Flachgauer Naturschutzgebiete werden noch wertvoller   

erstellt am
16. 02. 09

Zahlreiche Projekte und Einzelmaßnahmen wurden im Vorjahr durchgeführt
Salzburg (lk) - Im Flachgau gibt es zahlreiche Naturschutz- bzw. Europaschutzgebiete. Alljährlich werden dort unter maßgeblicher Mitwirkung der Naturschutzabteilung des Landes Projekte und Einzelmaßnahmen durchgeführt, die diese Gebiete in einen aus naturschutzfachlicher Sicht günstigen Zustand bringen oder einen bereits guten Zustand weiter verbessern sollen. In der jüngsten Ausgabe der Naturschutz-Informationsschrift des Landes "NaturLand Salzburg" zieht Dipl.-Ing. Bernhard Riehl Bilanz über das abgelaufene Jahr 2008.

Natur- und Europaschutzgebiet Weidmoos
Nachdem das LIFE-Natur-Projekt im Weidmoos Ende September 2007 erfolgreich abgeschlossen worden war, galt es, für eine Reihe von Folgemaßnahmen Sorge zu tragen, um die Erfolge des Projektes nachhaltig sicherzustellen:

Das ornithologische Monitoring wurde 2008 weitergeführt, um zu erfahren, wie die Vogelwelt langfristig auf die LIFE-Maßnahmen reagiert und um gegebenenfalls "nachjustieren" zu können, etwa bei den Wasserspiegellagen der neuen Stillgewässer oder bei der Streuwiesenmahd. Bei einem Experten-Workshop wurden rund zwei Jahre nach Fertigstellung des letzten Tondämme und Stauwehre die Wirksamkeit und Dauerhaftigkeit der Vernässungmaßnahmen sowie auch der sonstigen Biotopmanagementmaßnahmen evaluiert.

Am Nordrand des Weidmooses wurden weitere drei Hektar ehemalige Torfabbauflächen durch die Gemeinde St. Georgen mit Geldern des Naturschutz angekauft und somit für Naturschutzzwecke gesichert. Die Flächen haben ein großes Renaturierungspotenzial und sollen in das derzeit 136 Hektar große Schutzgebiet einbezogen werden. Unter der Leitung des Torferneuerungsvereins Weidmoos wurden auch 2008 wieder zahlreiche Exkursionen für jung und alt durchgeführt, die entscheidend zur Verbreitung des Naturschutzgedankens beitragen. Der ORF Salzburg drehte im Herbst 2008 im Weidmoos ein Österreichbild, das voraussichtlich im Mai 2009 österreichweit ausgestrahlt wird. Um die Pflege der mehr als 20 Hektar durch das LIFE-Projekt optimierten Streuwiesen sicherzustellen, wurden mit den Bewirtschaftern entsprechende ÖPUL-Förderverträge abgeschlossen.

Natura-2000-Gebiet Bürmooser Moor
2006 war der Managementplan für das Natura-2000-Gebiet Bürmooser Moor fertig gestellt worden. Dieser wurde zu einem wirklich praxisnahen Instrument mit hoher "Umsetzungswahrscheinlichkeit". Das Interesse der Bevölkerung am Managementplan war in Bürmoos besonders groß: so war der Gemeindesaal bei der Präsentation des Managementplanes bei den Bürmooser Kulturtagen bis auf den letzten Platz besetzt. In Umsetzung des Managementplanes wurden bisher folgende Maßnahmen realisiert bzw. in die Wege geleitet:

In enger Abstimmung mit der Gemeinde als Grundeigentümer und dem Torferneuerungsverein konnte eine für die verschiedenen "Schutzgüter" des Natura-2000-Gebietes (u.a. EU-weit geschützte Vogelarten und gefährdete Amphibienarten) "maßgeschneiderte" Verordnung für ein "Natur- und Europaschutzgebiet Bürmooser Moor" erarbeitet werden. Mit Naturschutz- und Gemeindegeldern wurden zwei Grundstücke in der Pufferzone des Natura-2000-Gebietes angekauft, die in das künftige Natur- und Europaschutzgebiet einbezogen werden. Auf Initiative und unter Federführung des Torferneuerungsvereines wurden im Spätwinter 2008 zahlreiche Amphibientümpel zur Verbesserung der Lebensbedingungen des Kammmolches und weiterer Amphibienarten neu angelegt oder verbessert. Weiters laufen die Planungen für eine größere Wiedervernässungsmaßnahme im Westen des Bürmooser Moores durch Errichtung eines regulierbaren Wehres am Hauptvorfluter. Durch die dadurch entstehenden Flachwasserbereiche und wechselfeuchten Zonen sollen insbesondere das Weißsternige Blaukehlchen sowie mehrere seltene und gefährdete Pflanzenarten gefördert werden.

LIFE-Projekt Untersberg-Vorland
Projekthalbzeit ist im LIFE-Projekt Untersberg-Vorland: Die ökologischen Maßnahmen wie die Umgestaltung von Waldrändern für den Eschen-Scheckenfalter, die Entfernung von Büschen und Erstpflege von Streuwiesen wurden großteils durchgeführt. Der Grunderwerb steht ebenfalls kurz vor dem Abschluss, ebenso der Ankauf eines speziellen Mähgerätes. In der zweiten Projekthälfte stehen nun die Arbeiten an den Besuchereinrichtungen im Freilichtmuseum – Themenweg, Streuwiesen-Schaugarten und Klimaturm – im Mittelpunkt.

Natur- und Europaschutzgebiet Oichtenriede
Im Randbereich der Oichtenriede konnte ein rund zwei Hektar großes Grundstück von der Gemeinde Nußdorf erworben werden, wobei der Grundankauf wiederum zum überwiegenden Teil mit Naturschutzgeldern finanziert wurde. Das Wiesengrundstück wurde bisher größtenteils als Futterwiese genutzt und soll jetzt durch Aushagerung und Nutzungsumstellung wieder in eine artenreiche Nasswiese und langfristig wieder in eine Streuwiese umgewandelt werden.

Naturschutzgebiete Fischtaginger Spitz und Bayrhamer Spitz
Für die Schutzgebiete Fischtaginger Spitz und Bayrhamer Spitz wurden bereits 1997 Landschaftspflegepläne erstellt. Im Zusammenhang mit dem Projekt "Seespiegelanhebung Wallersee" konnten damals große Teile des intensiv genutzten Grünlands für den Naturschutz gesichert und in der Folge extensiviert werden. In den Folgejahren konnten zudem mehrere ehemalige Badeparzellen zurückgebaut werden. So haben sich zwischenzeitlich große Teile der Nutzung und Pflege in den beiden Gebieten und als Folge davon auch die Vegetation deutlich verändert, so dass nun die Fortschreibung und Aktualisierung der Landschaftspflegepläne erforderlich wurde. Der Landschaftspflegeplan wurde im Herbst mit allen Beteiligten abgestimmt. Ein erfreuliches Ergebnis der aktuellen Bestandserhebung: Der stark gefährdete Lungenenzian hat sich von den intakten Streuwiesen aus auch auf den renaturierten jetzt ebenfalls als Streuwiese genutzten Badeparzellen ausgebreitet.

Natur- und Europaschutzgebiet Wengermoor
Für ein im Südosten an das Wenger Hochmoor angrenzendes, in der hydrologischen Pufferzone gelegenes Grundstück wurde das Nutzungsrecht erworben. In Zukunft kann hier die Bewirtschaftung so gestaltet werden, dass eine hydrologische Störung des Hochmoors ausgeschlossen und die über das LIFE-Projekt durchgeführte Hochmoorrenaturierung optimal unterstützt wird.

Naturschutzgebiet Ursprunger Moor
Unter Federführung des Österreichischen Naturschutzbundes wurde ein Renaturierungs- und Pflegekonzept für das Ursprunger Moor erstellt, da das Hochmoor von zunehmender Austrocknung und Zuwachsen mit Büschen bedroht ist. Derzeit laufen die Gespräche mit den Grundeigentümern über die Bereitstellung von Grundstücken für die angestrebte Renaturierung. Die Planung wurde durch den Salzburger Naturschutzfonds gefördert.

Naturschutzgebiet Blinklingmoos
Durch den Moorverein Wolfgangsee wird aktuell im Kernbereich des Naturschutzgebietes Blinklingmoos unter fachlicher Betreuung des Schutzgebietsbetreuers ein Fichtenforst in einen standortstypischen Laubmischwald umgewandelt. Das Grundstück war zuvor für Naturschutzzwecke angekauft worden.

Natura-2000-Gebiet Salzachauen
Für die Salzachauen wird derzeit ein Natura-2000-Managementplan erstellt. Die Fertigstellung ist für 2009 geplant.
     
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