Nestroy-Preise 2008 im Wiener Ronacher vergeben   

erstellt am
24. 11. 08

Burgtheater-Mimin Maria Happel überreichte Donnerstag Abend im Ronacher die Preise für die besten Bühnenleistungen des Jahres
Wien (rk) - Zu einer glanzvollen Gala ins erst kürzlich renovierte Ronacher hatte man anlässlich des "Nestroy 2008" geladen. Und so waren sie fast alle gekommen, um ihre Preise aus den Händen der galanten und stellenweise provokanten Moderatorin Maria Happel zu übernehmen.


Nestroy für Lebenswerk an Peter Zadek
Peter Zadek, dem der Nestroy für sein Lebenswerk zugedacht wurde, konnte aufgrund von Premierenvorbereitungen in Zürich nicht persönlich anwesend sein, ihm wurden jedoch in der Laudatio von Matthias Mattusek bewegende Worte zuteil. Er sei einer, der stets zugleich "drinnen und draußen" sei, nie in dem Verein, der ihn aufnehmen wolle, stets seiner Zeit voraus und trotzdem überall, wo man ihn nicht erwarte. Dieser Preis käme gleichzeitig zu früh und zu spät für einen Mann, der Zeit seines Lebens für das Theater gelebt habe und dem immer noch große Projekte für die Zukunft vorschwebten, erinnerte Mattusek an Zadeks Schaffen in den vergangenen fünf Jahrzehnten.

Bereits zum dritten Mal erhielt Gert Jonke den Nestroy für seine Leistungen als Autor. Er träume den Traum vom Fliegen stets weiter, der für uns alle doch unerreichbar scheine, beschrieb Laudator Joachim Lux, Chefdramaturg des Burgtheaters, den erfolgreichen Autor, der für "Freier Fall" im Akademietheater mit dem Autorenpreis ausgezeichnet wurde.

"Ratten" im Deutschen Theater Berlin ist beste deutschsprachige Aufführung des Jahres 2008
Für seine Inszenierung von Gerhard Hauptmanns "Ratten" im Deutschen Theater Berlin bekam Regisseur Michael Thalheimer die begehrte Trophäe, die er gemeinsam mit dem scheidenden Intendanten Bernd Wilms entgegennahm. Seine aufrüttelnde und berührende Version einer großen Tragödie hatte die Jury überzeugt, diese als die beste Bühnenproduktion des vergangenen Jahres auszuzeichnen.

Der Preis für die beste Schauspielerin ging an Regina Fritsch für die Nawal in "Verbrennungen" am Akademietheater, als bester Schauspieler wurde Markus Hering in gleich drei Rollen geehrt- als "Hermile" in Verbrennungen, Erich in "Freier Fall" und C in "Pool (kein Wasser)", jeweils im Akademietheater. Die beste Nebenrolle gab André Pohl als Alfons in "Der Jüngste Tag" im Theater in der Josefstadt. Als bester Regisseur wurde Stefan Bachmann für "Verbrennungen" von Wajdi Mouawad am Akademietheater bedacht.


Berührende Würdigung für verstorbenen Georg Staudacher
Für den berührendsten Moment des Abends sorgte ein trauriger Anlass. Autor und Regisseur Volker Schmidt, der den Preis für die beste Off-Produktion "komA" in Zusammenarbeit mit dem Gymnasium Rahlgasse in Empfang nahm, erinnerte an seinen Kollegen und Freund, den jungen und ambitionierten Theatermacher Georg Staudacher, der während der Proben zu diesem Projekt unerwartet aus dem Leben geschieden war. Ihm gebühre dieser Preis ebenso und er sähe ganz bestimmt "von einer himmlischen Loge" aus zu, schloss Schmidt sichtlich bewegt.

Die Preise für den besten Nachwuchs und die beste Ausstattung gingen an Sebastian Wendelin für seine schauspielerischen Leistungen im Theater Rabenhof und den Ungarn Viktor Bodó für seine magischen Bilderwelten in "Alice" am Schauspielhaus Graz. Den Spezialpreis erhielt Andreas Beck für den gelungenen und ambitionierten Neustart.
     
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