Brauner: Forschung und Innovation finden "Stadt"   

erstellt am
02. 07. 08

Wien (rk) - Forschung und Innovation sind für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Wien von zentraler Bedeutung. Basierend auf den Empfehlungen der Wiener Forschungs-, Technologie- und Innovationsstrategie (FTI-Strategie) hat die Wiener Stadtregierung diese Themenfelder unter dem Motto "Forschung findet Stadt" als Schwerpunkt für das 2. Halbjahr 2008 gewählt.

"Wien ist heute als Forschungsstandort auch im internationalen Vergleich sehr gut aufgestellt. Dass in Wien so viel und so hochwertig geforscht wird, kommt in Form von Wirtschaftswachstum, hochwertigen Arbeitsplätzen und steigender Lebensqualität allen Wienerinnen und Wienern zugute," so Vizebürgermeisterin Mag.a Renate Brauner anlässlich der Präsentation ausgewählter Schwerpunktprojekte der nächsten Monate aus ihrem Ressort. Bereits heute arbeiten in Wien rund 35.000 Menschen in der Forschung, mehr als 40 Prozent der österreichweiten Forschungsausgaben werden in Wien getätigt. "Diesen Standortvorteil werden wir mit gezielter Innovations- und Technologiepolitik weiter ausbauen. Denn international können wir nur durch Qualität punkten," so Brauner. Die Forschungsausgaben der Stadt Wien steigen kontinuierlich an. Seit 2004 wurden die F&E-Mittel (im engeren Sinn) um 19 Prozent von 64 auf rund 78 Millionen Euro erhöht.

Dass jeder Euro in Forschung und Technologie gut investiert ist, bekräftigt MMag.a Agnes Streissler, Geschäftsführerin des ZIT, Zentrum für Innovation und Technologie: "Die Rechnungen des WIFO zeigen: Investitionen in Forschung und Entwicklung haben mittelfristig die größten Wachstums- und Beschäftigungseffekte."

Die Palette an Aktivitäten der Stadt im Rahmen des Wiener Forschungshalbjahres ist breit und reicht von Förderwettbewerben über innovative Immobilienprojekte bis hin zum Höhepunkt des Wiener Forschungshalbjahres, dem WIENER FORSCHUNGSFEST 2008. "In den nächsten Monaten wollen wir für alle Wienerinnen und Wiener noch stärker sichtbar machen, dass ihre Stadt nicht nur eine lebenswerte Stadt ist, sondern auch ein internationaler Top- Forschungsstandort von dem alle Menschen in dieser Stadt profitieren", so Wirtschaftsstadträtin Brauner.

Wien forscht und alle Wienerinnen und Wiener profitieren
Wien hat mit einer Forschungsquote von 3,13 Prozent bereits heute das Barcelona-Ziel überschritten und liegt deutlich über dem österreichischen Durchschnitt (2,63 Prozent). Mehr als zwei Milliarden Euro werden in Wien für Forschung ausgegeben - 40 Prozent vom öffentlichen Sektor, 35 Prozent von den Unternehmen und 25 Prozent der Ausgaben kommen aus dem Ausland. 20 Prozent der österreichweit angemeldeten Patente kommen aus Wien. Rund 35.000 Menschen sind in Wien in der Forschung beschäftigt, an den Universitäten, den Kompetenzzentren und in den forschenden bzw. innovativen Unternehmen. Im Spitzenforschungsbereich ist internationale Mobilität sehr wichtig. Allein in den Wiener Kompetenzzentren beträgt der Internationalisierungsgrad 30 Prozent. "Wiener Forscherinnen und Forscher sind im Ausland gefragt und umgekehrt ist es für internationale Top-Leute ein guter Schritt auf der Karriereleiter in Wien zu forschen", sagt Brauner, "das zeigt, wir sind auf einem guten Weg."

FTI-Strategie: Wien soll Forschungshauptstadt Mitteleuropas werden
Wien bekennt sich dazu, eine Stadt der Forschung und Wissenschaft zu sein. Im Herbst 2007 wurde in einem Schulterschluss von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik die Wiener FTI-Strategie vorgestellt. Sie hat zum Ziel Wien als die Forschungshauptstadt Mitteleuropas zu verankern. Unter dem Motto "Wien denkt Zukunft" konnten in den vergangenen Monaten bereits wichtige Projekte erfolgreich umgesetzt werden. Beispielsweise hat das ZIT - Zentrum für Innovation und Technologie - mit "ZIT08 plus" eine neue Richtlinie für die Wiener Technologie- und Innovationsförderung ausgearbeitet, die eine klare Ausweitung des Portfolios und der Zielgruppe darstellt. Ein weiteres zentrales Startprojekt wurde von der Stadt mit dem längerfristigen Impuls- Förderprogramm des Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) spezifisch für die Geistes-, Sozial, und Kulturwissenschaften (GSK) verwirklicht.

Ein Handlungsfeld, das als zentrales Element für die Weiterentwicklung des Forschungsstandortes Wien definiert wurde, war die "Awareness" in der Bevölkerung zu erhöhen. Brauner: "Mit dem Halbjahresschwerpunkt "Forschung und Innovation" wollen wir genau das tun: Die vielen spannenden Initiativen "vor den Vorhang" bringen und so in der Öffentlichkeit mehr Bewusstsein für die zentrale Bedeutung dieser Themen für die positive Entwicklung des Standortes Wien schaffen."

Wiener Forschungshalbjahr 2008
Das Wiener Forschungsfest 2008
Höhepunkt dieses 2. Halbjahrs wird das "Wiener Forschungsfest 2008" sein. Am 11. und 12. Oktober lädt die Stadt alle WienerInnen auf den Wiener Rathausplatz zum großen Forschungsfest. In einem Forschungszelt werden innovative Entwicklungen von Wiener Unternehmen sowie anwendungsorientierte Forschungen in einem abwechslungsreichen und unterhaltsamen Programm vermittelt. Die "Forschungs- und Schauobjekte" zeigen Innovationen und Forschungsergebnisse in den verschiedenen Themenbereichen. Schwerpunkte bilden "Gesundheit, Sport und Umwelt". Präsentiert werden soll dabei auch der Forschungsprozess, der "dahintersteckt". Ziel ist es, einer breiten Öffentlichkeit - ganz speziell auch all' jenen, die sonst nicht so sehr mit Forschungsthemen in Berührung kommen - zu zeigen, welche positiven Auswirkungen "Forschung und Innovation" auch auf das persönliche Leben haben. Rund um das Forschungszelt wird es ein buntes Rahmenprogramm mit Kabarett und Musik für die ganze Familie geben.

Forschungsförderung initiiert Top-Forschung
Wichtiger Baustein der Wiener Technologie- und Innovationspolitik sind die jährlichen themenspezifischen Wiener Förderwettbewerbe. Diese so genannten "Calls" sollen wissenschaftliche, besonders aber auch Projekte der betrieblichen Forschung und Entwicklung in Wien stärken. Im Rahmen des Halbjahresschwerpunktes werden zahlreiche spannende Siegerprojekte präsentiert werden:

Erstes Highlight wird die Präsentation der SiegerInnen des vom ZIT durchgeführten Förderprogramms "Vienna Spots of Excellence - VSOE" sein. Gefördert wird dabei die langfristige Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft.

Spannend werden auch die Ergebnisse des Förderwettbewerbs "Call Vienna Environment 2008", der innovative Entwicklungen fördert, die maßgeblich und nachvollziehbar zum Umwelt- und Klimaschutz im urbanen Raum beitragen.

Der Förderwettbewerb "Call CoOperate Enlarged Vienna 2008" soll weitere Impulse für Wachstum und Innovation durch die gezielte Förderung von Kooperationen setzen. Dabei werden Forschungs- und Entwicklungsprojekte von Wiener Unternehmen unterstützt, die diese in Kooperation mit einem oder mehreren Partnern aus den MOE-Ländern oder mit einer Forschungseinrichtung durchführen.

Der "Call Motion Media Vienna 2008" richtet sich wiederum an innovative Vorhaben im Medienbereich mit dem Schwerpunkt "Bewegtbild". Der Call schließt an die im letzten Jahr mit großem Erfolg begonnene explizite Berücksichtigung des Themas "Medien" in der Wirtschaftsförderung an und ergänzt die diesbezüglichen Initiativen in anderen Bereichen, namentlich den massiven Ausbau des Media Quarter Marx.

In Umsetzung einer Empfehlung der Wiener FTI-Strategie hat der WWTF einen neuen Förderschwerpunkt "Informations- und Kommunikationstechnologie" eingerichtet. Im Rahmen des ersten Projektcalls "Information and Communication Technology" werden mehrjährige wissenschaftliche Projekte im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien gefördert.

Bereits in die dritte Runde geht das Universitätsinfrastrukturprogramm der Stadt Wien. Im Herbst werden die neuen Projekte der Universitäten, die durch die Refundierung der Grundsteuer seitens der Stadt Wien ermöglicht werden, vorgestellt. An die Fachhochschulen richten sich die Calls der Förderstelle MA 27. Projektvorschläge zur Qualitätssicherung und -verbesserung an den Fachhochschul-Studiengängen können dabei zur Förderung eingereicht werden.

Innovative Immobilien für innovative Unternehmen
Einer der wichtigsten Bausteine im dichten Netzwerk aus privaten Forschungsstätten und Universitäten ist der Campus Vienna Biocenter. Insgesamt arbeiten heute mehr als 1.000 WissenschaftlerInnen aus über 40 Nationen am Campus. Derzeit wird massiv ausgebaut: Ein weiteres Büro- und Laborgebäude mit 7.000 m² und einem Gesamtinvestitionsvolumen von 17,5 Millionen Euro wird errichtet. Das Gebäude ist bereits voll vermietet. Am Standort Muthgasse hat sich durch die Ansiedelung verschiedener Institute der Universität für Bodenkultur ein international anerkanntes Zentrum für Biotechnologie in Forschung, Entwicklung und Ausbildung etabliert. In Zusammenarbeit mit der BOKU erfolgt derzeit der Neubau des "Vienna Institute of Biotechnology" und die Einrichtung eines Gerätepools, den die Stadt Wien mit 10 Millionen Euro unterstützt.

Am Gelände des Allgemeinen Krankenhauses der Stadt Wien entsteht derzeit ein hochmoderner neuer Standort des CeMM, des Zentrums für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW)

In der MARXBOX in unmittelbarer Nähe des Campus Vienna Biocenter werden im Sommer die Bauarbeiten für Labor- und Büroflächen nach modernsten und ökologischen Gesichtspunkten beginnen.

Ebenfalls im Sommer ist der Spatenstich für das Media Quarter Marx geplant, wo einem breiten Spektrum an Unternehmen aus dem Medien- und Kreativbereich die Möglichkeit geboten wird, sich zu entfalten und zu vernetzen. Und schließlich wird im Oktober der Umzug von Intercell in seine neue Zentrale gefeiert.

Eine Vielzahl weiterer Aktivitäten aller Ressorts der Wiener Stadtregierung werden diesen politischen Schwerpunkt im 2. Halbjahr 2008 abrunden.
 
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