BM Schmied: Hohe Auszeichnung für Maestro Mariss Jansons   

erstellt am
12. 02. 09

Wien (bmukk) - Kulturministerin Claudia Schmied überreicht am Vormittag des 12.02. im Audienzsaal des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst an Maestro Mariss Jansons, eine der herausragenden Dirigentenpersönlichkeiten der Gegenwart. Die Laudatio hält Thomas Angyan.

Der 1943 im lettischen Riga geborene Sohn des Dirigenten Arvid Jansons studierte Violine, Viola und Klavier und absolvierte seine musikalische Ausbildung am Leningrader Konservatorium in Dirigieren mit Auszeichnung; Studien in Wien bei Hans Swarowski und in Salzburg bei Herbert von Karajan schlossen sich an. 1971 gewann Mariss Jansons den Dirigentenwettbewerb der Herbert-von-Karajan-Stiftung in Berlin. Maßgeblich geprägt wurde er durch den legendären russischen Dirigenten Jewgenij Mrawinskij, der Mariss Jansons 1971 als Assistenten zu den Leningrader Philharmonikern holte. Mariss Jansons blieb diesem Orchester, den heutigen St. Petersburger Philharmonikern, bis 1999 als ständiger Dirigent verbunden und leitete das Orchester in dieser Zeit weltweit auf Tourneen. Neben seinen dirigentischen Verpflichtungen hatte Mariss Jansons über fast 30 Jahre, von 1971 bis 2000, eine Professur für Dirigieren am St. Petersburger Konservatorium inne. Er ist Ehrendoktor der Musikakademien von Oslo und Riga.

Mariss Jansons ist seit 2003 Chefdirigent von Symphonieorchester und Chor des Bayerischen Rundfunks. 2004 trat Mariss Jansons zudem die Position des Chefdirigenten des Königlichen Concertgebouworchesters in Amsterdam an. Von 1979 bis 2000 setzte Mariss Jansons Maßstäbe als Chefdirigent der Osloer Philharmoniker, die er zu einem internationalen Spitzenorchester formte. Außerdem war er Erster Gastdirigent des London Philharmonic Orchestra (1992-1997) und Musikdirektor des Pittsburgh Symphony Orchestra (1997-2004). Mit seinen beiden Orchestern aus Olso und Pittsburgh absolvierte Jansons zahlreiche Tourneen in die wichtigsten Musikzentren der Welt und zu den bedeutendsten Festivals wie jenen von Salzburg, Luzern und Edinburgh sowie zu den Londoner Proms.

Darüber hinaus hat er mit allen bedeutenden Orchestern der Welt erfolgreich zusammengearbeitet, u.a. mit dem New York Philharmonic Orchestra, dem Philadelphia und dem Cleveland Orchestra, dem Chicago und dem Boston Symphony Orchestra, dem Israel Philharmonic Orchestra, dem London Symphony Orchestra, dem Tonhalle-Orchester Zürich und der Sächsischen Staatskapelle. Einen besonderen Stellenwert nehmen dabei die Wiener und Berliner Philharmoniker ein: Diese Orchester dirigiert Jansons regelmäßig in Wien und Berlin, aber auch auf Tourneen durch Europa, die USA und Japan. Mit diesen beiden und anderen Orchestern ist er regelmäßig bei den Salzburger Festspielen zu Gast. 2006 leitete Jansons erstmals das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker.

Besondere Bedeutung hat für Mariss Jansons die Arbeit mit jungen Musikern. Er dirigierte das Gustav Mahler Jugendorchester auf einer europaweiten Tournee und arbeitete mit dem Attersee Institute Orchestra, mit dem er bei den Salzburger Festspielen auftrat. In München gibt er regelmäßig Konzerte mit verschiedenen bayerischen Jugendorchestern und der Akademie des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Mariss Jansons ist Künstlerischer Leiter des Masterprice-Wettbewerbs für zeitgenössische Musik in London.

Die Diskographie des Dirigenten ist außerordentlich umfangreich und umfasst viele preisgekrönte Einspielungen. International große Beachtung fand Jansons mit dem Tschaikowskij-Zyklus, den er mit den Osloer Philharmonikern aufgenommen hat. Die Einspielung von Schostakowitschs Siebter Symphonie mit den Leningrader Philharmonikern gewann den Edison Preis 1989; Berlioz’ "Symphonie fantastique" mit dem Concertgebouworchester wurde mit dem holländischen Luister-Preis und Dvoráks Fünfte Symphonie mit dem Penguin Award ausgezeichnet. Mariss Jansons erhielt außerdem mehrmals den Preis der deutschen Schallplattenkritik. Seine Interpretationen von Gustav Mahlers Erster und Neunter Symphonie mit den Osloer Philharmonikern (2003) und Mahlers Sechster mit dem London Symphony Orchestra (2004) wurden mit dem "Toblacher Komponierhäuschen"
ausgezeichnet, einer besonderen Anerkennung für die beste Mahler-Interpretation unserer Tage.

Mariss Jansons erhielt zahlreiche internationale Preise und Ehrungen.
Er ist Ehrenmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien sowie Honorary Member der Royal Academy of Music in London.
     
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