Jedes zweite österreichische Unternehmen ist "innovationsaktiv"   

erstellt am
09. 07. 08

Wien (statistik austria) - Rund die Hälfte aller österreichischen Unternehmen (50,6%) bezeichnete sich in den Jahren 2004-2006 als "innovationsaktiv": Diese Unternehmen haben entweder neue oder merklich verbesserte Produkte auf den Markt gebracht, neue oder merklich verbesserte Verfahren in ihrem Unternehmen eingeführt oder hatten zum Jahresende 2006 noch laufende Innovationstätigkeiten. Dies zeigt eine Erhebung der Statistik Austria unter 3.500 Unternehmen ab 10 Beschäftigten in den wichtigsten Wirtschaftszweigen.

Unternehmen der Sachgütererzeugung sind "innovativer" als jene in der Dienstleistungsbranche: 53,5% innovationsaktiven Unternehmen in den erstgenannten Wirtschaftszweigen stehen 48,6% Unternehmen mit Innovationstätigkeiten im Dienstleistungssektor gegenüber. Großunternehmen sind innovationsaktiver als kleinere Unternehmen: Während von den Unternehmen mit 10 bis 49 Beschäftigten weniger als die Hälfte (44,0%) innovationsaktiv war, waren es bei den Unternehmen mit 250 und mehr Beschäftigten über vier Fünftel (82,2%). Von den mittelgroßen Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl zwischen 50 und 249 haben in den Jahren 2004-2006 71,1% Innovationsaktivitäten gesetzt.

Mehr Prozess- als Produktinnovatoren
Während 35,8% der Unternehmen in den Jahren 2004-2006 neue oder merklich verbesserte Produkte auf den Markt brachten, waren 39,0% Prozessinnovatoren. Neu oder merklich verbessert wurden bei 22,4% der Unternehmen die Methoden zur Herstellung von Waren oder Dienstleistungen, bei 15,4% die logistischen Verfahren, Liefer- oder Vertriebsmethoden und bei 28,3% die unterstützenden Aktivitäten, die sie für ihre Prozesse und Verfahren implementierten.

Die wichtigsten Arten von Innovationsaktivitäten, die von den Unternehmen im betreffenden Zeitraum gesetzt wurden, waren Weiterbildungsmaßnahmen für Innovationen und der Erwerb von Maschinen und Sachmitteln für Innovationen (jeweils 64% aller innovationsaktiven Unternehmen).

Österreichs Unternehmen erzielten im Jahr 2006 13,6% ihres Umsatzes mit Produktinnovationen, also mit Waren und Dienstleistungen, die in den Jahren 2004-2006 neu eingeführt oder wesentlich verbessert wurden. 6,6% des Gesamtumsatzes 2006 entfiel dabei auf Marktneuheiten, das sind neue Produkte oder Dienstleistungen, die ein Unternehmen als erster Anbieter auf seinem Markt eingeführt hat. Der Umsatzanteil mit innovativen Produkten ist bei Unternehmen der Sachgütererzeugung mit 18,0% höher als bei den Dienstleistungsunternehmen (11,0%).
Eigenes Unternehmen als wichtigste Informationsquelle für Innovationen

Obwohl 38,9% der innovationsaktiven Unternehmen an Innovationskooperationen beteiligt waren, lagen die wichtigsten Informationsquellen für Innovationen innerhalb des Unternehmens oder der eigenen Unternehmensgruppe: 60,1% der innovationsaktiven Unternehmen gaben an, auf diese Art ihre Informationen bezogen zu haben. 47,6% der Unternehmen nannten ihre Auftraggeber und Kunden als Informationsquelle zur Einführung von Innovationen, 28,0% führten ihre Zulieferer und 20,2% ihre Mitbewerber an.

Jedes zweite Unternehmen hat organisatorische Neuerungen eingeführt
50,3% aller Unternehmen gaben an, zwischen 2004 und 2006 organisatorische Neuerungen, das sind neue oder merklich verbesserte Unternehmensstrukturen oder Managementmethoden, eingeführt zu haben. Jedes vierte Unternehmen (25,2%) hat Neuerungen im Marketing eingeführt. 56,0% aller Unternehmen haben zumindest eine dieser beiden Neuerungen eingeführt.
Anteil der innovationsaktiven Unternehmen leicht zurückgegangen

Im Vergleich zur vorangegangenen Innovationserhebung (CIS 4) über die Jahre 2002-2004 ist der Anteil der innovationsaktiven Unternehmen von 52,5% auf 50,6% leicht zurückgegangen, ebenso der Anteil der Produktinnovatoren (von 37,8% auf 35,8%) und der Anteil der Prozessinnovatoren (von 40,4% auf 39,0%). Angestiegen ist allerdings der Anteil von innovativen Produkten am Gesamtumsatz, und zwar von 10,6% auf 13,6%. Die "erweiterte Innovatorenquote" (bei Einschluss der organisatorischen Neuerungen und der Marketingneuerungen) liegt in beiden Erhebungen konstant bei 67%.
 
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