Gesamtwirtschaftliche Auswirkungen der Konjunkturpakete I und II und der Steuerreform 2009   

erstellt am
27. 08. 09

Wien (wifo) - Auch Österreich ist von der Finanz- und Wirtschaftskrise betroffen, wenngleich etwas weniger stark als der Durchschnitt der Länder im Euro-Raum. Im Gleichklang mit den internationalen Bemühungen zur Stützung der Nachfrage beschloss die österreichische Bundesregierung neben Maßnahmen zur Stabilisierung des Bankensektors umfangreiche Pakete zur Abfederung des Konjunktureinbruchs, die nun schrittweise umgesetzt werden.

Die Maßnahmen umfassen die Konjunkturpakete I und II sowie die von 2010 auf 2009 vorgezogene Steuerreform. Sie können vereinfacht den folgenden Kategorien zugeordnet werden:

  • Ausweitung der Infrastrukturinvestitionen (kumuliert 2009 und 2010: 1.435 Mio. Euro),
  • Senkung der Finanzierungskosten der Unternehmen (2.080 Mio. Euro), - Erhöhung der verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte (5.953 Mio. Euro)
  • Erhöhung des öffentlichen Konsums und der Subventionen (370 Mio. Euro).

Die Summe der beiden Konjunkturpakete und der Steuerreform entspricht 3,5% des nominellen BIP 2008 (davon vorgezogene Steuerreform 2,1% des BIP von 2008). Darüber hinaus wenden die Bundesländer in den Jahren 2009 und 2010 2.081 Mio. Euro zur Konjunkturstützung auf. Insgesamt geben die öffentlichen Haushalte in Österreich 11.918 Mio. Euro zur Konjunkturstabilisierung aus. Dies entspricht 4,2% des BIP von 2008. Damit zählt Österreich zu jenen Ländern, die relativ zur Wirtschaftsleistung einen umfangreichen Konjunkturimpuls setzen.

Das WIFO untersucht in einer vor kurzem publizierten Studie die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen der beiden Konjunkturpakete und der Steuerreform 2009 sowie der konjunkturbelebenden Maßnahmen der Bundesländer auf das Wirtschaftswachstum und die Beschäftigung in Österreich in den Jahren 2009 und 2010. Zudem werden die Wirkungen der Konjunkturmaßnahmen der 10 wichtigsten Handelspartner Österreichs auf die österreichische Wirtschaft geschätzt.

Modellberechnungen zeigen, dass der konjunkturbedingte Einbruch in Österreich in den Jahren 2009 und 2010 kumuliert um 2,1% des realen BIP gedämpft wird. Knapp die Hälfte dieses Impulses entsteht durch die auf der Bundesebene implementierten Konjunkturpakete und die Steuerreform, 0,4 Prozentpunkte durch die Maßnahmen der Bundesländer. 0,8 Prozentpunkte sind auf die Konjunkturpakete der wichtigsten Handelspartner Österreichs zurückzuführen.

Die Wirkung der nationalen und internationalen Maßnahmen sichert im Jahr 2009 23.500 und im Jahr 2010 kumuliert 41.500 Personen die Beschäftigung und dämpft den Anstieg der Arbeitslosenquote im Jahr 2010 um 0,7 Prozentpunkte. Die Inflation beschleunigt sich mäßig ausgehend von sehr niedrigem Niveau.

     
zurück