NORDLICHTER. Sibelius-Fantasien   

erstellt am
17. 02. 09

Salzburg (landestheater) - Das neue Ballett von Peter Breuer (Choreographie und Inszenierung) und Michael A. Sauter (Libretto und Dramaturgie), ist eine grandiose tänzerisch-musikalische Entdeckungsfahrt, die den weiten Raum des Nordens, dessen oszillierende Lichtstimmungen und den Duft der Kälte, des Wassers und der Bäume spüren lässt.

Die Uraufführung der „NORDLICHTER“ findet übrigens am internationalen „Kalevala“-Tag statt. Und dieser ist heuer ein ganz besonderer Tag, denn das finnische Nationalepos „Kalevala“ auf dem das Ballett basiert, ist im Jahr 2009, also genau vor 160 Jahren, zum ersten Mal in seiner heutigen Fassung erschienen.

Die große Landestheater-Tanztheaterproduktion der heurigen Saison heißt „NORDLICHTER. Sibelius-Fantasien“ und basiert auf einem der bedeutendsten Werke in finnischer Sprache, der „Kalevala“, einer Sammlung von fünfzig ursprünglich mündlich überlieferten Gesängen mit 22.795 Versen, eine Götter- und Heldensage, vergleichbar dem Nibelungen-Lied, der Edda, der Ilias oder dem Gilgamesch-Epos. Sie gilt als das finnische Nationalepos und entführt in die zauberhafte und fantastische Welt von Luft- und Wassergottheiten, von Bären und Fischen mit übermenschlicher Kraft und menschenfreundlichen Adlern. Und erzählt von tragischer und unsterblicher Liebe, von der Macht der Freundschaft, von großen Schlachten und grandiosen Heldentaten, von Frieden und Versöhnung, aber auch von Hass und Verrat. Die Gestaltung der für den Tanz eher ungewöhnlichen Figuren (Bäume, ein Adler, ein großer Bär, Himmel, Sonne und Mond), empfindet Peter Breuer als eine große Herausforderung, glaubt aber, schöne Lösungen gefunden zu haben, die neue und vielleicht auch ungewohnte Seiten in seiner choreographischen Handschrift offenbaren. Auch Bühnenbildner Hartmut Schörghofer, die Kostümbildnerin Silke Fischer sowie der Videokünstler Thomas Zengerle leisten außergewöhnlich phantasievolle Beiträge, sodass letztlich die ganze Poesie und Phantastik der Handlung in adäquaten Bildern transportiert werden kann. Thomas Zengerle gestaltete übrigens zuletzt bei der RuhrTriennale 2008 Christoph Schlingensiefs Stück „Kirche der Angst“.

Untermalt wird der große Ballettabend im Haus für Mozart von Musik von Jean Sibelius, einem der wichtigsten Sinfoniker des 20. Jahrhunderts, dem vielleicht bedeutendsten Komponisten Finnlands, der beispielsweise mit seinem „Valse triste“ oder der „Finlandia“ an der Schwelle des Übergangs von der Spätromantik hin zur Moderne steht. Neben Orchestersuiten, sieben Sinfonien, einem Violinkonzert, Kammermusik, Chorwerken und einer Oper komponierte er auch „Sinfonische Dichtungen“, die u.a. Themen aus der finnischen Sagenwelt und Mythologie, und hier besonders aus der „Kalevala“, verarbeiten. Peter Breuer hat schon von Kindesbeinen an die Dynamik, die Harmonien, aber auch die spezielle Atmosphäre der Musik von Sibelius – wenn man so will „ihr großer Atem und ihre Weite“ – fasziniert. Er schwärmt von ihrer Vielschichtigkeit, ihrem Geheimnis und eben ihren großen Bögen, die selbst fast tänzerische Linien bilden: „Das ist Musik, die ein Tänzer einatmen und mit dem Körper im Tanz wieder ausatmen kann.“ Unverständlicherweise selten zu hören sind im deutschsprachigen Raum Sibelius’ Orchesterlieder, denen im neuen Ballett eine besondere Rolle zukommen werden. Fast eine Entdeckung. In Agneta Eichenholz, die auch szenisch ins Geschehen einbezogen wird, steht eine wunderbare, international gefeierte Solistin für die Interpretation dieser Lieder zur Verfügung. Ivor Bolton musste die musikalische Leitung des Ballettabends aus gesundheitlichen Gründen leider zurücklegen. An seiner Stelle tritt nun Mika Eichenholz an das Pult des Mozarteum Orchesters. Ein wahrer Glücksgriff! Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem schwedischen Dirigenten einen absoluten Sibelius-Experten gewinnen konnten, der mit dem kompositorischen CEuvre des Meisters bestens vertraut ist. Und als einem aus dem hohen Norden liegt ihm die Musik seines „Landsmannes“ zudem quasi im Blut.


NORDLICHTER. Sibelius-Fantasien
Ballett von Peter Breuer und Michael Alexander Sauter
Musik von Jean Sibelius

Uraufführung
am 28. Februar 2009
im Haus für Mozart
Choreographie und Inszenierung: Peter Breuer
Libretto und Dramaturgie: Michael A. Sauter
Bühnenbild: Hartmut Schörghofer
Kostüme: Silke Fischer
Musikalische Leitung: Mika Eichenholz
Gesangssolistin: Agneta Eichenholz
Tanztheaterensemble des Salzburger Landestheaters
Mozarteum Orchester Salzburg

Weitere Vorstellungen am 03.03., 07.03., 11.03., 15.03. und zum letzten Mal am 19.03.2009
     
Informationen: http://www.salzburger-landestheater.at    
     
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