Bedenken gegenüber Gentechnik  

erstellt am
11. 11. 08

 Bayr: Gentechnik-kritische Forschung muß forciert werden
Studie bestätigt Bedenken gegenüber Gentechnik in Lebensmitteln - EU als Schutzmacht der Konsumenten gefordert
Wien (sk) - "Die massiven Bedenken gegenüber Gentechnik in der Landwirtschaft und in Nahrungsmitteln wurden wieder einmal nachdrücklich bestätigt", so SPÖ-Umweltsprecherin Petra Bayr zu einer vom Gesundheitsministerium veröffentlichten Langzeitstudie. Demnach soll der Verzehr bestimmter Gentech-Maissorten zu einer Organveränderung und einer Senkung der Fruchtbarkeit führen. Angesichts dieser Ergebnisse erachtet es Bayr als notwendig, die gentechnik-kritische Forschung zu forcieren. "Damit hätten wir dann auch schlagkräftige Argumente in der Hand, um etwa bei den Verhandlungen mit der WTO unsere Vorbehalte glaubhaft darzustellen zu können."

Im Vordergrund müsse aber in erster Linie stehen, auf europäischer Ebene Überzeugungsarbeit zu leisten. Denn vor allem die EU-Kommission habe sich in den letzten Jahren leider allzu oft auf die Seite der Gentechnik-Lobbyisten geschlagen. Aufgabe der EU müsse aber sein, als "Schutzmacht der Konsumenten zu fungieren" und geeint deren Interessen gegenüber der WTO zu vertreten. Dazu gehört etwa auch, die Zulassungsvoraussetzungen für GMOs wissenschaftlich seriöser abzuwickeln und aussagekräftigere Langzeitstudien zu verlangen. "Denn zahlreiche Umfragen belegen eindeutig, daß eine breite Mehrheit der europäischen Bevölkerung Gentechnik in den Lebensmitteln entschieden ablehnt", machte Bayr deutlich.

 

 Hofer: FPÖ: Entscheidungsfreiheit für Konsumenten sicherstellen
Kennzeichnung für Fleisch, Milch und Eier von Tieren, die mit GVO gefüttert wurden
Wien (fpd) - Ganz klar für eine Kennzeichnungspflicht für Fleisch von Tieren, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert werden, spricht sich der freiheitliche Umweltsprecher NAbg Norbert Hofer aus. "Einer solchen Kennzeichnung sollen künftig außerdem Produkte, die solches Fleisch enthalten und auch Milch und Eier jener Tiere unterliegen", so der Abgeordnete weiter.

"Der Großteil der weltweit angebauten gentechnisch veränderten Pflanzen ist für die Tierhaltung bestimmt. Die durch den Verzehr gentechnisch veränderter Pflanzen verursachten Gesundheitsrisiken für Tiere, sind aber nach wie vor ungeklärt. Zudem vermutet die Wissenschaft, daß das gentechnisch veränderte Erbgut über Fleisch oder Milch in den menschlichen Organismus gelangen und dort nicht bekannte Effekte auslösen kann", erläutert Hofer.

Da der Großteil der Österreicher den Verzehr gentechnisch veränderter Nahrungsmittel ablehne, sollten die Menschen auch darüber informiert werden, wenn Fleisch, Milchprodukte oder Eier, die am Markt angeboten werden, von Tieren stammen, die mit GVO gefüttert wurden. Um eine solche Kennzeichnungspflicht sicherzustellen, wird Norbert Hofer einen entsprechenden Antrag im Nationalrat einbringen.

 

 Pirklhuber: Langzeitstudie zeigt Notwendigkeit, ausschließlich auf gentechnikfreie Futtermittel zu setzen
Eine europäische Risiko- und Sicherheitsbewertung bei Gentechnikpflanzen muss auf neue Beine gestellt werden
Wien (grüne) -
"Die heute in der AGES-Akademie präsentierte Langzeitstudie zum Einsatz eines Gentechnikmaises der in der EU bereits als Futtermittel zugelassen ist, zeigt wie gefährlich dieser Mais ist, da er bei den Versuchstieren (Mäusen) auf die Fruchtbarkeit und Reproduktionsrate einen statistisch signifikanten negativen Einfluss hat", erklärt der Landwirtschaftssprecher der Grünen, Wolfgang Pirklhuber, der an der Präsentation am 11.11. auch persönlich teilnahm.

"Die bisherige Einschätzung der Grünen, dass die gentechnikfreie Fütterung zu einem Grundstandard in der österreichischen Lebensmittelwirtschaft werden muss, erhält durch diese Studie starken Rückenwind. Die derzeit auf europäischer Ebene laufende Debatte über die Zulassung von gentechnischen Verunreinigungen in Futtermittel, die in Europa nicht zugelassen sind, muss nicht zuletzt im Lichte dieser neuesten Erkenntnisse entschieden abgelehnt werden", fordert Pirklhuber und weiter: "Der österreichische Forschungsansatz dieser Studie sollte im Sinne des Vorsorgeprinzips zum Grundstandard werden für die Bewertung von Gentechnikpflanzen, die als Futtermittel auf europäischer Ebene Verwendung finden.

"Eine europäische Risiko- und Sicherheitsbewertung bei Gentechnikpflanzen muss auf neue Beine gestellt werden", so Pirklhuber, der von der neuen Bundesregierung ein klares Bekenntnis zur Gentechnikfreien Landwirtschaft und gentechnikfreien Fütterung in Österreich erwartet.
 

Wir übernehmen hier Stellungnahmen aller im Parlament
vertretenen Parteien – sofern vorhanden! Die Redaktion

 
zurück