Residenzgalerie soll im März "in ganzer Pracht" erstrahlen   

erstellt am
04. 12. 09

Haslauer: Notwendige Sanierungsarbeiten beginnen / Ausstellungen werden verschoben, Galerie bleibt geschlossen
Salzburg (lk) - Wegen notwendiger Baumaßnahmen muss die Residenzgalerie Salzburg voraussichtlich bis März 2010 geschlossen bleiben. Bis dahin ist keinerlei Betrieb möglich. Die Eröffnung der Ausstellung "Die ganze Pracht", die seit 27. November gezeigt werden sollte, wird voraussichtlich auf 26. März 2010 verschoben. Ebenso verschoben wird die für 5. Dezember 2009 geplante Eröffnung der Ausstellung "Jugend macht Museum: Lebensspuren – Graffiti goes Museum", und zwar auf 1. Mai 2010. Darüber informierte Museumsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Wilfried Haslauer am 03.12. bei einem Informationsgespräch in der Salzburger Residenz.

Bei dem Informationsgespräch wurde auch das aktuelle Heft 1/2 2009 der Österreichischen Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege mit dem Titel "Die Salzburger Residenz 1587 bis 1727 – Vision und Realität" präsentiert. Die Salzburger Residenz wurde in der Forschung in den vergangenen Jahren erstmals als Einheit bearbeitet. Die Ergebnisse sind in der neuen Ausgabe nachzulesen.

Nachdem Mitte September bei statischen Untersuchungen Senkungen der Decke festgestellt worden waren, mussten aus Sicherheitsgründen fünf Ausstellungsräume der Residenzgalerie gesperrt werden.

"Ziel ist es, die Baumaßnahmen rechtzeitig zur Wiedereröffnung der Residenzgalerie Salzburg am 26. März 2010 abgeschlossen zu haben", sagte Landeshauptmann-Stellvertreter Haslauer über die notwendige Sanierung der Residenz. "Sowohl die Experten als auch Mag. Maximilian Brunner, der Geschäftsführer der Salzburger Burgen und Schlösser, halten dies für realistisch, falls es bei den Sanierungsarbeiten zu keinen unerwarteten und neuen Ergebnissen kommt." Zur Entlastung des Bodens wird bis Weihnachten der Ziegelboden händisch abgetragen, unmittelbar danach (Anfang Jänner 2010) wird die Beschüttung entfernt. Als Ersatz wird eine Wärmedämmung auf die Balkendecke aufgelegt und darüber ein Brand hemmender Belag aufgebracht. Zur Verstärkung der aus der Zeit um 1710 stammenden Holzbalkenkonstruktion in der Mitte des Ost-Traktes werden voraussichtlich zwei Stahlträger eingezogen werden. Eine weitere Maßnahme betrifft den Dachstuhl. Der Dachstuhl des sanierungsbedürftigen Bereiches liegt in Teilbereichen auf der Balken-Stützkonstruktion auf, diese wird im Winter durch den Schnee zusätzlich belastet, so dass nach Abschluss der Bodensanierung – voraussichtlich 2010/2011 – Sanierungsmaßnahmen des Dachstuhles folgen werden.

Ausstellungsprogramm der Residenzgalerie für 2010
Von 26. März bis 4. Juli 2010 werden in der Ausstellung "Die ganz Pracht" Gemälde der Residenzgalerie Salzburg gezeigt. Auf 24. April bis 20. Juni 2010 wurde die Ausstellung "Jugend macht Museum: Lebensspuren – Grafitti goes Museum" verlegt, die Jugend-Kreativ-Woche findet von 19. bis 23. Juli statt.

"Barocke Feste – Das große Welttheater" mit dem Schwerpunkt "90 Jahre Salzburger Festspiele" werden von 17. Juli bis 26. Oktober 2010 gefeiert. Zu dieser Ausstellung gibt es von
25. September bis 26. Oktober 2010 wieder eine Veranstaltung in der Reihe "Jugend macht Museum: Retro – Präsentation zur Ausstellung". Ende des Jahres 2010, ab Mitte November, steht bis 6. Februar 2011 die Ausstellung "Gemälde zur Weihnacht" auf dem Programm. Weiterhin das ganze Jahr über zu sehen ist die Ausstellung "Meisterwerke – Europäische Malerei des 16. bis 19. Jahrhunderts" aus dem Sammlungsbestand der Residenzgalerie. Weitere Informationen gibt es unter www.residenzgalerie.at im Internet.

Statische Mängel im historischen Gebäude
Bei der Umsetzung des Salzburger Museumsleitplanes wurde ein Statiker damit beauftragt, das gesamte Gebäude der Residenz inklusive Dachboden auf mögliche Nutzungen hin zu untersuchen. Am 17. September 2009 lagen die Berechnungen zum Dachboden im Osttrakt der Residenz (Bereich Ecke Residenzplatz/Domplatz) vor. Als Folge wurden mit sofortiger Wirkung fünf Ausstellungsräume der Residenzgalerie Salzburg geschlossen, die Objekte und Leihgaben der Sonderausstellung "Badeszenen" in Sicherheit gebracht und die Leihgeber verständigt. Die statischen Berechnungen zum unmittelbar anschließenden Dachbodenbereich wurden vom Statiker am 24. November 2009 bei einer Begehung bekannt gegeben. Das Ergebnis: Die gesamte Residenzgalerie Salzburg wird voraussichtlich bis zum Frühjahr 2010 geschlossen, um die notwendigen Baumaßnahmen zur Behebung der statischen Mängel durchführen zu können.

Im Laufe der Baugeschichte der Salzburger Residenz wurde der Dachboden mehrmals umgebaut, der sanierungsbedürftige Teil wurde um 1710 unter Erzbischof Harrach sowie 1856 für Carolina Augusta adaptiert. Der Boden beziehungsweise Deckenaufbau im südöstlichen Dachbereich der Residenzgalerie Salzburg weist Senkungen von teilweise mehr als zwölf Zentimetern auf, die nach heutiger Norm zwingend saniert werden müssen. Der unterschiedliche Aufbau der Decke – geschlossene Balkendecke und Tramdecke (mit Abständen zwischen den Balkenlagen), die entsprechende Beschüttung und der darüber liegende Ziegelboden – hat ein hohes Eigengewicht und verursachte die festgestellten Senkungen der Balken.
     
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