Außenministerin trifft iranischen Ex-Präsidenten Khatami  

erstellt am
28. 10. 08

Plassnik trifft Khatami: "Dialog muss auf belastbarer Vertrauensbasis aufbauen"
Wien (bmeia) - "Ein ernsthafter Dialog der Kulturen und Religionen ist entscheidend, um Auffassungsunterschiede zu thematisieren und gemeinsame Perspektiven zu erarbeiten. Vielfalt und Pluralismus sind keine Gefahren für unsere Gesellschaften, sondern Kraftquellen für Entwicklung, Fortschritt und Frieden. Dazu dürfen wir uns nicht voneinander abschotten, sondern müssen aktiv das Gespräch miteinander suchen", betonte Außenministerin Ursula Plassnik anlässlich ihres Treffens mit dem ehemaligen iranischen Präsidenten Mohammad Khatami. Plassnik würdigte Khatamis Rolle dabei "als Erklärer und Vermittler im Dialog zwischen unseren Kulturen und Religionen."

"Khatami macht deutlich, dass die iranische Gesellschaft nicht monolithisch ist. Er vermittelt ein facettenreiches und differenziertes Bild der iranischen Gesellschaft und der muslimischen Kultur, mit dem wir uns auseinandersetzen müssen", so Plassnik, die auf die Tätigkeit der von Khatami geleiteten Genfer Stiftung "Foundation for Dialogue among Civilizations" verwies, die sich zentraler Fragen des Dialogs annimmt. Hier könnten sich Möglichkeiten für eine zukünftige Kooperation mit dem Iran und der Stiftung Khatamis ergeben, etwa zu Fragen der Förderung der Teilhabe von Frauen im öffentlichen Leben und des Umgangs mit kultureller und religiöser Vielfalt im Zeitalter der Globalisierung.

Plassnik: "Gerade beim Dialog der Kulturen und Religionen kann Österreich eine lange Tradition und anerkannte Expertise als Ort der Begegnung aufweisen. Die von uns gemeinsam mit der Liga der Arabischen Staaten geplante Konferenz "Europe and the Arab World - Connecting Partners in Dialogue" am 17. bis 19. Dezember in Wien wird dies neuerlich sichtbar zum Ausdruck bringen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Stärkung der Rolle der Frau in der Gesellschaft, die Beteiligung der Jugend in Gesellschaft und Politik, die Entwicklung einer gefestigten Zivilgesellschaft sowie der Umgang mit Pluralismus und Diversität."

"Dialog muss auf Vertrauen aufbauen. Ein nachhaltiger und umfassender Dialog mit dem Iran setzt eine belastbare Vertrauensbasis auf beiden Seiten voraus", betonte die Außenministerin. "Dies verdeutlicht die weiterhin ungelöste Frage des iranischen Atomprogramms. Hier ist der Iran bisher eindeutig den Vertrauensbeweis schuldig geblieben. Wir halten weiter an einer diplomatischen Lösung fest, doch muss Teheran die ausgestreckte Hand ergreifen, das Gesprächsangebot konstruktiv aufnehmen und darauf konkret eingehen. Spielen auf Zeit bringt uns einer Lösung nicht näher."
 
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