Berlakovich: 140 Millionen Euro zur Sicherung des Lebensraum Wasser   

erstellt am
20. 02. 09

Neue Förderung für Baumassnahmen zur Ökologisierung der Gewässer
Wien (bmlfuw) - „In den österreichischen Fließgewässern leben über 60 Fischarten, die zwischen 20 und 300 Kilometer zurücklegen, um zu ihren Laichplätzen zu kommen. Teilweise sind diese Wege jedoch durch Hochwasserschutzbauten oder Wasserkraftwerke unterbrochen und machen ein Erreichen der Lebensräume unmöglich.

Daher werden nun 140 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, als Förderung für Bau- und Rückbaumaßnahmen, die wieder eine Durchgängigkeit unserer Flüsse herstellen“, so Umweltminister Niki Berlakovich im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Präsidenten des Verbands der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ), Verbund-Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Anzengruber und dem Präsidenten des Gemeindebundes Bgm. Helmut Mödlhammer im Kraftwerk Freudenau.

Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie fordert bis 2015 die Herstellung eines guten Zustandes in allen europäischen Gewässern. In Österreich gibt es diesbezüglich teilweise noch Defizite, die aus älteren Hochwasserschutzmaßnahmen oder Wasserkraftwer­ken resultieren. Mittlerweile sind Maßnahmen, wie zum Beispiel die Errichtung eines Fischaufstieges verpflichtend, während früher auf diesen Bereich noch nicht Rücksicht genommen wurde.

Damit die heimischen Fische zwischen ihren unterschiedlichen Lebensräumen wandern können, werden mit der neuen Förderung künftig neben Fischaufstiegen auch Maßnahmen zur Verbesserung der Durchgängigkeit in die Zubringergewässer beziehungsweise die Errichtung von Ausgleichsbecken gefördert. Unterstützt wird auch die Beseitigung von Querbauwerken, die die Gewässerlebensräume unterbrechen. „Um die Erhaltung der Vielfalt von Fauna und Flora in den heimischen Gewässern sicherzustellen, die ein wesentliches Charakteristikum unseres Landes sind, sind diese Maßnahmen unerlässlich“, so Berlakovich weiter.


VEÖ Präsident Anzengruber verwies in diesem Zusammenhang auch auf eine Studie der TU Graz, die ergeben hat, dass österreichweit 234 Millionen Euro investiert werden müssen um die Durchgängigkeit der Gewässer und die Einbindung der Nebenflüsse bei den bestehenden Kraftwerksanlagen herzustellen: „Österreichs E-Wirtschaft hat mit beispielhaften Anlagen – wie etwa beim Kraftwerk Freudenau – bereits bewiesen, dass Wasserkraftnutzung und eine hohe ökologische Qualität der Gewässer miteinander vereinbar sind. Allein der Verbund hat bereits 20 Fischerwanderhilfen errichtet und weitere sind in Bau. Wir haben bereits einige Projekte in der Pipeline, die wir nun mit Hilfe der neuen Förderung rasch umsetzen können.“

Neben der Umwelt wird durch diese neue Förderung vor allem auch die regionale Wirtschaft profitieren, da damit der Anstoß für zusätzliche Investitionen und die Sicherung von Arbeitsplätzen vor allem im ländlichen Raum gegeben wird. Durch die zur Verfügung stehenden Förderungsmittel für die Gewässerökologie können Schätzungen zufolge etwa 400 Millionen Euro an Investitionen ausgelöst werden und etwa 5000 Arbeitsplätze gesichert bzw. geschaffen werden.

Bgm. Helmut Mödlhammer hebt in diesem Zusammenhang die Rolle der Gemeinden hervor: „Die neuen Förderungsmöglichkeiten für die Gewässerökologie sind auch für die österreichischen Gemeinden enorm wichtig, weil sie dazu beitragen, dass die Lebensräume für Tier und Mensch erhalten bzw. verbessert werden können. Die Vorziehung dieser Fördermöglichkeiten ist deswegen klug, weil sie konjunkturbelebend wirken wird. Gerade jetzt brauchen die Gemeinden alle Unterstützung, um zu investieren und damit der Wirtschaftskrise zu begegnen."

Die neue Bundesförderung Gewässerökologie wurde Anfang 2008 im Umweltförderungsgesetz (UFG) verankert. Für die Umsetzung von ökologischen Maßnahmen stehen insgesamt 140 Millionen Euro bis 2015 aus dem Umwelt- und Wasserwirtschaftsfonds zur Verfügung.
     
Detaillierte Informationen zur Förderung Gewässerökologie finden Sie unter http://wasser.lebensministerium.at    
     
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