Schierhuber: Landwirtschaft ist Vorreiter im Kampf gegen den Klimawandel   

erstellt am
05. 02. 09

Österreichs Bauern haben CO2-Ausstoß seit 1990 um 1,3 Mio. Tonnen reduziert
Straßburg (övp-pd) - "Die Landwirtschaft in Österreich und ganz Europa ist von den Folgen des Klimawandels besonders betroffen. Dürre und Wüstenbildungen, wie man sie in Süditalien beobachtet, aber auch unerwartete Regen- und Hagelschauer sowie Überschwemmungen bedrohen die Existenzgrundlage der Landwirte. Die Landwirtschaft ist aber auch Mitverursacher des Klimawandels. Zehn Prozent der globalen Treibhausgase werden in der Landwirtschaft produziert. Gleichzeitig spielt die Landwirtschaft aber auch eine Vorreiterrolle im Kampf gegen dieses Phänomen", sagte Österreichs Bauernvertreterin im Europäischen Parlament, ÖVP-Europaabgeordnete Agnes Schierhuber, in der Plenardebatte über den Abschlußbericht des Parlamentsausschusses zum Klimawandel.

Schierhuber zitierte eine aktuelle Studie aus Österreich aus dem vergangenen Jahr, nach der die Land- und Forstwirtschaft über Pflanzen wie Gras, Mais oder Getreide und den Boden wesentlich mehr Klimagase bindet als sie erzeugt. "Insgesamt stehen den Emissionen der Land- und Forstwirtschaft von 8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent im Jahr etwa eine Bindungswirkung von 58 Millionen Tonnen CO2 bzw. CO2-Äquivalent gegenüber. Die Landwirtschaft ist also kein Umweltsünder, sondern reduzierte im Gegenteil allein in Österreich seit 1990 ihre CO2 Emissionen um 1,3 Mio. Tonnen", so Schierhuber. Auch im Bereich der Energiegewinnung und des -verbrauchs seien wichtige Beiträge der Landwirtschaft im Kampf gegen den Klimawandel zu verzeichnen. "Nur 2,2 Prozent der in Österreich verbrauchten Energie fällt in der Landwirtschaft an. Auf der anderen Seite stammen 23 Prozent, der in Österreich erzeugten Energie, aus erneuerbaren Energieträgern - ein Großteil davon aus Biomasse. In Biomassekraftwerken wird aus Raps, Stroh, Holz, Rinde, Sägenebenprodukte, Gülle, Bioabfällen und Maissilage Energie gewonnen", so Schierhuber.

Die ÖVP-Europaparlamentarierin unterstützte auch nachdrücklich eine Kernforderung des Abschlußberichts, nachdem die Mitgliedstaaten der EU verstärkt auf die Förderung der Energieeffizienz setzen sollten. "Österreich legt bereits heute viel Wert auf Energieeffizienzmaßnahmen. 80 Prozent der österreichischen Stromerzeugung, ein Achtel davon aus Biomasse, findet in Kraft-Wärme-Koppelungsanlagen statt. Die als Nebenprodukt erzeugte Wärme wird als Fernwärme zum Heizen verwendet", betonte Schierhuber.

Die Agrarsprecherin des ÖVP-Europaklubs hielt abschließend fest, dass die Landwirtschaft schon seit Jahren engagierte Schritte im Kampf gegen den Klimawandel setze. "Die Erfolge sind spürbar, auch wenn wir alle noch besser werden können und müssen. Die Arbeiten des Europäischen Parlaments und der Kommission haben nachhaltig dazu beigetragen, ein sinnvolles und effizientes Klima- und Energiepaket zusammen zu stellen. Ich erwarte mit jetzt von der im Dezember 2009 in Kopenhagen stattfindenden Kyoto- Nachfolgekonferenz ein rechtlich verbindliches UN-Abkommen. Und ich erwarte mir ebenso, dass auch auf europäischer Ebene die Mitgliedstaaten zum Handeln verpflichtet werden."
     
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