Schönborn: Pfarrgemeinden müssen offener für Fernstehende werden   

erstellt am
29. 09. 08

Weihe der neuen Kirche im niederösterreichischen Oberrohrbach - Modernes Gotteshaus ist auch eine Einladung an Fernstehende
Wien (pew) - Kardinal Christoph Schönborn hat an die in den Pfarrgemeinden engagierten Gläubigen appelliert, offener für die sogenannten "fernstehenden" Katholiken zu sein. Aus vielen Besuchen wisse er, dass die meisten Pfarrgemeinden sehr lebendig seien, sagte der Wiener Erzbischof am 28.09. bei der Weihe der neuen Kirche in Oberrohrbach im Viertel Unter dem Manhartsberg: "Wir stehen fest im Kreis - allerdings nach innen; da kommt schwer ein Neuer herein". In den Pfarrgemeinden müsse man sich immer wieder fragen, wie das Verhalten gegenüber jenen Menschen sei, die "vielleicht 'Jesus sehen' wollen". Wörtlich sagte der Wiener Erzbischof: "Wir dürfen diesen Menschen nicht den Blick verstellen".

Die neue Kirche in Oberrohrbach - der moderne Kirchenneubau liegt auf einem kleinen Hügel im Weinviertel - sei ein weithin sichtbares Zeichen - und zwar besonders auch für die vielen Menschen, die den Glauben noch nicht gefunden haben: "Dieses Gotteshaus soll eine neue Einladung sein: Kommt zu Jesus!", sagte der Kardinal.

Mit einem Schmunzeln machte der Wiener Erzbischof bei der Kirchweihe den Bürgermeister von Oberrohrbach auf ein derzeit noch fehlendes Hinweisschild zur neuen Kirche aufmerksam. Bis die Hinweistafel aufgestellt sei, wünsche er den Mitgliedern der Pfarrgemeinde, dass sie "die Wegweiser zu Jesus" sind, meinte Kardinal Schönborn.

Moderner Kirchenbau ersetzt alte Notkirche
Die neue Oberrohrbacher Filialkirche - sie gehört zur Weinviertler Pfarre Kleinwilfersdorf - ist der erste Kirchenneubau in der Erzdiözese Wien seit acht Jahren. Das neue Gotteshaus steht an Stelle einer Notkirche, die 1969 aus einem früheren Schafstall entstanden war.

Die dem "Erbarmen Gottes" geweihte neue Kirche hat den Grundriss einer Ellipse. An der Südseite ist die Wand der Ellipse auf der gesamten Gebäudehöhe "aufgebrochen". Durch den dabei entstandenen verglasten Teil der Außenwand strömt Tageslicht. Hinzukommt ein großes Vitrinenfenster, das einen Ausblick auf den Kirchenvorplatz und die dahinter liegende Hügellandschaft bietet.

Im Innenraum dominiert optisch eine helle Holzverkleidung. Im Zentrum stehen Altar und Ambo, die der Bildhauer Otto Lorenz in Form eines umgekehrten Kegelstumpfes gestaltet hat, der Richtung Himmel weist. Beeindruckend für den Kirchenbesucher ist auch das an der Wand hinter dem Altarbereich angebrachte Kreuz.

Die oberösterreichische Künstlerin Silvia Kropfreiter hat für die neue Oberrohrbacher Kirche ein Taufbecken aus Glas gestaltet. Grundmaterial für den Kreuzweg an der Nordseite der Kircheninnenwand ist bemaltes und geätztes Glas. Die einzelnen Kreuzwegstationen des deutschen Malers Tobias Kammerer wurden dabei direkt in kleine Fensteröffnungen eingesetzt.

Der Grundstein für das vom Architekturbüro "Schermann und Stolfa" geplante Gotteshaus war im Oktober 2007 gelegt worden. Insgesamt kostete der Bau 1,4 Millionen Euro. Mehr als 40 Prozent davon finanziert die Erzdiözese Wien, 25 Prozent das Land Niederösterreich, einen weiteren Beitrag liefert die Gemeinde Leobendorf.

Erzdiözese Wien: http://stephanscom.at
 
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