In NÖ gehen täglich zwei Fußballfelder Agrarfläche verloren   

erstellt am
28. 07. 08

St. Pölten (nöwpd) - Niederösterreichs Agrarlandesrat Josef Plank schlägt Alarm: Jedes Jahr gehen im Bundesland über 2.000 Hektar landwirtschaftliche Flächen durch die fortschreitende Verbauung mit Häusern, Gewerbeflächen und Straßen verloren. "Das sind pro Tag durchschnittlich sechs Hektar oder die Größe von zwei Fußballfeldern. Wir müssen mit unseren Ressourcen sorgfältig umgehen, denn den Boden hat man nur einmal zur Verfügung", warnt Plank.

Mit gewisser Besorgnis beobachtet der Agrarlandesrat auch die ca. 130 Almen und Weiden in Niederösterreich, die zusammengerechnet eine Fläche von rund 14.000 Hektar einnehmen und im Sommer bis zu 10.000 Tiere beherbergen. Den Almen drohen Verwaldung und Verbuschung, wenn sie nicht mehr bewirtschaftet werden. Dafür fehlen oft die Arbeitskräfte. "Die Almwirtschaft ist mit sehr viel Arbeits- und Zeitaufwand verbunden. Wer hier beschäftigt ist, muss oft tagelang vor Ort sein. Häufig fehlen aber zeitgemäße Zufahrten zu den Almen und Weiden", bemängelt Plank.

Um die Almwirtschaft, die auch große Bedeutung für andere Bereiche, wie z.B. den Wasserhaushalt, die Jagd oder den Tourismus hat, zu erhalten, hat das Land Niederösterreich 2007 fast 52 Millionen Euro an Ausgleichszahlungen an die 19.000 Bergbauernbetriebe im Alpenvorland, Wienerwald und Waldviertel ausbezahlt. "Ohne Leistungsabgeltung der öffentlichen Hand ist eine Almwirtschaft in Österreich nicht mehr möglich", stellt Plank klar.

In diesem Zusammenhang weist er auch auf die wichtige Rolle der Europäischen Union hin. Durch deren Geldmittel für kofinanzierte Projekte habe die heimische Almwirtschaft nämlich "zusätzliche Perspektiven" erhalten. "Eine Reihe von Leistungsabgeltungen, wie Ausgleichszulage im Berggebiet, ÖPUL und Ökopunkte, Projekte über den Landschaftsfonds, die Initiative ´So schmeckt Niederösterreich´, Aktivitäten des Alm- und Weidewirtschaftsvereins sowie der NÖ Agrarbezirksbehörde, sichern den Fortbestand von Almen und Weiden in Niederösterreich", betont der Agrarlandesrat.

Informationen: http://www.almwirtschaft.com 
 
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