Bilanzsumme übersteigt erstmals die Billion-EUR-Grenze   

erstellt am
19. 12. 08

Geschäftsentwicklung der österreichischen Banken in den ersten drei Quartalen 2008
Wien (oenb) - Die unkonsolidierte Bilanzsumme überstieg Ende September 2008 erstmals die 1 Billion EUR Grenze. Der Stand der Direktkredite an inländische Nichtbanken belief sich auf fast 300 Mrd EUR. Die Einlagen in Summe (+4,7%) und insbesonders die Termineinlagen (+25,1%) legten deutlich zu. Den Auslandsaktiva von rund 400 Mrd EUR (+13,8%) standen Auslandsverbindlichkeiten von rund 306 Mrd EUR (+11,8%) gegenüber.

Ende September 2008 belief sich die unkonsolidierte Bilanzsumme der österreichischen Banken auf 1.071,08 Mrd EUR (+171,54 Mrd EUR bzw. +19,1%). Maßgeblichen Einfluß auf diese Entwicklung hatte dabei eine durch Umstrukturierungsmaßnahmen zweier Großbanken wesentlich geprägte Dynamik des inländischen Zwischenbankverkehrs.

Der Stand der Direktkredite an inländische Nichtbanken erreichte zum Ende des Berichtsquartals nahezu 300 Mrd EUR, das entsprach einem nicht um Wechselkurseffekte bereinigten Wachstum von +5,2% in den ersten drei Quartalen dieses Jahres. 247,01 Mrd EUR davon waren in EUR denominierte Ausleihungen, wobei deren Wachstum sich auf 3,6% belief. Der Anteil der Fremdwährungskredite an allen Krediten lag Ende September 2008 bei 17,7%, insgesamt expandierten die FW-Kredite in den ersten 9 Monaten ohne Ausschaltung von Wechselkurseffekten um nahezu 14%. Jedoch war die Hälfte dieser relativen Wachstumsrate bloß auf Wechselkurseffekte (Abwertung des EUR gegenüber dem CHF) zurückzuführen.

Der Stand der Einlagen inländischer Nichtbanken Ende des 3. Quartals betrug 270,21 Mrd EUR, dies entsprach einem Wachstum im laufenden Jahr von +12,01 Mrd EUR bzw. +4,7%. Innerhalb der Einlagen war insbesonders die Entwicklung der Termineinlagen hervorzuheben, die Ende September 2008 ein Volumen von 50,89 Mrd EUR (+10,21 Mrd EUR bzw. +25,1%) ausmachten. Bei den Spareinlagen bzw. Sichteinlagen wurden Stände von 148,12 Mrd EUR (+2,00 Mrd EUR bzw. +1,4%) bzw. 71,21 Mrd EUR (-0,3% bzw. -0,19 Mrd EUR) gemeldet. Ende September 2008 verteilten sich die Einlagen auf 54,8% Spareinlagen (-1,8%-Punkte), 26,4% Sichteinlagen (-1,3%-Punkte) und 18,8% Termineinlagen (+3,1%-Punkte).

Die Auslandsforderungen entwickelten sich auf rund 400 Mrd EUR (+13,8%) und die Auslands­verbindlichkeiten auf rund 306 Mrd EUR (+11,8%). Sowohl bei den Auslandsforderungen (+32,26 Mrd EUR) als auch bei den Auslandsverbindlichkeiten (+31,49 Mrd EUR) wurden die größten Veränderungen im Zwischenbankverkehr festgestellt. Das restliche Wachstum bei den Auslandsforderungen entfiel großteils auf das Kreditkundengeschäft (+15,43 Mrd EUR). Durch die unterschiedlichen Volums­entwicklungen in den ersten drei Quartalen 2008 bezifferte sich die unkonsolidierte Netto­forderungs­position österreichischer Kreditinstitute gegen das Ausland auf 93,71 Mrd EUR.

Ende September 2008 betrug das Volumen der Derivativgeschäfte 2.322,45Mrd EUR (+266,19 Mrd EUR bzw. +13,0% gegenüber dem Vorjahresultimo). Der Großteil des Derivativgeschäfts entfiel auf Zinssatz­verträge (75,8% Anteil, -4,4%-Punkte), der Rest entfiel fast ausschließlich auf Wechselkurs-/Goldverträge (23,3% Anteil, +6,4%-Punkte). Das Verhältnis der besonderen außerbilanziellen Finanzgeschäfte zur Gesamtbilanzsumme der österreichischen Kreditinstitute belief sich dadurch auf das rund 2,2-fache (gegenüber dem 2,3-fachen Ende 2007).

Die nach den neuen Bestimmungen von Basel II errechneten unkonsolidierten anrechenbaren Eigenmittel betrugen Ende September 2008 84,41 Mrd EUR, was einer Erhöhung in den ersten neun Monaten von 4,47 Mrd EUR bzw. 5,6% entsprach. Im Vergleichszeitraum 2007 stiegen die Eigenmittel noch um 13,33 Mrd EUR oder 22,1%. Mit 63,51 Mrd EUR entfielen rund 75% der Eigenmittel auf das Kernkapital. Die unkonsolidierte Eigenmittelausstattung in Prozent der Bemessungsgrundlage (solvency ratio) betrug 16,2% (-1,6%-Punkte gegenüber dem Ultimo 2007).
     
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