LH Durnwalder zu Holocaust-Gedenktag: "Zeitzeugen verschwinden, ihr Erbe nicht"   

erstellt am
26 01. 10

Bozen (lpa) - 65 Jahre nach dem Ende des Holocaust dürfe die Erinnerung an dieses größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte nicht verblassen. "Zwar verschwinden nach und nach die Zeitzeugen, die Erniedrigung, Entmenschlichung und unsagbares Leid erfahren haben, ihr Erbe muss aber lebendig bleiben", so Landeshauptmann Luis Durnwalder zum Holocaust-Gedenktag am 27.01.

Der Holocaust, so Durnwalder, rücke zwar zeitlich in immer größere Ferne, die Lehren, die man daraus ziehe, seien aber nach wie vor aktuell. "Und sie werden es immer bleiben", so der Landeshauptmann, der zwei dieser Lehren in den Mittelpunkt seiner Überlegungen zum diesjährigen Gedenktag rückt: "Die erste ist die, dass keinem Menschen das Mensch-Sein abgesprochen, dass keiner als minderwertig angesehen werden darf", so Durnwalder. Dies sei nicht nur eine theoretische Erkenntnis. "Vielmehr muss sie auch im Alltag gelebt werden, und zwar von uns allen", erklärt der Landeshauptmann.

Die Grundlage eines friedlichen Zusammenlebens sei Toleranz ohne Ansehen von Herkunft oder Hautfarbe. "Wir müssen jedem den Freiraum lassen, in dem er sich entfalten kann, wir müssen für jeden die Rahmenbedingungen schaffen, damit er dies bestmöglich tun kann, wir müssen aber auch dafür sorgen, dass niemand diesen Freiraum nutzt, um denjenigen anderer über Gebühr einzuschränken", so Durnwalder.

Die zweite Lehre sieht der Landeshauptmann in der Forderung nach Zivilcourage. "Der Holocaust war nicht das Werk einer Handvoll Verbrecher, er war nur möglich, weil die Masse weggeschaut hat", so Durnwalder, dessen Appell lautet: "Es ist die Pflicht eines jeden Einzelnen einzugreifen, wenn er Missstände aufdeckt oder es Menschen vor Ausgrenzung und Erniedrigung zu schützen gilt", so der Landeshauptmann.

Durnwalder betont, dass mit dem zeitlichen Abstand zum Holocaust die Zahl der Zeitzeugen stetig abnehme. "Es ist unsere Pflicht, jene der Schule genauso wie jene der Eltern, den nachwachsenden Generationen die Geschichte des Holocaust und die daraus zu ziehenden Lehren zu vermitteln, damit sich ein solches Verbrechen nicht wiederholen kann", so der Landeshauptmann.
     
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