Erfolg der Uni Graz in der Krebsforschung  

erstellt am
02. 03. 09

Abnehmende Zellatmung, wachsende Tumore
Graz (univiersität) - „Atemnot“ der Zellen lässt Tumore rasant wachsen. WissenschafterInnen rund um Univ.-Prof. Dr. Frank Madeo und Dr. Christoph Ruckenstuhl vom Institut für Biowissenschaften an der Karl-Franzens-Universität Graz konnten in der Krebsforschung neue bahnbrechende Erkenntnisse gewinnen. Anhand von Bäckerhefe hat das Team nachgewiesen, dass verminderte Atmungsaktivität in Zellen eine Vorraussetzung für Tumorentstehung sein kann. „Hefezellen sind mit jenen des Menschen gut vergleichbar, vor allem in Punkto Zellwachstum“, erklärt Madeo. „Krebs ist nichts anderes als ein wild wachsender Zellhaufen, der ungewöhnlich viel Energie verbraucht.“ Ruckenstuhl und Madeo konnten zeigen, dass die Reduzierung der Zellatmung den programmierten, natürlichen Zelltod, die so genannte Apoptose, vermindert und Zellen unkontrolliert überleben lässt. „Diese erhöhte Resistenz könnte entscheidend zur Tumorbildung und Bösartigkeit (Metastasierung) beitragen“, bestätigt Madeo.

Gleichzeitig ist den Grazer ForscherInnen mit diesem Modell der Beweis eines Überlebensvorteils von Zellen durch den so genannten Warburg-Effekt gelungen. Der Biochemiker Otto Warburg (Nobelpreis für Medizin 1931) beschrieb bereits in den 1920er-Jahren, dass ein maßgeblicher Anteil der Energie in Krebszellen durch einfachen Zuckerabbau (Glykolyse) generiert wird, bei gleichzeitiger Verminderung der Atmung.

Erhöhte Atmungsaktivität hingegen hemmt das Wachstum von Tumoren. Ob damit auch der Kampf gegen Krebs erleichtert wird und sich damit neue Therapie-Möglichkeiten auftun, sind für Madeo – noch – Spekulationen. Der Molekularbiologe verweist jedoch auf Auffälligkeiten: „Interessanterweise ist Ausdauersport eine der besten vorbeugenden Maßnahmen gegen Krebs. Dabei wird sowohl die Sauerstoffversorgung des Körpers erhöht, als auch Zucker verbraucht – beides, klassisch nach der Warburg-Hypothese, Gift für die Krebszelle.“

Die Arbeit wurde im renommierten US-amerikanischen Fachjournal PLoS ONE veröffentlicht: http://dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0004592
     
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