Leitl: Vorbildwirkung von Managern gerade in schwierigen Zeiten erforderlich   

erstellt am
09. 02. 09

Gehaltsbegrenzung und Bonusentfall bei staatlichen Kapitalspritzen – kein Verständnis, wenn unfähigen Managern, die abgelöst werden, gutes Geld nachgeworfen wird
Wien (pwk) - WKÖ-Präsident Christoph Leitl ist bei der Begrenzung von Managergehältern diskussionsbereit: „Der Vorschlag von US-Präsident Barak Obama, Managergehälter dort zu begrenzen, wo Steuer- und Staatsmittel fließen, um einen Crash abzuwenden, ist auch für Österreich umsetzbar. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass in all jenen Fällen, wo der Staat mit Kapitalspritzen einspringt, um etwa einen Zusammenbruch zu verhindern, Managergehälter begrenzt werden und Bonuszahlungen wegfallen.“ Im Banken-Paket sei bereits festgelegt, dass Bankmanager bei Beanspruchung von Steuergeld auf Bonus-Zahlungen zumindest im ersten Jahr verzichten müssen.

Manager haben gerade in schwierigen Zeiten Vorbildwirkung
Leitl versteht absolut die Kritik an Wallstreet-Bankern in den USA, welche sich noch Bonuszahlungen genehmigten, als die Staatshilfe für ihre Unternehmen bereits angelaufen war: „Manager haben eine Vorbildwirkung gerade in schwierigen Zeiten und insbesondere, wenn es harte Bedingungen in ihren Betrieben gibt.“ Jedes Management müsse selbst entscheiden, wie es seine Vorbildfunktion wahrnehme. Leitl hob dabei etwa den Chef der Vienna Insurance Group, Günter Geyer, hervor, der trotz sehr guter Gewinne auf Bonuszahlungen für den Vorstand verzichtet habe, um seine Mitarbeiter auf schwieriger werdende Zeiten hinzuweisen: „Das verdient Respekt“. Aber auch das VOEST-Management habe als positives Signal trotz guter Bilanzzahlen Managerbezüge gekürzt.

Leitl: "Unfähigen soll kein Geld nachgeworfen werden"
„Null Verständnis“ hat Leitl gegenüber Managern, die ihre Ziele nicht erreichen und abgelöst werden und die dennoch die volle Gage ausbezahlt erhalten: „Solche Verträge darf es in Zukunft insbesondere auch im staatsnahen Bereich nicht mehr geben.“ Der WKÖ-Präsident warnt aber davor, in der jetzigen Gehaltsdebatte das Kind mit dem Bad auszuschütten: „Leistung soll sich auch in Zukunft lohnen. Fähige Manager sollen auch in Zukunft ordentlich bezahlt werden. Unfähigen soll aber kein gutes Geld nachgeworfen werden.“ Fußballer, die ins Tor treffen, erhielten Prämien – für Fehlschüsse gebe es kein Geld. Den in der Regierung angepeilten Entfall der steuerlichen Begünstigung von stock options begrüßt Leitl als Signal in schwierigen Zeiten.
     
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