"Radio Stephansdom" seit zehn Jahren "on air"   

erstellt am
15. 09. 08

Mit einem großen Festprogramm begeht der Wiener Diözesansender sein 10-Jahres-Jubiläum - Sender erreicht 80.000 Hörer täglich
Wien (pew) - Vor zehn Jahren, am 24. September 1998, ging "Radio Stephansdom" erstmals auf Sendung. Mittlerweile habe sich der Sender zu einem "hoch spezialisierten Klassikradio" entwickelt, das "höchsten Qualitätsansprüchen" gerecht werde, so der Chefredakteur und Geschäftsführer des Radios, Anton Gatnar, im Gespräch mit "Kathpress".

"Radio Stephansdom" geht auf die Initiative des Wiener Erzbischofs Kardinal Christoph Schönborn zurück. Täglich erreicht der Sender rund 80.000 Hörer im Großraum Wien, wöchentlich hat der Sender etwa 220.000 regelmäßige Hörer.

Im Blick auf die weitere Entwicklung des Senders sagte Gatnar, an vorderster Stelle müsse eine Ausdehnung der Empfangsmöglichkeiten in der gesamten Erzdiözese Wien stehen. Darüber hinaus gebe es jedoch auch Überlegungen, über die Grenzen der Erzdiözese hinaus zu expandieren. Hierzu böten sich derzeit die Möglichkeiten der Sendung per Satellit oder über das Internet.

Derzeit übersteige zwar ein Sendebetrieb via Satellit noch die finanziellen Möglichkeiten des Senders, man habe jedoch dank einer technischen Kooperation mit der "Austria Presse Agentur" (APA) eine technische Basis zur Internetübertragung per "livestream" gefunden, die bereits jetzt ein kostenloses weltweites Hörerlebnis in CD-Qualität ermöglicht.

Im Raum stehe außerdem die Idee, "Radio Stephansdom" auch in anderen Diözesen empfangen zu können. Hier wolle man sich jedoch nicht in die Medienkonzepte der jeweiligen Diözesen einmischen, betonte Gatnar, und sich stattdessen darauf beschränken, "bei Bedarf gerne Hilfestellung beim Aufbau eigener Radios zu leisten".

Auch im Blick auf die finanzielle Basis des Senders gebe es noch Entwicklungspotenzial. So stehe der Sender zwar derzeit bereits als Mittel der Öffentlichkeitsarbeit der Kirche auf einem soliden finanziellen Fundament, der Auftrag laute jedoch, eine möglichst hohe finanzielle Eigendeckung zu erreichen, so Gatnar. Derzeit lukriere der Sender rund ein Drittel seines Finanzbedarfs selbst, mittelfristig laute das Ziel jedoch, diesen Anteil auf zwei Drittel auszudehnen, so Gatnar.

Jubiläumskonzert und Gottesdienst
Der Sender begeht sein Jubiläum mit einem umfangreichen und bunten Festprogramm. Den Auftakt bildet ein Jubiläumskonzert am 19. September um 19 Uhr im Brahmssaal des Wiener Musikvereins. Unter dem Titel "Vom Ring zum Gral" zeichnet der Pianist Stephan Mickisch die Entwicklung des religiösen Bewusstseins bei Richard Wagner nach.

Einen weiteren Höhepunkt stellt der Gottesdienst am Mittwoch, 24. September, mit Kardinal Christoph Schönborn im Wiener Stephansdom dar. Unter der Leitung von Domkapellmeister Markus Landerer kommt dabei durch die Wiener Dommusik die "Paukenmessen" von Joseph Haydn zur Aufführung. Beide Programmpunkte werden von "Radio Stephansdom" live übertragen.

Aufbruchstimmung vor zehn Jahren
Im "Kathpress"-Gespräch erinnerte sich Geschäftsführer Gatnar an die "Aufbruchstimmung" vor zehn Jahren zurück. Nachdem das Privatradiogesetz 1997 erstmals auch privaten Initiativen die Möglichkeit gab, einen eigenen Sender zu gründen, begannen im Herbst 1997 die Vorarbeiten für "Radio Stephansdom". Von Beginn an habe die Devise gelautet, ein breit angelegtes Programm bieten zu wollen, "das möglichst viele Menschen anspricht, auch jene, die nicht notwendigerweise kirchennah sein müssen", so Gatnar.

Bestärkt worden sei man damals unter anderem durch den Wiener Alterzbischof Kardinal Franz König. Dieser habe dem Konzept des Senders zugestimmt, ein möglichst breites Publikum anzusprechen. Wörtlich habe der Kardinal gemeint: "Wenn die Menschen nicht mehr zur Kanzel kommen, muss man die Kanzel auf die Markplätze tragen - nicht jedoch die Altäre". Insbesondere diesen Nachsatz führe er immer an, wenn der Wunsch nach einem größeren Anteil an Liturgie oder Gebet im Radio an ihn herangetragen werde, so Gatnar. "Radio Stephansdom" wolle "Anstoß zum Glauben sein", es verstehe sich jedoch "dezidiert nicht als Verkündigungsradio".

Panne beim Sendungsstart
Im Rückblick seien ihm insbesondere die ersten Sekunden in Erinnerung, die sogleich von einer - übrigens nahezu die einzige - Panne begleitet war. So war damals der Initiator des Radios, der Wiener Erzbischof Christoph Schönborn, eigens zum Start ins Studio geladen worden, um dort "symbolisch den Knopf zum Sendestart zu drücken", so Gatnar: "Ich zählte die Sekunden ein, der Kardinal hat auf die Taste gedrückt - doch nichts ist passiert. Wir haben es drei, viermal gedrückt, doch keine Reaktion." Wie sich herausstellte, war ein wichtiges Kabel unterbrochen. Der Fehler war schnell behoben, dann ertönte das große Geläut des Stephansdoms und die Worte Papst Johannes Paul II. gingen auf Sendung: "Ich begleite Radio Stephansdom mit meinem apostolischen Segen".

Terrestrisch ist "Radio Stephansdom" in Wien und Teilen von Niederösterreich auf der Frequenz 107,3 zu hören; über das Internet ist der Sender unter http://live.radiostephansdom.at/ weltweit live empfangbar.

Erzdiözese Wien: http://stephanscom.at
 
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