Papstorden für Entwicklungshilfe-Pionier Walterskirchen   

erstellt am
24. 06. 08

Wien (pew) - Der kirchliche Entwicklungshilfe-Pionier Friedrich Walterskirchen, der sich seit 45 Jahren für Menschen in den ärmsten Regionen der Welt einsetzt, wurde mit dem Ritterkreuz des päpstlichen Silvesterordens ausgezeichnet. "Ich möchte Friedrich Walterskirchen Dank sagen für seinen unermüdlichen Einsatz vor allem für Afrika", sagte Kardinal Christoph Schönborn bei der Überreichung der Auszeichnung im Wiener Erzbischöflichen Palais.

"Er hat schon als Bub über Afrika gelesen", berichtete der Pottensteiner Pfarrer Rudolf Fleck in seiner Laudatio. Die Lektüre habe bei Walterskirchen nicht nur das Interesse am Abenteuer geweckt, sondern vor allem auch das soziale Engagement erstmals in den Blickwinkel gerückt.

Ab 1963 organisierte Walterskirchen eine "Bolivienaktion", 1971 stand er bei der Gründung des Vereins "Hifa" (Hilfe für Alle) Pate. Zehn Jahre später rief er auch eine Tanzania-Hilfsaktion ins Leben. Mehr als 700 Tonnen Hilfsgüter, von Gebrauchsgegenständen wie Fahrrädern bis zu lebensnotwendigen Medikamenten, wurden dabei in das ostafrikanische Land geliefert. Unter den Hilfsgütern waren 2.000 Tret-Nähmaschinen. Jede dieser Maschinen bildet die Einkommensgrundlage für eine 10- bis 12-köpfige Familie.

Jüngste Initiative ist ein Hilfsprojekt für AIDS-Waisen in Tansania. Walterskirchen fördert dabei ein Hilfsprojekt eines Ordens, bei dem Kinder eine Schulausbildung erhalten und gleichzeitig in ein Kaninchenzuchtprojekt eingebunden sind. Nach dem Unterricht wird den Kindern beigebracht, wie man einen Hasenstall baut und die Tiere versorgt, wobei sich jedes Kind um ein Kaninchen-Pärchen kümmert. Die Tiere stellen für die Kinder eine neue Lebensaufgabe dar; aus dem Erlös der Kaninchen können die Kinder Kleidung, Seife oder Medikamente kaufen.

Für seine umfassende Hilfe für die Menschen in Afrika wurde Friedrich Walterskirchen bereits im Jahr 2001 mit dem Goldenen Ehrenzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet.

Erzdiözese Wien: http://stephanscom.at
 
zurück