LH Pühringer für verbesserte Integration in den Schulen   

erstellt am
01. 12. 08

16.200 Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache an Oö. Schulen, 25 Prozent davon mit unzureichenden Deutschkenntnissen
Linz (lk) - 16.271 Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache besuchen im laufenden Schuljahr 2008/2009 die oberösterreichischen Pflichtschulen. In Relation zur Gesamtschülerzahl, die bei über 115.600 liegt, sind das 14,07 Prozent. Von diesen 16.271 Schülerinnen und Schülern verfügen rund 4.700, das sind 4 Prozent, über keine ausreichenden Deutschkenntnisse. Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer spricht sich anlässlich dieser aktuellen Zahlen erneut für die Begrenzung der Zahl der Kinder mit mangelhaften Deutschkenntnissen auf 30 Prozent pro Klasse aus, um für eine verbesserte Integration in den Schulen zu sorgen. Denn nur wenn die Zahl der Kinder mit mangelhaften Deutschkenntnissen eine gewisse Grenze nicht übersteigt, ist Spracherwerb tatsächlich möglich.

An Oberösterreichs Pflichtschulen liegt der Anteil an Schülerinnen und Schülern mit nicht-deutscher Muttersprache bei 14,07 Prozent. Nach den einzelnen Schultypen gereiht ist der Anteil an den oberösterreichischen Volksschulen mit 18,4 Prozent vor den Sonderschulen mit 13,09 Prozent, den Hauptschulen mit 9,73 Prozent und den Polytechnischen Schulen mit 4,84 Prozent am höchsten.

An 266 Pflichtschulen, davon 140 Volksschulen, 89 Hauptschulen, 22 Sonderschulen und 15 Polytechnischen Schulen, liegt der Anteil von Schülerinnen und Schülern mit nicht deutscher Muttersprache über 30 Prozent. In Klasseneinheiten gesprochen wird in 726 Volksschulklassen, in 462 Hauptschulklassen, in 71 Sonderschulklassen und in 35 Klassen der Polytechnischen Schule ein Unterricht abgehalten, an dem 30 Prozent der Kinder nicht Deutsch als Muttersprache haben. "Dies bedeutet noch lange nicht, dass all diese Kinder nicht der deutschen Sprache mächtig sind", unterstreicht Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer, "Diese Zahl ist bedeutend geringerer." So haben von den genannten 16.271 lediglich 4.731 Schülerinnen und Schüler keine ausreichenden Deutschkenntnisse.

Um derartige Konzentrationen zu vermeiden, die sowohl für Schülerinnen und Schüler, die über keine ausreichenden Deutschkenntnisse verfügen als auch für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler nachteilig sein können, spricht sich Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer als Schulreferent des Landes Oberösterreich erneut für die Begrenzung der Zahl der Kinder mit mangelhaften Deutschkenntnissen auf 30 Prozent pro Klasse aus.

"Es geht mir darum, die Integration in den Schulen zu verbessern, um den Schülerinnen und Schülern beste Ausbildungsmöglichkeiten bieten zu können. Damit die zahlreich gesetzten Integrationsmaßnahmen auch wirklichen Erfolg haben können, bringe ich erneut meinen Vorschlag, den Anteil der Schülerinnen und Schülern mit nicht-deutscher Muttersprache und erheblichen Sprachproblemen auf ein Drittel zu beschränken, auf den Tisch. Das ist keine Diskriminierung, sondern ein Vorteil für alle Schülerinnen und Schüler. Denn ohne Sprache ist keine Integration möglich", betont Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer.
Nachdem die Schulen mit einem hohen Anteil von Schülerinnen und Schülern mit nicht deutscher Muttersprache fast ausschließlich im städtischen Raum liegen, kommt es zu keiner weiträumigen "Verschickung" von Kindern, sondern lediglich zu Organisationsmaß nahmen innerhalb eines begrenzten Gebietes. Aufgrund der hohen Qualität der Schülertransporte ist eine verbesserte Aufteilung der Schülerinnen und Schüler mit keinen Härten verbunden.

"Wir brauchen keine Ausländerdiskussion an den Schulen, sondern optimale Modelle für den gemeinsamen Unterricht von Schülerinnen und Schülern mit nichtdeutscher Muttersprache und den österreichischen Schülerinnen und Schülern", betont der Landeshauptmann. "Der von mir skizzierte Weg kann dabei einer unter möglichen sein. Ebenso ist ein noch stärkerer vorschulischer Sprachunterricht unbedingt anzustreben. Wir sollten letztlich so weit kommen, dass jede Schülerin und jeder Schüler bei Schulantritt "gut" deutsch sprechen kann."

In Oberösterreich gibt es insgesamt 575 Volksschulen, 241 Hauptschulen, 57 Polytechnische Schulen und 37 Sonderschulen.
     
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