative Performance von 4,5% auf. Selbst die risikoarmen Geldmarktfonds rentierten in dem besonders schwierigen Finanzmarktumfeld mit -1,8% leicht negativ. Rentenfonds konnten sich hingegen mit einem Kursgewinn von 0,26% schwach positiv entwickeln. Die österreichischen Immobilienfonds entzogen sich mit +0,9% weiterhin dem Sog fallender Immobilienmärkte und waren im ersten Quartal die am besten performende Anlagekategorie.

Der Vermögensbestand der Investmentfonds verringerte sich im 1. Quartal um 12,4 Mrd EUR. Das betraf vor allem Aktien und Beteiligungspapiere mit einem Minus von 6,5 Mrd EUR gefolgt von Investmentzertifikaten mit -3,7 Mrd EUR und den Rentenwerten mit -3,5 Mrd EUR. Das einzige Veranlagungssegment mit, wenn auch geringen Zuwächsen (+74 Mio EUR bzw. +4,4%), waren Veranlagungen in Immobilien. Der Cash-Bestand wurde um 1,3 Mrd EUR aufgestockt.

Mit einem Anteil von 61,3% (78,0 Mrd EUR) wird die Struktur des veranlagten Kapitals von Rentenwerten dominiert, gefolgt von den Aktien und Beteiligungspapieren mit 16,5% (21,0 Mrd EUR), den ausländischen Investmentzertifikaten mit 10,9% (13,9 Mrd EUR) und den sonstigen Vermögensanlagen mit 9,9% (12,6 Mrd EUR). In Immobilien- und Sachanlagenvermögen war per Ende März 2008 ein Volumen von 1,75 Mrd EUR (1,4%) investiert. Der Anteil an inländischen Aktien und Beteiligungs-papieren beträgt weiterhin nur 2,8% des von Fonds veranlagten Kapitals.

Per Ende März 2008 wurden in den Ländern der Währungsunion (exkl. Österreich) 64,0 Mrd EUR (50,3%), in Ländern der übrigen Welt 32,8 Mrd EUR (25,8%) und im Inland 30,4 Mrd EUR (23,9%) veranlagt.
 
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