Berlakovich: Energiesparen im Haushalt hat enorme Tragweite    

erstellt am
18. 02. 09

Erstmals detaillierte Studie zum Strom- und Gasverbrauch der ÖsterreicherInnen – zeigt massive Sparpotenziale auf
Wien (bmlfuw) - „Im Haushaltsbereich liegen enorme Einsparungsmöglichkeiten bei Energie. Das bedeutet einen massiven Gewinn für die Umwelt und für das Budget der Privathaushalte, die bis zu rund 650 Euro pro Jahr mehr zur Verfügung haben können. Daher werden wir 2009 verstärkt den Menschen mit gezielten Informationen helfen, bei den hohen Strom- und Gaspreisen einzusparen und gleichzeitig dem Klimaschutz Vorschub zu leisten“, so Umweltminister Niki Berlakovich am 18.02. in Wien bei der gemeinsamen Pressekonferenz „Energie im Haushalt optimal nutzen“ gemeinsam mit Peter Hackl, Generaldirektor der Statistik Austria und Mag. Johannes Mayer von der E-Control GmbH.

Mit der heute präsentierten Studie „Strom- und Gastagebuch“ wurde erstmals detailliert der Strom- und Gaseinsatz der österreichischen Privathaushalte erhoben. Die Studie wurde vom Lebensministerium gemeinsam mit der E-Control bei der Statistik Austria in Auftrag gegeben. „Die Studie gibt Aufschluss über den Gerätebestand und den anteiligen Strom- und Gasverbrauch bei Heizung, Warmwasserbereitung, Beleuchtung, Haushaltsgroßgeräten und Unterhaltungselektronik“, erörterte Peter Hackl von der Statistik Austria. Mag. Johannes Mayer, Leiter der Abteilung Volkswirtschaft der E-Control GmbH betonte dazu: „Um gezielte Maßnahmen ergreifen zu können, müssen wir die wahren Verursacher des Verbrauchszuwachses kennen. Mit der Studie ist es uns gelungen, einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung effiziente Energiepolitik zu setzen.“

Von 1990 bis 2007 ist der Verbrauch von elektrischer Energie im Haushaltbereich um 23,6 Prozent gestiegen, er macht für das Jahr 2007 14.160 GWh und damit knapp 25 Prozent des gesamten Stromverbrauchs aus. Bei Naturgas beträgt der Anteil der privaten Haushalte am energetischen Endverbrauch für 2007 knapp 30 Prozent.
Neben der Verwendung der Energieträger Strom und Gas für Warmwasserbereitung und Heizung wird ein großer Teil des Stroms für den Betrieb elektrischer Geräte und Beleuchtung eingesetzt. Dazu lagen bisher keine statistisch gesicherten Daten vor.

Ein durchschnittlicher Haushalt hat 2008 einen Gesamtstromverbrauch von 4.417 kWh. Bedeutende Verbrauchskategorien sind der Stromverbrauch für die Heizung (20,5 Prozent) und die elektrische Warmwasserbereitung (17,1 Prozent). Haushaltsgroßgeräte sowie Kühl- und Gefriergeräte verbrauchen gemeinsam 30 Prozent des elektrischen Stroms, für die Beleuchtung werden 8,6 Prozent aufgewendet. Der Stand-by-Verbrauch liegt bei 4,2 Prozent des Elektrizitätsverbrauchs der Haushalte, am bedeutendsten ist er für Unterhaltungsgeräte mit 128 kWh pro Jahr.

Einsparung von bis zu 650 Euro pro Jahr und Haushalt möglich
„Allein durch den totalen Umstieg aller Haushalte auf Energiesparlampen könnten wir eine Million Tonnen CO2 einsparen, das sind zwölf Prozent der Treibhausgasmenge, die uns aufs Kyoto-Ziel fehlen. Für unsere Haushalte wäre das eine Gesamtersparnis von rund 300 Millionen Euro“, rechnet Berlakovich die Dimension von Energiesparmaßnahmen im Privatbereich vor. In Kilowattstunden würde Österreich dadurch 1,9 Milliarden an elektrischer Energie einsparen, das ist die doppelte Energiemenge, die jährlich durch das Kraftwerk Freudenau produziert wird. Optimierte Heizungssysteme, gute Fensterdichtungen, der Einsatz energieeffizienter Geräte, die Reduzierung des Stand-by-Verbrauchs und kleine Handgriffe zum Energiesparen wie ungenutzte Stromverbraucher (PC, Licht, etc.) abdrehen oder geringere Waschtemperaturen verwenden, könnten einem durchschnittlichen Haushalt bis zu rund 650 Euro an Energiekosten Pro Jahr ersparen. „Aus unserer Sicht ist Energieeffizienz auch Grundvoraussetzung für wesentliche energiepolitische Ziele wie Versorgungssicherheit, Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und soziale Gerechtigkeit“, so Mayer.

Das Lebensministerium bietet mit der Klimaschutzinitiative klima:aktiv bereits jetzt konkrete Programme für Energiesparen und energieeffiziente Geräte im Haushalt sowie in öffentlichen Institutionen und Unternehmen an. Darüber hinaus werden mit dem e5-Programm Gemeinden bei Aktivitäten im Bereich Energieeffizienz und Klimaschutz unterstützt. Raabau in der Steiermark dient hier als aktuelle e5-Vorzeigegemeinde, die mit Hilfe des Lebensministeriums zu 100 Prozent auf Energiesparlampen umsteigt. Für KonsumentInnen betreibt das Ministerium die unabhängige Website http://www.topprodukte.at, auf der Informationen über energieeffiziente Geräte eingeholt und Vergleiche angestellt werden können.

Als besonders zentralen Bereich sieht Berlakovich den Sektor Raumwärme/Heizung, der auch zu den größten Klimakillern gehört. Durch den Umstieg auf moderne Holzheizungen oder Pelletskessel, kombiniert mit einer thermischen Solaranlage und einer optimalen Wärmedämmung kann ein Haushalt bis zu 50 Prozent Energie einsparen. Um diese Entwicklung anzukurbeln wird Umweltminister Berlakovich die Erarbeitung und Umsetzung des „Masterplan Erneuerbare Energie“ gemeinsam mit dem Wirtschaftministerium massiv forcieren und seine Umwelttechnologie-Offensive 2009 konsequent vorantreiben. „Wir erstellen Gesamtkonzepte, die dem Klima und der Umwelt nützen und den Menschen helfen. Mit Energiesparen, mehr Energieeffizienz und dem Einsatz erneuerbarer Energien sichern wir Zukunft, werden unabhängiger von Energieimporten und können neue Chancen durch Green Jobs nutzen“, betonte Umweltminister Niki Berlakovich abschließend.
     
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