Wien weist die höchste Kaufkraft je Einwohner auf    

erstellt am
15. 06. 09

"Ärmere" Bezirke holen auf – Kaufkraftvolumen 2008: Euro 129 Mrd bzw. Euro 15.500,- pro Kopf
Wien (kmufoschrung) - Im Jahr 2008 beläuft sich das nominelle Kaufkraftvolumen der österreichischen Bevölkerung auf rd. Euro 129 Mrd. Im Vergleich zum Vorjahr kam es zu einer nominellen Steigerung von 3,3 %. Die Kaufkraft je Einwohner erhöhte sich zwischen 2007 und 2008 nominell um 2,9 % und betrug rd. Euro 15.500,- pro Kopf.

Im Bundesländervergleich liegt Wien mit einem Kaufkraftindex von 106,2 (Österreich = 100) weiterhin an der Spitze, gefolgt von Niederösterreich und Salzburg. An der vierten Stelle der Reihung befindet sich Vorarlberg, den fünften Platz nimmt Oberösterreich ein. Burgenland und Steiermark liegen an sechster bzw. an siebter Stelle.

Im Jahresvergleich 2007/08 ist ein Anstieg der Kaufkraft in allen Bundesländern zu beobachten. Die stärksten nominellen Steigerungen je Einwohner konnten das Burgenland und Oberösterreich erzielen (+3,0 %). In Kärnten ist die Kaufkraft im Jahresvergleich um 2,9 % gestiegen - dieser Wert entspricht einerseits dem Bundesdurchschnitt, ist jedoch höher als in vier anderen Bundesländern. Zur geringsten Steigerung kam es demgegenüber im vergleichsweise einkommensstarken Wien (+0,8 %). Auf Bezirksebene betrachtet verzeichneten im Zeitraum 2007/08 erstmals zwei Wiener Bezirke sogar einen nominellen Rückgang der Kaufkraft je Einwohner von jeweils 0,1 % - in diesen Bezirken wohnen rd. 54.000 Personen. Acht der zehn einkommensstärksten Bezirke befinden sich in der Bundeshauptstadt Wien; darunter die Innere Stadt, Hietzing und Döbling. Auf Platz vier liegt Mödling, auf Platz acht Wien-Umgebung. Eine Betrachtung der realen Veränderung der Kaufkraft je Einwohner - hierbei wurde die Steigerung der Verbraucherpreise berücksichtigt - im Jahresvergleich 2007/08 zeigt in 44 Bezirken eine positive reale Kaufkraftentwicklung.

73 von 121 Bezirken in Österreich verzeichneten bei Einbeziehung der Verbraucher-preise in der Höhe von 3,2 % einen Rückgang der Kaufkraft je Einwohner. Von dieser negativen realen Einkommensentwicklung der Kaufkraft je Einwohner 2007/08 sind 68 % der österreichischen Bevölkerung betroffen.

Vor diesem Hintergrund zeigt sich, dass eine Stärkung der Kaufkraft - auch durch fiskalische Maßnahmen - ein Gebot der Stunde war und ist. Die Steuerreform wirkt sich diesbezüglich im Jahr 2009 positiv aus.

Im längerfristigen Vergleich 2004 bis 2008 zeigt sich, dass die Bandbreite zwischen den Bundesländern geringer geworden ist - jene Bundesländer, die unterdurchschnittliche Kaufkraftindizes im Jahr 2004 aufwiesen, wie Burgenland, Kärnten, Oberösterreich und Steiermark, haben seither etwas aufgeholt.

Wien als Spitzenreiter hat - relativ betrachtet - deutlich verloren.

Im Zeitraum 2004 bis 2008 verbesserte sich der Indexwert (Österreich = 100) am stärksten in den steirischen Bezirken Liezen, Murau, Hartberg und Deutschlandsberg sowie in Tamsweg (Salzburg). Deutlich zurückgegangen ist der Indexwert im Vergleich zu 2004 im 1., 17., 10. und 16. Wiener Gemeindebezirk sowie in Eisenstadt (Stadt).

(Veränderung der Wohnbevölkerung 2004 bis 2008: Liezen: -0,6 %, Murau: -2,2 %, Hartberg: -0,5 %, Deutschlandsberg: -0,3 %, Tamsweg: -0,6 %, 1., Innere Stadt: 0,6 %, 17., Hernals: 6,2 %, 10., Favoriten: 8,6 %, 16., Ottakring: 6,1 %, Eisenstadt (Stadt): 6,2 % (Quelle: STATISTIK AUSTRIA Bevölkerungsregister)).

"Erstmals ist 2008 sogar in zwei Bezirken die nominelle Kaufkraft je Einwohner gesunken, bei realer Betrachtung trifft dies sogar auf 73 Bezirke zu, in denen mehr als zwei Drittel der österreichischen Bevölkerung leben. Im Jahr 2009 wird sich diesbezüglich sicherlich die im März 2009 beschlossene Steuerreform positiv auswirken" so Mag. Peter Voithofer, stellvertretender Direktor der KMU FORSCHUNG AUSTRIA.
     
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