Kinder gegen Gewalt an Kindern   

erstellt am
14. 08. 08

DON QUIJOTE – EIN VORSPIEL lautet der Titel der brandneuen Musiktheaterproduktion des Wiener Vorstadttheater – integratives theater österreichs
Wien (gamuekl) - Soziale Probleme und fanatische, einseitig orientierte Lösungsversuche prägen unser heutiges Weltbild ebenso , wie die Zeit des Ritters von der traurigen Gestalt. Konflikte werden noch immer mit Waffengewalt oder Ignoranz "bewältigt".

Kinder und Jugendliche sind die Schwächsten innerhalb unserer Gesellschaft und damit auch die am stärksten davon Betroffenen. Der Bogen des Missbrauchs spannt sich von Kinderarbeit und Gewalttaten bis zur Unterdrückung. Fundamentalismus und Terror sind uns permanent durch medialen Aufschrei gegenwärtig. Wie aber wirkt sich dies im "Kleinen", im Umfeld von Kindern und Jugendlichen aus? Wenn die "Starken" nicht mehr weiter kommen, lassen sie dann ihr Unvermögen an? Wehrlose aus? Wird die Kinderseele als Kriegsschauplatz irrealer Machtansprüche der Großen missbraucht?

Diese und viele andere Fragen sind der Grund dieser Aufführung. Ein Vorspiel also, das durch Spiel und freie Entwicklung der Phantasie diesen Umständen entgegenwirken soll. Konfliktabbau durch kreatives Miteinander. Kinderrechte durch Kunst weit über unsere Grenzen hinaus geltend machen. Musik und Schauspiel als Träger einer überaus wichtigen Botschaft.

Diese Theaterarbeit soll nicht im Kampf gegen Windmühlen enden.

Kinder, in (Matador-) Käfigen eingeschlossen, werden mit Gabelstaplern auf die Bühne gebracht. Es gelingt ihnen auszubrechen. Sie genießen die wieder gewonnene Freiheit und erforschen ihre Umgebung. Ein alter Gameboy wird gefunden und als Spielanleitung finden sich darin - neben Bildern - Verse aus Cervantes "Don Quijote". Man beschließt, diese Bilder mit den Elementen des zerstörten Käfigs nachzubauen.

Eine zweite Gruppe von Kindern stößt dazu: die Neuankömmlinge wollen wissen,
welches Spiel hier gespielt wird. Einige sind skeptisch, finden es blöd. Es entsteht Streit und schließlich eine wilde Rauferei.

Mitten in dieser Auseinandersetzung tauchen plötzlich "Fremde" (eine dritte Gruppe von Kindern) auf: fahrende Schauspieler, die im halb aufgebauten und bereits wieder halb zerstörten Bühnenbild die Don Quijote-Geschichte erkennen. Ein Mädchen aus dieser Gruppe tanzt die Geschichte des Ritters von der traurigen Gestalt.

Die ursprünglichen Kontrahenten werden versöhnt, und man beschließt nun
gemeinsam - wenn auch noch immer nicht konfliktfrei - das Bild endgültig fertig zu bauen.

Erschöpft von den Anstrengungen wird schließlich das Bühnenbild - Wirtshaus - besiedelt, es wird getrunken und gesungen. Alle haben schon genug von der alten Geschichte, nur eines der Kinder spielt mit dem Gameboy weiter und plötzlich beginnt sich die Windmühle langsam zu drehen…

Uraufführung: 12. September (19.30 Uhr), weitere Vorstellungen 13. – 17. September 2008

Informationen: http://www.dschungelwien.at/
 
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