Altbürgermeister Helmut Zilk ist gestorben  

erstellt am
24. 10. 08



Dr. Helmut Zilk
Foto:ORF/Ali Schafler
Altbürgermeister Prof. Dr. Helmut Zilk ist 24.10. in Wien im Wilhelminenspital an Herzversagen friedlich verstorben
Wien (rk) - Altbürgermeister Dr. Helmut Zilk feierte am 9. Juni seinen 81. Geburtstag. Die lange und an Höhepunkten reiche Karriere Zilks gipfelte in der Wiener Kommunalpolitik, als Bürgermeister der Stadt Wien. Zilk übte dieses Amt von 10. September 1984 bis 7. November 1994 aus, bereits 1979 bis 1983 war er Kulturstadtrat. In beiden Funktionen hat Zilk Wien wesentlich geprägt und dazu beigetragen, dass die Stadt eine kulturell lebendige, weltoffene Metropole wurde. Zu den kommunalpolitischen Errungenschaften seiner Ära zählen unter anderem die Fertigstellung des AKH und des SMZ Ost, der Weiterbau der U-Bahn, im kulturpolitischen Bereich u.a. die Eröffnung des Jüdischen Museums Wien. Ein besonders Anliegen war ihm die Bürgernähe, die sich auch im Aufbau des Bürgerservices ausdrückte. Große Initiativen setzte er auch für die Versöhnung der in der nationalsozialistischen Ära emigrierten jüdischen Wiener und Wienerinnen mit ihrer Heimatstadt.

Helmut Zilk wurde am 9. Juni 1927 als Sohn eines Zeitungsangestellten in Wien geboren. In den ersten Nachkriegsjahren unterrichtete er nach der Volks- und Hauptschule als sogenannter "Schulhelfer" (noch vor Abschluss der Lehrerbildungsakademie) im 2. Wiener Bezirk. Nach der Matura studierte er an der Universität Wien Germanistik, Pädagogik, Psychologie und Philosophie. 1951 promovierte er zum Dr. phil., legte 1955 zusätzlich die Lehramtsprüfung für Pädagogik ab, und gehörte dann als Professor dem Lehrkörper der Lehrerbildungsanstalt in der Hegelgasse an.

Dr. Zilk, der sich für die Erwachsenenbildung engagierte, arbeitete ab 1955 auch als Rundfunk- und vor allem als Fernsehjournalist. Er gestaltete zahlreiche Sendereihen und Serien für das Fernsehen, vor allem im Bereich der Jugend- und Bildungsarbeit, und gründete das Schulfernsehen in Österreich. Zilk setzte sich außerdem besonders für den Ausbau des sogenannten "Technischen Versuchsprogramms", des späteren 2. Programms, ein.

Von 1967 bis 1974 war Dr. Zilk Programmdirektor. In dieser Zeit wurden das Farbfernsehen eingeführt, das 2. Programm ausgebaut und den Kulturprogrammen breiter Raum gegeben. Besonders populär wurde Zilk durch die Diskussionssendereihen "In eigener Sache", "Stadtgespräche" und "Auslandsecho", für die er auch journalistische Preise erhielt.

Zwischen 1974 und 1979 arbeitete Dr. Zilk als Ombudsmann der Kronen-Zeitung. 1979 wurde er vom Wiener Gemeinderat zum Amtsführenden Stadtrat für Kultur und Bürgerdienst gewählt und übte dieses Amt bis 1983 aus. Im Mai 1983 wurde er als Bundesminister für Unterricht und Kunst in die damals neugebildete österreichische Bundesregierung berufen. Als Anfang September 1984 die Bundesregierung umgebildet wurde und der bisherige Bürgermeister Leopold Gratz das Amt des Außenministers übernahm, wurde Dr. Helmut Zilk zum Bürgermeister und Landeshauptmann von Wien gewählt. Er übte diese Funktion bis November 1994 aus.

In seiner Zeit als Kulturstadtrat gewann die Stadt Wien viel Farbe und kulturelle Vielfalt. Mit zahlreichen Neuerungen setzte er Schwerpunkte im kulturellen Jahresablauf, die Wien neben seinen Stärken als Musik- und Theaterstadt auch als Stadt der Literatur, der bildenden Kunst, der Wissenschaft und der Populärkultur neu positionierten. Als Bürgermeister war ihm die Öffnung der Stadt im Inneren zu einem respektvollen Miteinander aller Bürger und zur Entprovinzialisierung des Denkens, wie auch nach außen im Sinne einer neuen Stadtaußenpolitik ein besonders Anliegen. Er förderte schon früh die Beziehungen zum mittelosteuropäischen Raum und setzte auch jene Schritte und Gesten, die für eine Entspannung des Verhältnisses der Stadt mit ihren emigrierten jüdischen Bürgern notwendig waren. Zilk initiierte die Errichtung des Denkmals gegen Krieg und Faschismus von Alfred Hrdlicka auf dem Albertinaplatz und die Neugründung des Jüdischen Museums Wien. Große kommunalpolitische Leistungen wie der Weiterbau der Wiener U-Bahn, die Fertigstellung der Abwasserentsorgung Simmering und der Wiener Großspitäler AKH und SMZ Ost fallen in seine Ära. Der Aufbau des Bürgerservices und die Dezentralisierung und Stärkung der Bezirke brachten bedeutende strukturelle Verbesserungen im Sinne der Bürgernähe.

Am 5. Dezember 1993 wurde er bei einem Briefbombenattentat an der Hand schwer verletzt. Seit seinem Ausscheiden aus der Kommunalpolitik ist Dr. Zilk nach wie vor in verschiedenen Funktionen im wirtschaftlichen und medialen Bereich aktiv, so unter anderem als Ombudsmann der Kronenzeitung und mit seiner Gesprächsreihe im ORF "Lebenskünstler". Vielfach geehrt erhielt er mit der Ehrenbürgerschaft der Stadt Wien 1995 die höchste Auszeichnung der Stadt.

In memoriam Dr. Helmut Zilk änderte der ORF sein Programm: ORF 2 zeigte eine 28-minütige Sonderausgabe der "ZiB" und eine verlängerte Ausgabe der "ZiB" um 13.00 Uhr. In der Sondersendung um 11.00 Uhr kamen unter anderem Bundespräsident Heinz Fischer, Bundeskanzler Alfred Gusenbauer sowie der Wiener Bürgermeister Michael Häupl zu Wort. Live-Gast im Studio war der ehemalige ORF-Generalintendant Gerd Bacher. Durch die Sendungen führte Stefan Gehrer.

 

Bundespräsident Heinz Fischer
Wien (hofburg/apa) - Mit "größter Betroffenheit" hat Bundespräsident Heinz Fischer auf den Tod des früheren Wiener SP-Bürgermeisters Helmut Zilk reagiert: Der 81-jährig Verstorbene sei ein Vollblut-Wiener, Vollblut-Österreicher und Vollblut-Politiker gewesen, "der poltern, aber auch zuhören konnte", so Fischer in einem ORF-Fernsehinterview am 24.10. In seiner Funktion als Stadtoberhaupt habe Zilk Wien geprägt und zum Positiven verändert. Zilk habe als Wiener Bürgermeister den Höhepunkt seines Wirkens erreicht: Es sei sein Vermächtnis, "dass Wien so ausschaut wie jetzt". "Er hat diese Stadt geliebt", betonte der Bundespräsident. Kennzeichnend für den ehemaligen SP-Politiker sei dessen Pflege des Dialogs, sein Blick über die Grenzen sowie seine Offenheit gewesen, mit der er auf Menschen zugegangen sei, so Fischer.

 

Bundeskanzler Gusenbauer
Peking (bpd) - "Helmut Zilk war einer jener großen Menschen, die sich durch Geradlinigkeit und Aufrichtigkeit ausgezeichnet haben. Für ihn galt: Man muß sich zu dem bekennen können, was man wirklich denkt. Das Gewissen war das einzige Regulativ, das für ihn als Menschen und Politiker entscheidend war. Für ihn war aber auch klar, daß man den Mut haben muß, seine Gedanken offen auszusprechen", so Bundeskanzler Alfred Gusenbauer in einer ersten Reaktion auf den Tod von Helmut Zilk.

Helmut Zilk habe sich getraut, die Dinge beim Namen zu nennen. Manchen sei er dadurch auch unbequem gewesen. Aber er habe den Menschen wie kaum ein anderer zugehört und ihre Sprache gesprochen. Das habe ihn in besonderer Weise ausgezeichnet. "Helmut Zilk hat bewiesen, daß er auch in schwierigen Situationen nicht aufgibt. Seine menschliche Größe hat sich vor allem gezeigt, als 1993 ein Briefbomben-Attentat sein Leben veränderte. Wie er mit diesem Schicksalsschlag, seiner schweren Verletzung, umging, hat nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Das gilt ganz besonders für seine selbstlose Bereitschaft zu vergeben", so Gusenbauer.

Helmut Zilk habe unter anderem als Lehrer, Erwachsenenbildner, Fernseh-Programmdirektor, Ombudsmann, Kulturstadtrat, Unterrichtsminister und Bürgermeister von Wien seine Vielseitigkeit unter Beweis gestellt. "Der Aufschwung Wiens und vor allem die gelungene Altbausanierung sind auf sein Wirken zurückzuführen", so Gusenbauer.

"Österreich verliert mit Helmut Zilk einen bedeutenden Menschen, der sich über die Parteigrenzen hinweg für das Wohl der Menschen einsetzte. Über die Landespolitik hinaus hat er über viele Jahre hinweg die Geschicke der Stadt Wien und Österreichs wesentlich mit gestaltet. Helmut Zilk war eine Ausnahmeerscheinung. Er hat sich in der Erinnerung und in den Herzen der Menschen, für die er sich eingesetzt hat, einen besonderen Platz erworben. Wir denken in dieser schweren Stunde besonders an seine Frau und seine Familie", so Bundeskanzler Gusenbauer.

 

Vizekanzler Wilhelm Molterer
Wien (övp-pd) - Betroffen vom Ableben des früheren Wiener Bürgermeisters Dr. Helmut Zilk zeigte sich Vizekanzler Wilhelm Molterer. "Zilk war ein versierter und vorbildhafter Politiker, der über die Parteigrenzen hinweg von seinen Zielen zu überzeugen suchte. Sein bürgernahes politisches Engagement galt nicht nur der Stadt Wien, er setzte sich auch als Unterrichtsminister vehement für Reformen ein. Zuletzt war Zilk auch für die Bundesheerreformkommission verantwortlich, die er mit Kompetenz und großem Einsatz leitete. Für seine Verdienste um die Stadt Wien und um Österreich gilt ihm unser aller Dankbarkeit", sagte Molterer, der auch auf die Verdienste Zilks als Journalist verwies.

Tiefes Mitgefühl gelte jetzt den Angehörigen. "In diesen schweren Stunden sind unsere Gedanken bei der Familie von Helmut Zilk. Sie - und auch ganz Österreich - hat mit Helmut Zilk einen großartigen Menschen, vorbildhaften Politiker und gewissenhaften Journalisten verloren", so Molterer.

 

Nationalratspräsidentin Barbara Prammer
Wien (pk) "Helmut Zilk war ein Politiker von besonderem Format. Er hat durch Jahrzehnte die Politik und das öffentliche Leben auf eine unverwechselbare und sehr eigenständige Art beeinflusst und geprägt. Sein Wirken als Journalist, Bildungspolitiker und Bürgermeister von Wien ist in ihrer seltenen Kombination einzigartig. Sein Tod macht mich betroffen. Meine Anteilnahme gilt seiner Witwe und seinem Sohn." Das erklärte Nationalratspräsidentin Barbara Prammer nach Bekanntwerden des Todes von Helmut Zilk.

Prammer erinnerte an die bildungspolitischen Initiativen, die Zilk als studierter Pädagoge bereits in seinen Funktionen beim Fernsehen ab den 60er Jahren gesetzt habe, vom Schulfernsehen bis zu den "Stadtgesprächen". Für dieses Engagement fand Zilk als Wiener Stadtrat für Kultur und Bürgerdienst ein neues und als Unterrichtsminister ein noch weiteres Betätigungsfeld. Unvergessen werde Dr. Zilk als Wiener Bürgermeister bleiben: "Wien verdankt Helmut Zilk sehr viel", sagte Prammer, "und viele zu Beginn umstrittene Initiativen sind heute nicht mehr wegzudenken. Vor allem aber wird Zilk den Menschen als ein Politiker in Erinnerung bleiben, der ein Herz für alle hatte und für jedes Problem zielstrebig eine Lösung suchte und fast immer auch fand." Diese Eigenschaft habe ihn auch nach seinem Ausscheiden aus der Politik als medialen Ombudsmann zu einer österreichweit präsenten Figur werden lassen. "Eine markante Stimme, die sich stets Gehör zu verschaffen wusste, ist für immer verstummt", schloss Prammer.

 

Werner Faymann, SPÖ-Vorsitzender
Wien (sk) - Tief betroffen über den Tod des früheren Wiener Bürgermeisters Helmut Zilk zeigt sich SPÖ-Vorsitzender Werner Faymann. "Die österreichische Sozialdemokratie verliert mit Helmut Zilk einen ihrer wichtigsten Vertreter und großen Humanisten", würdigt Faymann den Verstorbenen. "Unsere ganze Anteilnahme gilt in diesen schweren Stunden seiner Frau Dagmar Koller und seiner Familie", erklärte der SPÖ-Vorsitzende.

 

Josef Pröll, ÖVP-Bundesparteiobmann
Wien (övp-pd) - Betroffen zeigt sich der gf. ÖVP-Bundesparteiobmann Josef Pröll über das Ableben von Alt- Bürgermeister Dr. Helmut Zilk. "Mit Helmut Zilk verliert Österreich einen Politiker der alten Schule, dem stets das Wohl des Landes und seiner Heimatstadt Wien über alle parteipolitischen Grenzen hinaus ein Anliegen war", so Pröll und weiter: "Österreich verliert mit Helmut Zilk einen Brückenbauer in die Europäische Union, der sich mit besonders viel Engagement für den europäischen Gedanken eingesetzt hat. Mit seiner Volksnähe und politischen Gradlinigkeit hatte er immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Menschen in Österreich - Einer, dem das Wohl der Menschen am Herzen lag."

Zilk war eine der schillernsten Persönlichkeiten der Zweiten Republik - Lehrer, Fernsehjournalist, Unterrichtsminister und Bürgermeister. "Gerade als Unterrichtsminister in den achtziger Jahren setzte er sich mit großem Weitblick und Offenheit für Reformen ein - er führte das Pflichtfach Informatik in den Gymnasien ein", so Pröll.

"Er hat immerzu, mit besonders viel Verantwortung und Feingefühl, für die Weiterentwicklung unseres Landes gearbeitet", so der gf. ÖVP-Bundesparteiobmann und abschließend: "Unsere Anteilnahme und tiefes Mitgefühl in diesen schweren Stunden gehört vor allem seiner Familie."

 

Heinz-Christian Strache, FPÖ-Obmann
Wien (fpd) - Mit großer Trauer und Anteilnahme reagierte heute der Obmann der FPÖ, Nabg. Heinz-Christian Strache, auf die Todesnachricht von Helmut Zilk. Die Republik verliert mit Helmut Zilk einen standhaften Politiker mit Prinzipien und Handschlagqualität, der sich mit viel Elan für das Wohl der Bürger der Stadt Wien aber auch in diesem Land eingesetzt hat. Unser Mitgefühl gilt jedenfalls in dieser traurigen Stunde seiner Familie, alle voran seiner Gattin Dagmar Koller, so Strache abschließend.

 

Stefan Petzner, designierte BZÖ-Bündnisobmann
Wien (bzö) - Als "großen Verlust für Österreich" bezeichnet der designierte BZÖ-Bündnisobmann Stefan Petzner das Ableben des ehemaligen Wiener Bürgermeisters und Unterrichtsministers Helmut Zilk. "Helmut Zilk war ein Politiker und Journalist, der sich immer um die Sorgen der Menschen gekümmert hat. Er hatte für jeden ein offenes Ohr und war das soziale Gewissen der Sozialdemokratie", so Petzner. Zilk sei auch in seinem Beruf als als Journalist für ein modernes Österreich gestanden und habe gerade im ORF prägend gewirkt. Petzner erinnert hier an journalistische Meilensteine wie die Gründung des Schulfernsehens, die Sendungen "In eigener Sache", "Stadtgespräche" und "Auslandsecho", wie auch die Gründung des 2. Fernsehprogramms. Zuletzt habe Zilk mit der Sendung Lebenskünstler immer wieder für Aufsehen gesorgt. Petzner würdigt auch das ungeheure Engagement, das Zilk in seiner Funktion als Ombudsmann in der Kronenzeitung an den Tag gelegt hat.

Auch als Politiker habe Zilk nie ausgegrenzt, sondern parteiübergreifend das Miteinander gesucht. "Für Helmut Zilk ist immer der Mensch im Mittelpunkt gestanden. Er war einer der ersten Politiker, der nicht über die Menschen geherrscht hat, sondern mit den Bürgern gestaltet hat. Mit Helmut Zilk verlieren wir einen großen Österreicher, der die Geschichte der zweiten Republik entscheidend mitgeprägt hat und bis zuletzt eine starke Stimme für mehr soziale Gerechtigkeit gewesen ist. Unser ganzes Mitgefühl gilt in diesen schwierigen Stunden seiner Familie", so Petzner.

 

Eva Glawischnig, Bundessprecherin der Grünen
Wien (grüne) - Ihr "großes Bedauern" drückte die geschäftsführende Bundessprecherin der Grünen, Eva Glawischnig, über das Ableben von Helmut Zilk aus. Glawischnig würdigte Zilk als "prägnante, eindrucksvolle Persönlichkeit". Seine Arbeit als Bürgermeister von Wien, Unterrichtsminister und Ombudsmann stand im Interesse der Menschen und einer sozial gerechteren Gesellschaft. Durch sein Engagement war er über die Parteigrenzen hinweg ein geschätzter, streitbarer aber durch und durch authentischer Politiker.

 

Michael Häupl, Wiens Bürgermeister und Landeshauptmann
Wien (rk) - Tief betroffen und erschüttert zeigte sich Wiens Bürgermeister und Landeshauptmann Michael Häupl auf die Nachricht vom Tod Helmut Zilks: "Helmut Zilk war nicht nur einer der herausragendsten Politiker der Nachkriegsgeschichte, er war auch ein beeindruckender Mensch und vor allem eine Integrationsfigur für die Wienerinnen und Wiener. Ich verliere einen väterlichen Freund und Mentor, der mein Leben weit über die Politik hinaus begleitet hat. Mein tiefes und aufrichtiges Beileid ist bei Dagmar Koller und Helmut Zilks Familie", erklärte Bürgermeister Häupl Freitag Vormittag. Die vielen Verdienste Helmut Zilks in wenigen Sätzen zu würdigen, sei unmöglich. "Sein großer Geist, seine Innovativität, seine Spontanität und seine Originalität werden unvergessen bleiben", ist Häupl sicher - vor allem aber sei Helmut Zilks völkerverbindendes Wirken zu würdigen: "Er war einer der ersten Politiker, der Brücken zu unseren östlichen Nachbarländern gebaut und damit einen der wichtigsten Grundsteine für die Internationalisierung Wiens gelegt hat. Die ganze Stadtregierung ist in tiefer Trauer."

 

Die Jerusalem Foundation trauert um Helmut Zilk
Jerusalem (jerusalem-foundation) - Der frühere Wiener Bürgermeister Dr. Helmut Zilk, am vergangenen Freitag in seiner Heimatstadt im Alter von 81 Jahren verstorben, verbleibt in Erinnerung als ein Freund der Stadt Jerusalem und des Staates Israel.

Eine enge Beziehung, die über politische Zusammenarbeit weit hinausging, verband Helmut Zilk mit Teddy Kollek, dem langjährigen Bürgermeister von Jerusalem und Gründer der Jerusalem Foundation.

In seiner Zeit als Bürgermeister ermöglichte Zilk die ersten Kontakte zwischen den Städten Wien und Jerusalem seit dem Zweiten Weltkrieg. An zahlreichen Projekten in Jerusalem, u.a. der Errichtung des Heinz Nittel Verkehrserziehungs-Parks und des Jerusalemer Lehrerfortbildungsintituts, hatte Zilk entscheidenden Anteil.

Dank der von Zilk in die Wege geleiteten Förderung konnte anlässlich des 90. Geburtstags von Teddy Kollek das erweiterte Freilichtmuseum Ein Yael eingeweiht werden. Zudem überreichte Zilk dem neu eröffneten Herzl-Museum ein Portrait Theodor Herzls.

Sein außerordentlicher Einsatz, auch in Zusammenarbeit mit Landeshauptmann und Bürgermeister Dr. Michael Häupl, ging über die Dauer seiner Amtszeit hinaus und wirkt auch nach seinem Tode fort. Zilks Einsatz in Jerusalem bleibt unvergessen und soll auch im neuesten Vorhaben, dem David Yellin Lehrerausbildungsinstitut, geehrt werden.

Für sein langjähriges Engagement für die Bürger der Stadt Jerusalem wurde Helmut Zilk im Jahre 2006 von der Jerusalem Foundation mit dem Teddy Kollek Award ausgezeichnet.

Unser Beleid gilt besonders seiner lieben Frau Dagmar Koller.

Ruth Cheshin
Internationale Präsidentin der Jerusalem Foundation
     
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