100-Tage-Bilanz des Bayerischen Kabinetts   

erstellt am
03. 02. 09

Seehofer und Zeil: "Starke Mannschaftsleistung und vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Koalition
München (staatskanzlei) - Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und sein Stellvertreter Wirtschaftsminister Martin Zeil haben zur Kabinettssitzung am 03.02. ein Fazit der ersten 100 Tage der neuen Koalitionsregierung in Bayern gezogen. Seehofer und Zeil: "Mit einer starken Mannschaftsleistung aller Kabinettsmitglieder hat sich Bayern in wirtschaftlich schwieriger Zeit als Takt- und Ideengeber auf Bundesebene positioniert. Und in Bayern haben wir unseren Koalitionsvertrag mit Leben erfüllt und bereits wichtige Reformprojekte auf den Weg gebracht. Naturgemäß liegt am Anfang der Legislaturperiode noch große Arbeit vor uns, die es ebenso entschlossen anzupacken gilt." Beide unterstrichen: "Die Zusammenarbeit in der Staatsregierung ist von großem gegenseitigen Vertrauen geprägt. Die Abstimmung zwischen den Koalitionspartnern läuft rund. Es herrscht eine partnerschaftliche und faire Atmosphäre. Das Kabinett entscheidet zügig. Das ist gut für die Arbeitsatmosphäre in eine Koalitionsregierung, insbesondere nützt es aber den Menschen im Freistaat."

Krisenbewältigung
Vor allem die weltweite Finanzkrise und ihre realwirtschaftlichen Auswirkungen auf Unternehmen und Arbeitsplätze haben laut Seehofer und Zeil die Agenda der ersten 100 Tage geprägt. Seehofer und Zeil: "Das zentrale Leitmotiv unserer Arbeit ist es, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um unsere Arbeitnehmer in den Unternehmen zu halten, bis die aktuellen Verwerfungen überstanden sind. Denn einmal verlorene Arbeitsplätze wieder zurückzugewinnen, ist viel schwieriger. Arbeitslosigkeit ist die unsozialste und teuerste Art des Krisenmanagements." Zur Bewältigung der dramatischen Nachfrageeinbrüche hat Bayern laut Seehofer und Zeil als erstes Land ein kraftvolles Investitionsbeschleunigungsprogramm auf den Weg gebracht. "Wir beschleunigen staatliche Investitionen in einem Umfang von 1,7 Milliarden Euro - vom Ausbau des schnellen Internets gerade auch im ländlichen Raum, über Investitionen in alternative Energien bis hin zum Ausbau des Straßennetzes, von Forschungsinstituten und Hochschulen, Krankenhäusern und Werkstätten für behinderte Menschen. Auf Bundesebene haben wir die Verlängerung der Kurzarbeiterregelungen erreicht sowie eine spürbare Senkung von Steuern und Abgaben durchgesetzt - vom niedrigeren Eingangssteuersatz bis zu geringeren Krankenkassenbeiträgen. So verbinden wir den kurzfristig notwendigen Konjunkturimpuls mit einem ersten Schritt zur langfristig wichtigen und gerechten Entlastung der Bürger", so Seehofer und Zeil. Mit dem zweiten Konjunkturpaket des Bundes werden immerhin Steuern und Abgaben in Höhe von 19,7 Milliarden Euro gesenkt.

Niemand dürfe sich allerdings der Illusion hingeben, dass damit bereits alles geschafft sei. Im nächsten Schritt müssen auf Bundesebene endlich die Blockaden und Reibungsverluste bei der Mobilisierung der Finanzmärkte gelöst werden. Außerdem wird der Freistaat weiter auf eine schnellere und stärkere Steuerentlastung der Bürger zur Vermeidung der kalten Progression drängen. In Bayern werde - so die Ankündigung von Seehofer und Zeil - bereits in der nächste Woche endgültig über die Verwendung von zusätzlich 1,9 Milliarden Euro Investitionsförderung aus dem Konjunkturpaket II des Bundes entschieden. Dies werde in enger Abstimmung mit den Kommunen erfolgen. Seehofer und Zeil: "Bayern ist und bleibt ein starker Partner seiner Kommunen. Mit der Umsetzung des Konjunkturpakets II stärken wir diese Partnerschaft in den nächsten Jahren weiter. Wir haben den kommunalen Finanzausgleich um über 225 Millionen auf gut 6,8 Milliarden Euro im Jahr 2009 gesteigert. Auch bei unserem Kraftakt zur Stabilisierung der BayernLB haben wir ausdrücklich darauf geachtet, dass unsere Kommunen keinerlei Zusatzlasten zu tragen haben. Die Bayerische Staatsregierung handelt kommunalfreundlich und wird dies auch in Zukunft tun."

Krise als Chance
Das konzentrierte Krisenmanagement verhindert jedoch nicht, dass die Staatsregierung ihre großen gesellschaftspolitischen Aufgaben beispielsweise für Familien, in der Bildungspolitik oder zur Stärkung der Hochschulen in Bayern aus den Augen verliert. Seehofer und Zeil: "Klar ist, dass die Wirtschafts- und Finanzkrise uns jetzt zuallererst entschlossene Maßnahmen abverlangen. Wir begreifen aber die Krise auch als Chance. Kurzfristige Krisenbekämpfung und langfristige Zukunftsgestaltung müssen Hand in Hand gehen. Wir sind uns in der Koalition einig, dass wir das Regierungshandeln in dieser Legislaturperiode klar an vier Leitlinien orientieren:

  • Erstens: Wir stärken das Fundament für Geborgenheit, Sicherheit und kulturelle Identität für die Menschen in Bayern. Heimat ist nicht nur dort, wo man geboren und aufgewachsen ist. Heimat ist auch dort, wo man lebt, wo man sich geborgen, zugehörig und verstanden fühlt.
  • Zweitens: Wir wollen, dass alle durch gute Bildung ihre Lebenschancen finden und wahrnehmen können. Es kommt auf jeden an!
  • Wir setzen auf Nachhaltigkeit. Das heißt vor allem: solide Finanzpolitik, Bewahrung der natürlichen Ressourcen, wertgebundene Soziale Marktwirtschaft. Nachhaltige Politik betreibt Prävention, statt hinterher zu reparieren.
  • Viertens: Wir schaffen mehr Freiräume für die persönliche und wirtschaftliche Entfaltung der Bürger. Aber wir wollen einen starken und verlässlichen Staat dort, wo der Bürger Schutz braucht."

Künftige Schwerpunkte bilden, so Seehofer und Zeil vor allem die Familien-, Gleichstellungs- und Bildungspolitik: " Wir wollen dort in Bayern einen Riesenschritt nach vorne machen." Beide kündigten an, dass die Staatsregierung mit großem Ehrgeiz für mehr Plätze und mehr Qualität bei der Kinderbetreuung sorgen wird. Gleichzeitig werden verstärkt die Weichen für kleinere Klassen und mehr Ganztagsschulen gestellt und optimale Bedingungen für unsere Studenten geschaffen. Auch die vereinbarten Modellversuche bei der Kooperation verschiedener Schularten und die Einführung der Gelenkklassen zur Entschärfung des Übertrittsverfahrens werden zeitnah umgesetzt. Seehofer und Zeil: "Bereits in der letzten Woche haben wir wichtige Neuregelungen im Hochschulrecht beschlossen, indem wir den Zugang an die Hochschulen aus der beruflichen Bildung sowie die soziale Ausgestaltung der Studienbeiträge verbessert haben."
Abschließend unterstrichen Seehofer und Zeil, dass Bayern dank großer Reserven gut gerüstet in die Zukunft gehen kann. Seehofer und Zeil: "Wir schultern die gegenwärtigen Herausforderungen und können den ausgeglichenen Haushalt beibehalten. Das ist eine große Leistung. In den nächsten Monaten werden wir ein Konzept vorlegen, wie wir die Belastungen aus der Rettung der BayernLB über den aktuellen Doppelhaushalt hinaus in vernünftigen Rahmen halten, so dass wir auch nach 2010 voll handlungsfähig bleiben."

     
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