Oberösterreich: Goldener Kochlöffel   

erstellt am
01. 04. 09

Die besten OÖ. Schulküchen ausgezeichnet – LR Stockinger: Qualitätsvolles Mittagessen ist auch einen Kostenbeitrag wert.
Linz (lk) - "Nur durch die Gemeinschaftsküche haben viele Kinder heute ein regelmäßiges warmes Mittagessen. Darum ist die Qualität der Nahrungsmittel so wichtig", sagt Agrarlandesrat Dr. Josef Stockinger und hat mit dem Genussland Oberösterreich den Wettbewerb "Genussreich - Essen in der Gemeinschaft" ins Leben gerufen.

"Für die Leistungsfähigkeit und Gesundheit von Kindern und Jugendlichen muss der Mittagstisch in Horten, Kindergärten und Schulen ausgewogen, gesundheitsbewusst und kindgerecht gestaltet sein", sagt Landesrat Stockinger. "Das Essverhalten wird uns im Kindesalter anerzogen. Umso wichtiger ist es, die Kinder und Jugendlichen früh für regelmäßiges, gesundes und nahrhaftes Essen zu sensibilisieren." Eingeladen, am Wettbewerb teilzunehmen, waren alle Küchen der Horte, Kindergärten, Pflichtschulen und auch Höheren Schulen in Oberösterreich.

Von Kindesbeinen an - Bewusst kochen und essen
110 von rund 400 Küchen haben sich am Wettbewerb beteiligt und Fragebögen sowie Speisepläne eingesendet.

Dies zeigt, dass viele KüchenleiterInnen bemüht sind, gesund und vielseitig mit regional hergestellten und saisonalen Lebensmitteln Kinder und Jugendliche in der Gemeinschaftsverpflegung zu versorgen.

Ausgezeichnet werden jene Schul- bzw. Kindergartenküchen, die am optimalsten regionale und saisonale Produkte auswählen und zubereiten. Die Sieger werden ab jetzt jedes Jahr mit dem Goldenen Kochlöffel ausgezeichnet und erhalten Lebensmittelgutscheine von Genusslandpartnern aus der jeweiligen Region im Wert von insgesamt 5.000 Euro.

Die Preisträger in der Kategorie Kindergärten und Pflichtschulen:
1. Platz: Schulküche Bad Kreuzen (Bezirk Perg)
2. Platz: Schulküche Laakirchen (Bezirk Gmunden)
3. Platz: Schulküche Pabneukirchen (Bezirk Perg)
und: Schulküche Freinberg (Bezirk Schärding)

Die Preisträger in der Kategorie Schüler ab dem 14. Lebensjahr
das heißt HBLA (Höhere Bildungslehranstalt), HLW (Höhere Lehranstalt für Wirtschaftliche Berufe), LWFS (Landwirtschaftliche Berufs- und Fachschulen) sowie Berufsschulen:
1. Platz: HLW Rohrbach
2. Platz: HLW Vöcklabruck

Eine 5-köpfige Jury hat die Sieger-Schulküchen anhand der ausgefüllten Fragebögen und Speisepläne ausgewählt. Projektleiterein Fachinspektorin DI Veronika Schnetzinger vom Landwirtschaftlichen Schulreferat des Amtes der OÖ. Landesregierung hat sich zusätzlich in den Schulküchen vor Ort ein Bild gemacht.

Jurymitglieder:
1. Mag. Adelheid Burtscher-Zauner, Ernährungs-Wissenschafterin
2. Dr. Gertrude Jindrich, Landesschulärztin
3. Edith Trinkl, Präsidentin des Elternvereins für Pflichtschulen in Oberösterreich
4. Elisabeth Grabmer, Haubenköchin
5. Johann Pernsteiner, Küchenchef im Krankenhaus Rohrbach

Der Wettbewerb sollte die Köchinnen und Köche, aber auch die Eltern verstärkt für die Verwendung von heimischen und saisonalen Zutaten sensibilisieren: "Saisonal eingesetzte heimische Lebensmittel sind nicht nur gesund, sondern schaffen auch Wertschöpfung für die Region." Köchinnen und Köche haben die nicht immer einfache Aufgabe, gesund, abwechslungsreich und schmackhaft zu kochen und dass für viele verschiedene Geschmäcker. "Gemeinschaftsverpflegung darf nicht nur ein Kostenträger, sondern muss auch ein Leistungsträger sein. Im Sinne der gesunden Ernährung und des Umweltschutzes ist die Einbindung von Lebensmitteln aus regionaler Erzeugung und Biobetrieben ein wesentlicher Faktor", sagt Landesrat Stockinger.

Qualität hat Wert - Unkostenbeitrag statt Gratismittagessen
Schon bisher bietet der Großteil der oberösterreichischen Gemeinden einen gesunden und kindgerechten Mittagstisch an. Im Zusammenhang mit der Diskussion um die Forderung nach einem Gratismittagessen an den Kindergärten bezieht Landesrat Stockinger klar Stellung: "An den oberösterreichischen Schulen, Kindergärten und in den Kinderbetreuungseinrichtungen soll flächendeckend ein gesundes, frisch gekochtes Mittagessen angeboten werden. Ein Kostenbeitrag, von wie bisher rund 2 Euro pro Mittagessen, ist durchaus gerechtfertigt." Die restlichen Kosten tragen ohnehin schon jetzt die Gemeinden. Diese Entwicklung könnte auch in einen Qualitätsverlust resultieren: "Mir ist es wichtig, dass der Mittagstisch für Kinder gesund und nahrhaft ist. Daher lehne ich es ab, dass auf Kosten der Qualität beim Mittagessen für Kinder gespart wird."

"Der Wettbewerb 'Genussreich - Essen in der Gemeinschaft' soll ein Bewusstsein für Frische, Qualität und Regionalität an Schulküchen schaffen. Wir wollen die bereits erreichte Sensibilisierung in diesem Bereich weiter forcieren", so Landesrat Stockinger. Er will den Qualitätsweg gehen. "Qualitätsvolles Mittagessen ist auch einen Unkostenbeitrag wert."
     
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